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*** Dunkle Schatten auf der Seele
Jeder kennt das: man fühlt sich antriebslos und trübsinnig, hat das Gefühl, dass selbst alltägliche Dinge unüberwindbar scheinen. Im Leben gibt es immer wieder Momente, in denen man kurz davor ist, den Mut zu verlieren. Dann verdüstert sich die Stimmung. Man fühlt sich traurig, hat zu nichts mehr Lust, schläft schlecht, fühlt sich kraftlos. müde und verzweifelt. Vor allem dann, wenn die Tage kurz werden und draußen alles in grauen Nebel gehüllt ist, dann erscheint vielen Menschen auch das Leben düster. Dafür hat die Medizin den Begriff der Winterdepression gefunden. Doch nicht jede seelische Verstimmung in dieser dunklen Zeit ist nur saisonal abhängig.

Die Winterdepression
Saisonal Abhängige Depression (SAD) ist die wissenschaftliche Bezeichnung für saisonal bedingte Stimmungsschwankungen. Die häufigste davon ist die Winterdepression, die üblicherweise im November beginnt und sich über die Wintermonate erstrecken kann. Die Winterdepression tritt jährlich wiederkommende in der dunklen Jahreszeit auf.

Symptome der Winterdepression:
Energielosigkeit, Unausgeglichenheit
Antriebslosigkeit, Traurigkeit
Vernachlässigung sozialer Kontakte
Heißhunger auf Süßes
Erhöhtes Schlafbedürfnis
Morgendliche Müdigkeit, Schwierigkeit, aus dem Bett zu kommen.

Ursache der Winterdepression
Der Mangel an natürlichem Tageslicht und die verminderte Lichtintensität gemeinsam mit der verkürzten Sonneneinstrahlung führen zu einer erhöhten Melatoninbildung. Melatonin ist ein schlafregulierendes Hormon, das bei Dunkelheit ausgeschüttet wird, während Serotonin stimmungs-, energie- und appetitregulierend wirkt. Sonnenlicht kann die Serotoninausschüttung ankurbeln. Störungen im Serotoninhaushalt sind bei allen Formen von Depressionen festzustellen.

Therapien gegen die Winterdepression
Die führende Behandlung bei Winterdepression ist die Lichttherapie. Der Patient sitzt einige Wochen lang täglich vor einem Lichtgerät mit mindestens 2500 Watt: Dabei ist es wichtig, dass die Augen offen bleiben, da die Wirksamkeit über die Netzhaut vermittelt wird.

Bewährt hat sich auch eine Therapie mit Johanniskraut (in Form von standardisierten Präparaten), das als Nebenwirkung lichtempfindlich macht. Daher ist es für die Winterdepression besonders geeignet, da es hilft, die geringe Sonnenintensität in dieser Jahreszeit besonders auszunützen, was sich positiv auf den Serotoninspiegel auswirken kann.

Eine Behandlung mit antidepressiven Medikamenten muss der Arzt entscheiden.

Unterschiedliche Formen von Depression
Der Begriff Depression (von lat. deprimere, niederdrücken) umfasst viele unterschiedliche Formen. Die älteren Bezeichnungen unterscheiden zwischen endogener (lat. endogen, aus sich selbst heraus) Depression, die ohne erkennbare Ursache auftritt und reaktiver Depression, als Reaktion auf belastende Ereignisse in der Lebensgeschichte. Heute unterscheidet die Psychiatrie zwischen depressiven Episoden und rezidivierenden depressiven Störungen.

Die Schwere der Depression wird graduell bezeichnet:
Leichte depressive Episode: Der Patient fühlt sich krank, kann aber seinen beruflichen und privaten Pflichten noch nachkommen
Mittelgradige depressive Episode: Berufliche und häusliche Anforderungen können nicht mehr bewältigt werden.
Schwere depressive Episode ohne oder mit psychotischen Symptomen (Wahngedanken, etc): Der Patient bedarf ständiger Betreuung und eventuell klinische Behandlung.
Bipolare affektive Störung: Wurde früher manisch- depressive Erkrankung genannt, weil depressive Phasen sich mit manischen Phasen regelmäßig abwechseln.

Alle Formen von Depression sollten vom Arzt diagnostiziert und behandelt werden. Eine Kombination von Medikamenten und Psychotherapie hat sich bewährt. Da die Patienten oft nicht von selbst den Ernst der Lage erkennen, sollten auch die Angehörigen auf entsprechende Symptome achten und den Patienten mithelfen, einen Arzt aufzusuchen.

Symptome einer Depression:
fehlendes Interesse an Freude für normale Aktivitäten und Vergnügungen
Schlafstörungen, gekennzeichnet durch frühes Erwachen gefolgt von Grübeln
Rastlosigkeit oder Trägheit
fehlende Energie, Müdigkeit
Unentschlossenheit, Konzentrationsschwierigkeiten, langsamer Gedankengang
Geringer oder erhöhter Schlafbedarf

Wenn solche Symptome auftreten, sollte man sich nicht scheuen, zum Arzt oder einem Psychotherapeuten zu gehen. Es gibt aber auch eine Fülle von Naturheilmitteln und -methoden, die sich zur Selbstanwendung vor allem bei leichten depressiven Episoden eignen

Pflanzliche Heilmittel
Johanniskraut (Hypericum perforatum): Das Johanniskraut als wahre Sonnenpflanze es blüht zur Sommersonnenwende und sucht sich zum Wachsen Plätze, wo kein Schatten die Sonne trübt kann, wie Paracelsus sagte, wahrlich Sonne ins Herz bringen.

Wissenschaftlich gut untersucht und klinisch anerkannt, hilft Johanniskraut sowohl als Tee und auch in Form standardisierter Präparate aus der Apotheke nicht nur bei der Winterdepression. Eine aktuelle englische Studie konnte zeigen, dass Johanniskraut bei leichten und mittelschweren depressiven Episoden im Vergleich zur Behandlung mit einem Antidepressivum gleiche positive Wirkungen bei besserer Verträglichkeit erbrachte.

Bei Einnahme von hochdosierten Johanniskrautpräparaten kann es zur Interaktion mit anderen Medikamenten kommen. Vorsicht bei Einnahme von Hormonpräparaten und auch der Antibabypille, thrombosehemmenden Medikamenten und solchen zur Ausschaltung des Immunsystems. Sie könnten durch die Einnahme von Johanniskrautpräparaten in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden.

Baldrian (Valeriana officinalis): Bekannt ist Baldrian primär als schlaffördernder Tee. Doch neuere Studien konnten zeigen, dass Baldrian auch bei nervösen Störungen und Unruhezuständen helfen kann. Baldrian könnte daher besonders bei depressiven Zuständen mit Schlaflosigkeit helfen. Da der Baldriangeschmack und- Geruch nicht allgemein geschätzt wird, sollte auf Fertigpräparate zurückgegriffen werden. Doch auch die altbewährte Tinctura valerianae, die Baldriantropfen können verwendet werden, sie sollten aber nicht zu nieder dosiert werden (bis zu 30 Tropfen).

Passionsblume (Passiflora incarnata): Ähnlich wie beim Baldrian ist die Passionsblume primär als schlafförderndes Mittel bekannt. Neue klinische Studien belegen aber auch eine gute anxiolytische, also angstlösende Wirkung. Da viele depressive Situationen mit Angstzuständen einhergehen, wäre auch die Einnahme von Passionsblume entweder in Form von Tee oder Fertigpräparaten zu empfehlen (Dosierung je nach Präparat).

Helmkraut (Scutellaria lateriflora): Bei uns wenig bekannt und gebräuchlich ist das Helmkraut, in Amerika ein traditionelles nervenstärkendes Heilkraut, das sich bei nervösen Zuständen wie Spannung, Angst oder Schlaflosigkeit bewährt hat. In der Apotheke als Teedroge (im Aufguss, 5 Minuten ziehen lassen) oder als Tinktur (3 x tgl. 10 Tr.) erhältlich.

Pflanzen mit Bitterstoffen:
Bitterstoffe sind zwar primär appetitanregend und verdauungsstärkend, sie wirken aber generell tonisierend, also anregend. Bei depressiven Zuständen sehr zu empfehlen ist die Engelwurz (Angelica archangelica): Entweder als Tee aus der Wurzel (im Aufguss, 5 Minuten ziehen lassen) oder als Tinktur (3 x tgl. 10 Tr.) hilft die Engelwurz vor allem bei Erschöpfungszuständen, Ängsten und Nervosität.

Wermut (Artemisia absinthium): Primär als gallenflüssigkeitsanregende Heilpflanze bekannt, kann Wermut auf Grund seiner anragenden Bitterstoffwirkung auch bei allgemeinen Erschöpfungszuständen bis hin zu depressiven Verstimmungen gegeben werden. Wermut kann helfen, nicht nur Gift und Galle rauszulassen, sondern auch wieder Willenskraft zu entwickeln. Der Tee (im Aufguss, 5 Minuten ziehen lassen) sollte nicht während der Schwangerschaft getrunken werden.

Adaptogene gegen depressive Zustände
Unter Adaptogenen versteht man Heilpflanzen, die helfen können, das vegetative Nervensystem zu harmonisieren. Das heißt, sie können helfen, die Widerstandkraft des Organismus gegen Einflüsse von außen wie zum Beispiel Lichtmangel aber auch belastende Situationen, die mit psychischem Stress verbunden sind, zu stärken.

Ginseng (Panax ginseng): Der koreanische Ginseng hilft besonders bei Erschöpfungszuständen, er wirkt anregend auf das Zentralnervensystem, steigert die Reaktions- und Leistungsfähigkeit, Koordination und Konzentration, Arbeitsgenauigkeit und Merkfähigkeit, verbessert den Allgemeinzustand und verringert geistige Ermüdung. Vor allem bei altersbedingten depressiven Zuständen kann Ginseng helfen. Man sollte sich in der Apotheke über die dort erhältlichen Ginsengpräparate informieren lassen.

Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus): Wird auch Sibirischer Ginseng genannt. Die Anwendungsgebiete sind ähnlich wie beim Koreanischen Ginseng: Müdigkeit, Erschöpfungszustände, nachlassende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und Traurigkeit. Auch die Taigawurzel sollte in Form von Fertigpräparaten wie Taigawurzeldragees,, die in der Apotheke erhältlich sind, eingenommen werden.

Melisse (Melissa officinalis): Wegen ihres zitronigen Duftes üblicherweise Zitronenmelisse genannt, kann Melissentee (im Aufguss, nur kurz ziehen lassen) als mildes Adaptogen bei allen Erschöpfungszuständen und vor allem bei Einschlafstörungen, die mit Ängsten verbunden sind, empfohlen werden.

Aus der Gemmotherapie (Verwendung von Knospenmazeraten) kann vor allem ein Mittel empfohlen werden.

Lindenknospen: Sie helfen bei inneren Spannungen, nervösen Störungen, wirken ausgleichend bei Trauerzuständen, bringen inneren Frieden. Das Mazerat kann unterstützend bei depressiven Zuständen eingesetzt werden (tgl. 3mal 10 Tr.)

Mood Food, gute Laune kann man auch essen
Die Ernährung steht in engem Zusammenhang mit unserer täglichen Stimmung, denn viele Nahrungsmittel beeinflussen die Psyche stärker als bislang angenommen. Der Botenstoff Serotonin ist dafür mitverantwortlich, ob wir uns glücklich fühlen. Serotonin wird im Gehirn hauptsächlich aus der Aminosäure Tryptophan gebildet. Reich an Tryptophan sind folgende Nahrungsmittel: Fisch, Milch, Käse, Topfen. Damit aber aus der Aminosäure Tryptophan Serotonin gebildet werden kann, braucht der Körper eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B3 (Niacin), außerdem die Mineralstoffe Magnesium und das Spurenelement Mangan. Aus diesem Grund sollte der Speiseplan auch regelmäßig Nüsse und dunkelgrüne Gemüsearten beinhalten.

Auch Bananen und Schokolade können die Stimmung heben. Gelegentliches Naschen kann also durchaus positive Seiten haben.

Honig hat bekannterweise eine nervenstärkende Wirkung, er hilft, frische Energie und innere Kräfte zu entwickeln. Würzen mit Honig kann also helfen, in depressiven Phasen wieder inneren Frieden zu finden.

Stimmungshebende Gewürze
Dass Gewürze insgesamt anregend wirken können, ist allgemein bekannt. Manche Gewürze können aber auch ausgesprochen antidepressiv wirken.

Anis: Hilft vor allem bei belastenden Träumen, regt das Gefühlsleben an und reduziert negative Gefühle

Galgant: Hilft Menschen, die müde und lustlos sind, die sich nicht konzentrieren können und ziellos dahintreiben.

Gewürznelken: Sind so anregend, dass sie zu einer Stärkung des Selbstbewusstseins beitragen können, sie helfen Berührungsscheu zu überwinden.

Ingwer: Wirkt anregen auf Menschen, die immer alles negativ sehen, die sich viele, auch unnötige Sorgen machen und hilft Zukunftsängste zu überwinden.

Kardamom: Ist hilfreich, wenn Menschen ständig mit sich selbst hadern. Sie mögen sich selbst nicht und schaffen es nicht, sich selbst zu akzeptieren.

Muskat: Hat von allen Gewürzen die stärkste psychotrope, also stimmungsanregende Wirkung. Dennoch sollte man Muskat nicht überdosieren.

Vanille: Wird als Gewürz der Zärtlichkeit bezeichnet. Es ist ein Gewürz, das hilft, innere Wärme zu entwickeln und sich geborgen zu fühlen.

Zimt: Stärkt die Psyche in ihrer Gesamtheit, indem er einerseits positive Energie zuführt und andererseits entspannt. Besonders eignet sich Zimt bei allen seelischen Zuständen, die durch ein Durcheinander der Gefühle gekennzeichnet sind wie himmelhochjauchzend- zu Tode betrübt.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at


*** Den Augen Gutes tun

Schau mir in die Augen, Kleines, dieser berühmte Satz aus dem Film Casablanca sagt es sehr klar aus. Unsere Augen lassen nicht nur Eindrücke herein, sondern sie lassen sie auch heraus. In ihnen sieht man die Gefühle und Stimmungen der Menschen. Leider sind unsere Augen sehr belastet und daher sollten wir überlegen, wie wir ihnen Gutes tun können.

Die Augen, Spiegel der Seele
Es sind unsere Augen, die in Tränen ausbrechen und so eine psychische Situation nach außen offenbaren. Liebe dagegen macht blind- im Stadium des Verliebt seins sieht man die Realität nicht mehr klar. Die häufigsten Störungen im Bereich der Augen sind Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit, wobei Kurzsichtigkeit vor allem in der Jugend auftritt und die Weitsichtigkeit eine Störung des Alters ist. Aus psychosomatischer Sicht lässt sich das leicht erklären. Die Jugendlichen sehen meist nur ihren eigenen Umkreis, man sieht nur bis zur eigenen Nasenspitze. Der alte Mensch dagegen sollte aufgrund seiner Lebenserfahrung schon Weisheit und Weitsicht entwickelt haben. Leider verwirklichen viele Menschen diese Weitsicht nur in der Weitsichtigkeit.

Sehen ist mehr als schauen
Zwei Drittel aller Sinneseindrücke werden durch die Augen, also visuell vermittelt. Das heißt, wir nehmen die meisten Reize aus der Umwelt mit den Augen wahr. Darüber hinaus sind die Augen sehr eng verknüpft mit der allgemeinen Fähigkeit zur Bewegung und unseren geistigen Leistungen. Das heißt, das Sehen ist maßgeblich an der Bewältigung unseres täglichen Lebens beteiligt. Grund genug, zu überlegen, was wir für unsere Augen tun können.

Entspannung für die Augen
Den besten Abstand von belastenden Alltagssituationen und Stress gewinnen wir durch das Schließen der Augen. Nur wenn der visuelle Reizfluss unterbrochen wird wie beim Schließen der Augen, schalten wir im wahrsten Sinne des Wortes ab. Sind wir dagegen angespannt und fordern unserem Denkvermögen höhere Leistungen ab, können wir das Höchstmaß an Sehschärfe mobilisieren. Dadurch können Situationen schneller erfasst und der nötige Durchblick gewonnen werden. Die Augen sind aber nicht unbegrenzt belastbar. Sie sind dankbar, wenn man ihnen die Möglichkeit zur Entspannung gibt. Gut geeignet sind dafür sind spezielle Übungen, die von dem amerikanischen Arzt Dr. Bates schon 1920 beschrieben wurden.

Übungen:
Schauen Sie 6-7 mal hintereinander zunächst nach rechts, dann nach links und wieder nach rechts.
Dann heben Sie ihre rechte Schulter so weit wie möglich nach oben, wenn sie nach rechts schauen und umgekehrt. Mehrere Male wiederholen.
Dann bücken Sie sich mit ausgestreckten Armen und lassen ihre Augen den Fingerspitzen folgen, dasselbe links und wiederholen.
Zum Abschluss setzen Sie sich wieder hin und drehen ihre Augen im Kreis von rechts nach links.

Palmieren
Mit dieser Übung können die Augen gut entspannt werden. Bildschirmarbeiter sollten sie also von Zeit zu Zeit durchführen. Sie setzen sich entspannt hin, legen die Handflächen leicht gewölbt über die Augen und überkreuzen die Finger auf der Stirn. Tief und gleichmäßig atmen und versuchen, sich in einen Zustand tiefster Dunkelheit zu versetzen.

Chinesische Augenmassage
Die zarte Massage bestimmter Meridianpunkte hat eine starke durchblutungsfördernde Wirkung auf die Gesichts-, aber auch den Augenmuskel. Mit leichtem Druck massieren Sie mit kreisenden Fingern seitlich der Nasenwurzel, unterhalb der äußeren Augenbrauenenden, im Bereich des Jochbeins seitlich der Nase und streichend am oberen Rand der Augenhöhlen unterhalb der Augenbrauen.

Die Augen essen mit
Augenprobleme wie Netzhautschäden, Makuladegeneration, Altersweitsichtigkeit oder grauer Star lassen sich nicht wegtrainieren. Einen kleinen Beitrag zur Vorsorge leisten aber sekundäre Pflanzenstoffe in der Nahrung. Als Radikalfänger schützen sie die Netzhaut und sorgen für gesunde Sehsinneszellen. Auch die Nachtblindheit (wichtig für Autofahrer), bei der schlecht funktionierend Stäbchen- Sinneszellen das Dämmerungssehen einschränken, lässt sich durch gezielte Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen positiv beeinflussen. Solche Schutzstoffe sind vor allem die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, Beta- Carotine und Anthocyane. Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Konsum von Pflanzen mit diesen Wirkstoffen das Risiko für Makuladegeneration um fast 40% senken kann. Bei besonderer Beanspruchung der Augen, zum Beispiel Bildschirmarbeiten, ist der Bedarf an diesen Schutzstoffen erhöht.

Lutein, Zeaxanthin finden sich in Spinat, Kopfsalat, Erbsen, Petersil und Grünkohl. Im Spinat finden sich besonders viele Augenschutzstoffe, er ist daher weniger ein Gemüse für Kinder, sondern für ältere Menschen.

Das Anthocyan Myrtillin in der Heidelbeere dagegen sorgt ganz besonders für die Elastizität der Gefäße in den Augen und ist gut für Menschen, die unter Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit leiden.

Wie sensibel sind unsere Augen
Die Augen sind hochkompliziert und sensibel gebaute Sinnesorgane. Warnsignale, dass mit unseren Augen etwas nicht in Ordnung ist, sind:
Brennen der Augen
Tränen der Augen
Trockenheit der Augen
jede Art von Lichtscheu
Schmerz und
Sehverschlechterung

Ein Besuch beim Augenarzt ist dann sicher zu empfehlen.

Tipp aus der TCM
Die chinesische Medizin sagt: Die Leber öffnet sich in den Augen. Das bedeutet, dass die Augen der Wandlungsphase Holz und somit dem Leber- und Gallenmeridian zugeordnet sind. Daher untersucht ein TCM- Arzt bei einem Patienten mit Augenproblemen zuerst den energetischen Zustand der beiden Meridiane. Bei stark juckenden, trockenen, aber auch tränenden Augen sollte man vielleicht daran denken, auch der Leber was Gutes zu tun.

Heilpflanzen für die Augen
Je nach Problem gibt es die Möglichkeit als vorbeugende Selbsthilfemaßnahme Heilpflanzen zu verwenden. An vorderster Stelle steht dabei eine Heilpflanze, deren Name ihre Wirkung klar umschreibt.

Augentrost (Euphrasia sp.): Der botanische Name Euphrasia, der aus dem Griechischen stammt, bedeutet soviel wie Frohsinn und Wohlbefinden. Im Mittelalter war man überzeugt, dass der Augentrost auch die innere Sehkraft stärken und hellsichtig machen kann. Der Name sagt es aber deutlich, Augentrost hilft bei verschiedenen Augenproblemen. Die Inhaltsstoffe sind Iridoidglykoside wie Aucubin, dem man neuerdings eine Breitbandwirkung gegen bakterielle Infektionen und überhaupt entzündungshemmende Wirkung zuschreibt. Diese Wirkung wird noch durch Gerbstoffe und Flavonoide verstärkt.

Augentrost hilft als Tee (Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) in Form von Umschlägen oder Augenspülungen. Das Indikationsgebiet erstreckt sich dabei von gereizten Augen durch Überanstrengung bis zu Bindehautentzündungen und auch Gerstenkörnern. Innerlich wird Augentrost homöopathisch in Form von Euphrasia D6 gegen alle möglichen Augenprobleme wie Augenbrennen, gerötete, gereizte und tränende Augen eingesetzt (3 mal 5 Globuli/Tag). Es gibt auch Euphrasia D3- Augentropfen, die bei den oben genannten Indikationen eingesetzt werden können, aber auch von Kontaktlinsenträgern immer wieder vorbeugend verwendet werden sollten.

Ein Heilpflanzentipp stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin:

Chrysanthemenblüten: Seit Jahrtausenden werden sie in der TCM als Heilmittel mit kühlenden Eigenschaften, die den Körper entgiften und Krankheitserreger abwehren, innerlich angewendet. Äußerlich angewendet helfen sie bei müden, geröteten Augen und sollen auch die Sehkraft verbessern.

Anwendung: In der Apotheke bekommt man getrocknete Blüten von Chrysanthemum morifolium, (chinesisch Juhua) . Die Blüten werden kurz in heißes Wasser getaucht, zart ausgedrückt, etwas auskühlen lassen und 20 Minuten auf die geschlossenen Augen legen.

Fenchel (Foeniculum vulgare): Die Fenchelkörner eignen sich als Tee (Samen zerdrücken, Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) zu Augenspülungen für gereizte Augen. Den Tee abkühlen lassen, in Glas schütten, dieses über das offene Auge geben und kurz durchspülen.

Achtung: Nicht geeignet für Behandlungen im Auge ist der Kamillentee. Seine ätherischen Öle könnten bindehautreizend sein. Bei Lidrandentzündungen und Gerstenkörnern kann man allerdings Umschläge mit Kamillentee auf das geschlossene Auge machen.

Trockene Augen
Immer mehr Menschen leiden an einer mangelhaften Tränenflüssigkeitsproduktion (Keratitis sicca), dem sogenannten trockenen Auge. Als Ursache kommen Bildschirmarbeit, aber auch hormonelle Probleme in Frage. Die Beschwerden zeigen sich in einem Trockenheits- und Fremdkörpergefühl (als ob man Sand in den Augen hätte) und Brennen und Jucken in den Augen.

In der Apotheke gibt es eine Vielzahl von Tränenersatzmitteln, die auch über längeren Zeitraum verwendet werden können.

Mit homöopathischen Augentropfen könnte auch ursächlich gegen das Problem der trockenen Augen vorgegangen werden. Kombiniert werden in diesen Augentropfen (Oculoheel), die praktisch in Plastikkapseln abgefüllt, als Einmalmittel verwendet werden, folgende Heilpflanzen:

Euphrasia (Augentrost): Gegen Augenbrennen und geschwollene Lidränder

Jaborandi (Pilocarpus): Allgemein bei Augenschmerzen und bei Überanstrengung

Cochlearie (Löffelkraut): Bei Rötungen der Augen, u.a. auch durch Bildschirmarbeit

Echinacea (Sonnenhut): Gegen die Entzündungstendenz.

Diese Augentropfen helfen den Augen, die natürliche Feuchtigkeit zurückzugeben und auch Kontaktlinsenträgern, Augenreizungen zu vermeiden.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at



*** Eisenmangel, ein häufiges Problem

Salvia-Blüten
Chronische Müdigkeit kann viele Ursachen haben. Eine davon könnte ein Eisenmangel sein, von dem vor allem Frauen betroffen sind. Neben einer ärztlichen Konsultation kann man auch selber was dagegen unternehmen. Neben Nahrungsmitteln, die eisenreich sind, gibt es auch Kräuter und Schüßlersalze, die helfen können, dass mehr Eisen aufgenommen wird.

Eisen hat wichtige Funktionen
Zählt zu den Spurenelementen und entfaltet in unserem Körper äußerst wichtige Funktionen. Eisen ist Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin, der für den Sauerstofftransport von der Lunge zu den Körperzellen, ganz besonders aber ins Gehirn und in die Muskeln, verantwortlich ist. Der Blutfarbstoff reguliert außerdem die Blutreaktion (das Blut wird nicht sauer oder zu basisch). Eisen ist aber auch notwendig als Baustein bestimmter Enzyme, die für Entgiftungsreaktionen sorgen, indem das im Körper entstehende Kohlendioxid abtransportiert wird. Eisen macht zusammen mit Phosphor einige B- Vitamine erst verfügbar und macht uns widerstandsfähiger gegenüber Stress und Krankheiten.

Wie viel Eisen braucht der Mensch
Unser Körper besitzt in etwa die Menge Eisen, die in einem mittelschweren Nagel (4-5g) enthalten ist. Gespeichert ist das Eisen vor allem im Hämoglobin, im Blutplasma (Transferrin), aber auch im Muskelfarbstoff Myoglobin und auch in Eisenspeichereiweißstoffen (Ferritin, Hämosiderin) in Milz, Knochenmark, Leber und Darmschleimhaut. Die täglich notwendige Menge von 1 bis 2 mg pro Tag, erhöht sich bei Schwangeren auf bis zu 6 mg und kann üblicherweise über die Nahrung aufgenommen werden.

Wie wird der Eisengehalt bestimmt
Im Labor wird je nach Vorkommen des Eisens zwischen Serum- und Speicher-Eiweiß unterschieden, dem Transferrin und dem Ferritin. Der spezielle Eiweißstoff Transferrin ist für den Transport des Eisens im Blut bis ins Gewebe zuständig. Im Gewebe wird das Eisen schließlich als Ferritin gespeichert. Zur Beurteilung des Eisenhaushaltes ist es wichtig, die Konzentration beider Eisenstoffe zu kennen. Bei Eisenmangel wird mehr Transferrin gebildet, um auch die letzten Eisenreserven zu mobilisieren. Der Transferrin- Spiegel ist also erhöht, der Ferritin- Spiegel dagegen niedriger als üblich.

Die Normalwerte von Eisen aus dem Serum , die üblicherweise untersucht werden, sind je nach Geschlecht und Alter entsprechend unterschiedlich.

Wer hat einen höheren Bedarf an Eisen
Der normale Eisenverlust durch Stuhl, Schleimhautabschilferung im Dünndarm oder Schweiß und bei Frauen durch die Menstruation beträgt etwa 1 bis 2 mg pro Tag. Unsere Ernährung liefert etwa 10 bis 15 mg pro Tag. Davon wird bei Mischkost allerdings im Dünndarm nur 5 bis 10% resorbiert. Erhöhter Eisenbedarf besteht während Schwangerschaft und Stillzeit, bei zu starker Menstruation, bei Leistungssportlern, bei Unfall- und inneren Blutungen und bei Blutspendern.

Wie entsteht Eisenmangel
Wenn nicht ausreichend Eisen über die Nahrung zugeführt wird, entsteht erst ein latenter Eisenmangel, bei dem die Speicher ziemlich leer sind und das Funktionseisen in den Zellen abnimmt. Bei manifestem Eisenmangel sind die Speicher restlos erschöpft und der Eisen- bzw. Hämoglobingehalt des Blutes reduziert.

Symptome des Eisenmangels
Bei Eisenmangel stellen sich Blässe, Müdigkeit, schnelle Ermattung, Appetitlosigkeit, Neigung zu Kopfschmerzen, Nervosität und Reizbarkeit bis hin zu Herzrasen ein. Dazu kommen Symptome wie eine raue Haut, Mundwinkeleinrisse, Rillen in den Fingernägeln und starker Haarausfall. Natürlich können alle diese Symptome auch andere Ursachen haben, ein Besuch beim Arzt sowie eine Blutuntersuchung sind also unerlässlich.

Natürliche Eisenquellen
Es werden immer tierische Nahrungsmittel wie Schweineleber, andere Innereien und überhaupt Fleisch als gut verwertbare Eisenquellen empfohlen. Doch der Gehalt an mg Eisen / 100 g Nahrungsmittel ist gleich bei Sesamsamen und Rindsniere (nämlich 10 mg / 100 g) und beim Petersilienblatt vergleichbar mit Rindsleber (7 mg / 100 g). Also, es muss nicht unbedingt Fleisch sein, neben Petersilie enthalten auch Liebstöckel- und Sellerieblätter prozentuell viel Eisen, überhaupt alle Gewürze, dazu Hülsenfrüchte (vor allem Bohnen und Linsen), Hirse, alle grünen Blattgemüse, Pilze, Nüsse, Schnittlauch, Zwiebel und Lauch und auch Beeren, vor allem Säfte von Wildfrüchten wie Sanddorn und getrocknete Marillen. Die beste Eisenzufuhr im Frühjahr ist der reichliche Genuss von Wildkräutern, wobei die Brennnessel und die Vogelmiere die besten Eisenlieferanten sind. Übers Jahr kann man dann die Eisenzufuhr durch Einnahme eines Brennnesselsaftes verstärken.

Resorptionshemmende Stoffe
Eine verringerte Aufnahme von Eisen erfolgt durch Phytinsäure (Kleie), Oxalsäure (z. B. Spinat, Rhabarber), Alginate (in Puddingpulver und Fertigsuppen), Tannine (Schwarztee, Rotwein), auch Milch und Eier hemmen die Eisenaufnahme. Achtung auch bei Einnahme von Antibiotika, Schmerzmedikamenten und Medikamenten zum Magenschutz.

Tipp: Vitamin C ist der wirksamste Förderstoff der Eisenresorption. Vitamin- C- haltige Getränke vor dem Essen verbessern daher die Eisenausnützung grundsätzlich. Auch andere organische Säuren wie Apfel- oder Weinsäure, wie sie in vielen Gemüse- und Obstsorten vorkommen sind förderlich. Eine Kombination von Speisen wie Bohnen mit Tomatenmark oder ähnliches sind daher empfehlenswert und vielleicht ist das auch mit ein Grund, warum Vegetarier eher selten einen Eisenmangel aufweisen, obwohl sie kein eisenreiches Fleisch essen.

Orthomolekulare Suppe
Die Orthomolekularmedizin (orthos, griech. richtig, angemessen, moles, lat. Masse, molecula, kleine Masse) ist die Lehre von der Verabreichung lebenswichtiger Mikronährstoffe in der richtigen Menge. Eine Gemüsebrühe, in der Suppengemüse und möglichst viele Blätter von Petersilie, Liebstöckel und Sellerie mindestens eine Stunde gekocht werden, enthält nicht nur viel Eisen, sondern auch Mineralstoffe, die Eisen resorptionsfördernd wirken. Man kann von dieser Gemüsebrühe größere Mengen kochen und zum Aufgießen anderer Speisen verwenden.

Was tun bei Eisenmangel
Empfehlenswert wäre, neben vermehrter Zufuhr eisenreicher Nahrungsmittel und Getränke (zB Brennnesselsaft, aber auch eisenreiche Mineralwässer) Salbeiblütenextrakt einnehmen. ( 2mal tgl. 10 Tropfen)

Kaum bekannt ist, dass die Salbeiblüten als eigenes Heilmittel eingesetzt werden können. Sie haben ein ähnliches Wirkstoffprofil wie die Blätter, jedoch enthält das ätherische Öl deutlich weniger Thujon. Eine Anwendungsbeobachtung mit 300 Patienten zeigte, dass die Einnahme von Salbeiblütenextrakt das Allgemeinbefinden bei Erschöpfungszuständen positiv beeinflussen konnte. Bei 22 Personen kam es zu einer 20%igen Erhöhung der Serumeisenwerte. Sinnvoll ist es, die Salbeiblüten in Form eines Extraktes anzuwenden. Die Untersuchungen in Deutschland ergaben folgendes Wirkungsspektrum:
Bei Eisenmangelanämien kann der Extrakt unterstützend eingesetzt werden
Körperliche und nervöse Erschöpfungszustände, Burn- Out- Syndrom
Appetitlosigkeit

Den Salbeiblütenextrakt kann man leicht selber herstellen, indem man nur die Blüten in 40% Alkohol als Tinktur ansetzt.

Schüßler-Salze
Schüßler- Salze sind nicht als Substitution fehlender Nährstoffe im Sinne der Orthomolekularmedizin zu verstehen. Diese Salze sind homöopathisch potenziert und lösen einen Reiz aus, der im Sinne einer Information die Zellen instand setzt, die für sie lebenswichtigen anorganischen Salze aus der Nahrung besser aufzunehmen. Um eisenreiche Nahrungsmittel also intensiver verwerten zu können, empfiehlt es sich bei Eisenmangel zusätzlich Schüßler- Salze einzunehmen:

Calcium phosphoricum D6 und Ferrum phosphoricum D12 täglich abwechselnd 3mal 2 Tabletten unter der Zunge zergehen lassen.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at


*** Die Leber, der Alchemist im Bauch
Aus Sicht der TCM ist der Frühling die Zeit, in der man die Funktionsorgane der Wandlungsphase Holz, nämlich Leber und Galle stärken sollte. Aber jetzt im Winter wird die Leber doch recht strapaziert- fette Faschingskrapfen und vielleicht etwas mehr Alkohol, das tut bekanntlich der Leber nicht gut. Man sollte also nicht auf die Fastenzeit warten, sondern schon jetzt beginnen, die Leber zu stärken, damit sie sich bei ihrer Entgiftungsarbeit nicht selber vergiftet.

Silybum marianum
Die Leber und ihre Aufgaben

Energiespeicherung: Die Leber speichert überflüssige Kohlenhydrate, die aus der Nahrung aufgenommen werden, in Form von Glykogen, das sie bei Mangelzuständen oder Fasten sofort in Form von Traubenzucker zur Energieversorgung zur Verfügung stellen kann.
Eiweißstoffwechsel: Die Leber kann Aminosäuren sowohl abbauen als auch aus anderen Stoffwechselprodukten verschiedene Aminosäuren für wichtige Zellfunktionen selbst aufbauen.
Fettstoffwechsel: Die Leber produziert die Triglyzeride und Cholesterin. Dieses wurde lange Zeit als Ursache vor allem von Herz- Kreislauferkrankungen angesehen, es ist aber lebensnotwendig zur Bildung von Gallensäuren, der Grundstoff der Sexualhormone und für die Synthese von Steroiden, z.B. für Kortison, als Baumaterial für die Schutzhüllen der Nerven und durch seine zellabdichtende Wirkung hilft es bei der Immunabwehr.
Vitaminstoffwechsel: Manche Vitamine werden erst durch die Stoffwechselvorgänge der Leber in ihre eigentliche Wirkform umgewandelt, so zum Beispiel Betakarotin in Vitamin A. Auch die Vitamine D, B12 und K reichern sich in der Leber an und werden von dort bei Bedarf an den Körper abgegeben.
Immunstärke: Ein weiterer Aufgabenbereich der Leber ist die Bildung von Immunglobulinen, die für die körperliche Abwehr notwendig sind.
Entgiftung: Sowohl körpereigene als auch fremde Gifte werden in der Leber inaktiviert und wasserlöslich gemacht, so dass sie vor allem über die Nieren ausgeschieden werden können. Dies sind die wichtigsten Aufgaben der Leber, sie ist damit einer der Alchemisten im Bauche, sie trennt das Unreine vom Reinen, das Giftige vom Lebenswichtigen.
Die Psychosomatik von Leberproblemen
Die Fähigkeit der Leber, zu entgiften, setzt voraus, dass sie werten kann, also weiß, was giftig ist und was nicht. Störungen der Leber zeigen daher immer Probleme mit Bewertung oder Fehleinschätzung, was einem Menschen wichtig sein sollte oder schädlich ist, was zuträglich ist und was zuviel.
Die Leber erkrankt immer an einem ZUVIEL: zu viel Fett, zu viel Zucker, zu viel Essen, zu viel Alkohol. Eine kranke Leber zeigt, dass der Mensch zu viel von etwas aufnimmt, was seine Verarbeitungskapazität übersteigt, zeigt Maßlosigkeit, zu viel Arbeit, überzogene Ideale, etc.
Die Leber ist Energielieferant und die ersten Anzeichen einer Erkrankung zeigen sich nicht mit Schmerzen, sondern in Energielosigkeit. Das ist aber schon die körpereigene Therapie, die Reaktion auf das ZUVIEL, die Reaktion auf die Maßlosigkeit. Der Energieverlust zwingt, von diesem ZUVIEL loszulassen.
Kräuter für die Leber
Mariendistel (Silybum marianum): Die Flavonoide (gelbe Farbstoffe) und Bitterstoffe in den Mariendistelsamen bewirken eine Anregung der Leberzellbildung. Ferner stärken sie die Membranen der Leberzellen, so dass sich die Leberzellen bei ihrer Entgiftungsarbeit nicht selber vergiften. Mariendisteltee kann daher sowohl vorbeugend als auch bei bereits bestehende Leberschäden eingesetzt werden. Besser ist es aber, auf standardisierte Präparate zurückzugreifen, da die Wirkstoffe in der Mariendistel nicht sehr gut wasserlöslich sind. Viele dieser Fertigpräparate sind in Kombination mit der folgenden Pflanze, der Artischocke, erhältlich.

Artischocke (Cynara scolymus): Diese Distel ist vielleicht eher als mediterranes Gemüse bekannt, ihre extrem bitteren Wirkstoffe aus den Blättern haben aber eine anregende Wirkung auf den Leberstoffwechsel. Das Cynarin hilft, die Entgiftungsarbeit der Leber zu stärken und regeneriert verbrauchte Leberzellen. Man verwendet Artischocke entweder als Tee, Saft oder als fertiges Präparat.

Löwenzahn (Taraxacum officinale): Der Tee aus der Löwenzahnwurzel hat nicht nur eine stark harntreibende Wirkung, sondern auch eine starke Wirkung auf den Leberstoffwechsel und auch auf die Bauchspeicheldrüse. Damit ist er wahrlich antidyskratisch ,also schlechte Säfte regulierend. Zusätzlich zu dem Tee (aus der Wurzel) kann man auch den Saft (aus den Blättern) anwenden.

Odermennig (Agrimonia eupatoria): Dieses gelb blühende Rosengewächs ist ein bewährtes Leberfunktionsmittel. Der leicht bitter schmeckende Tee hilft vor allem bei Leberschwäche mit Durchfallneigung.

Gallenkräuter
Einige Pflanzen enthalten sowohl ätherische Öle als auch Bitterstoffe, weshalb sie Amara aromatica genannt werden. Sie wirken nicht nur allgemein verdauungsanregend, sondern auch ganz besonders gallenflüssigkeitsfördernd und auch günstig auf die Leber. Dazu zählen die Schafgarbe (Achillea millefolium), der Andorn (Marrubium vulgare), die Engelwurz (Angelica archangelica), das Benediktenkraut (Cnicus benedictus), Sie alle haben verdauungsfördernde, gallenanregende und auch leberstärkende Wirkung und können als zart bittere Tees verwendet werden.Bitter wie Galle ist dagegen der Wermut (Artemisia absinthium): Wer diesen Tee trinkt, büßt sicher viele seiner Sünden ab, aber er hat von all den oben genannten Kräutern die stärkste Wirkung auf die Gallenflüssigkeitsbildung. Wer es nicht schafft, diesen Tee zu trinken, kann den Wermut auch 1:1 mit Pfefferminze (Mentha x piperita) mischen, die den Geschmack erträglicher macht und ebenfalls gallenanregend wirkt.

Gelbes Gewürz für die Leber
Primär als Gewürz verwendet man die Gelbwurz (Curcuma longa). Wie es der Name sagt, enthält sie einen Farbstoff, der Speisen eine goldgelbe Farbe verleihen kann. Daher wird diese mit dem Ingwer verwandte Pflanze seit jeher auch als farbgebender Bestandteil in der Gewürzmischung Currypulver verwendet. Im Ayurveda, der indischen Medizin, gilt sie schon lange als Gallen- und Leberheilmittel, was auch die westliche Wissenschaft bestätigen konnte.Die Kurkuma- Wirkstoffe sind gallenflüssigkeitsanregend, die Menge der gebildeten Gallenflüssigkeit kann bis um das Dreifache gesteigert werden. Auch die Gallenblasenmuskulatur wird stimuliert, weshalb mehr Gallenflüssigkeit im Darm zur Verdauung verfügbar ist. Dadurch wird die Fettverdauung verbessert und Kurkuma wird bei Beschwerden wie Druck im Oberbauch, Völlegefühl und Blähungen eingesetzt. Außerdem wirkt das ätherische Öl beruhigend und krampflösend auf die Muskulatur von Magen und Darm.

Durch die vermehrte Bildung von Gallensäuren hat Kurkuma auch eine positive Wirkung auf die Blutfettbildung, es reduziert Cholesterin auf diversen Stoffwechselebenen.

Achtung: Nicht bei Gallengangverschluss oder Gallensteinen einsetzen. Dass Kurkuma die Gallenflüssigkeitsproduktion steigert, ist schon lange bekannt. Neue, vor allem finnische Studien zeigten, dass es sich auch positiv auf die Leberzellbildung auswirkt und ein viel versprechendes Mittel gegen Leberschäden, die durch Alkoholmissbrauch entstehen, sein könnte. Auch Hepatitis- C- Patienten wird der Einsatz von Kurkuma empfohlen, da es Virenschäden in den Leberzellen minimieren kann. Es gibt zwar etliche fertige Präparate, aber viel netter ist die Anwendung von Curcuma in Suppen, zum Einreiben von Brathuhn, für Eierspeisen und vor allem für Reisgerichte.

Roter Saft für die Leber
Die Rote Rübe im Winter zu nutzen, sei es als Salat oder als Saft, ist auch deshalb zu empfehlen, das sie Betanin enthält, das antibakteriell und resistenzsteigernd wirkt. Neben dem Betanin findet sich noch Betain in der Roten Rübe, ein Stoff, der auch in der Zuckerrübe vorkommt.
Die leberschützende Wirkung ist dem Betain, abgeleitet von Beta vulgaris ,der Stammform der Rüben, in denen dieser Eiweißstoff als erstes entdeckt wurde, zuzusprechen. Der etwas komplizierte Wirkmechanismus lässt sich so beschreiben, dass Betain für den Aufbau von Methionin sorgt und dieses leitet die laufende Entgiftung der Leber ein und sorgt dadurch für die Regeneration der Leberzellen. In Zeiten ständiger Belastungen kann das nur nützlich wirken.
Gemeinsam mit dem Cholin hilft das Betain bei dessen wichtiger Arbeit, nämlich dem Abbau von störendem Fett in der Leber. Üppiges Essen und reichlicher Alkoholgenuss kann zu Fetteinlagerungen und in der Folge zu Veränderungen im Bindegewebe der Lebersubstanz führen. Außerdem macht das Cholin- Bestandteil des Cholesterins- die Blutfette flüssiger und verhindert damit deren Anlagerung an die Gefäßwände. Es ermöglicht die Umwandlung der Triglyzeride in Transportfette, sorgt also für den Abtransport von störendem Fett aus der Leber. Es kann daher nicht schaden, jetzt im Winter immer wieder Rote Rüben zu essen oder Saft zu trinken. Empfehlenswert wäre, um eine leberstärkende Wirkung zu erzielen, l Saft pro Tag, so ein- bis zweimal wöchentlich zu trinken.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at



*** Naturheilmittel gegen Heuschnupfen
Frühjahr das ist die Zeit, wo man die sprießende Natur genießen möchte. Doch für Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, wird die Natur plötzlich zum Feind. Immer mehr Menschen leiden an Heuschnupfen und für sie kann ein Frühjahrsspaziergang unangenehm enden die Augen brennen, die Nase rinnt und auch Atembeschwerden können auftreten. Die Medizin kann diese Symptome wirkungsvoll behandeln. Pflanzliche Heilmittel eignen sich gut zur Selbstanwendung und sie können nicht nur helfen, die Symptome zu lindern, sondern sich insgesamt positiv auf das überreagierende Immunsystem auswirken.
Betula Pendula
Unser Immunsystem
Schauplatz der Allergien ist das Immunsystem. Das Wort immun kommt von lateinisch immunis, frei sein von Lasten, Strafen oder Bürden. Etwas weiter gefasst sind die Attribute privilegiert, rein, unversehrt, man denke an die Immunität parlamentarischer Abgeordneter. Das Immunsystem hat die Aufgabe, den Körper vor Infektionen durch Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten zu schützen. Das Immunsystem besteht aus zwei funktionellen Einheiten: der angeborenen, eher unspezifischen Abwehr und der erworbenen spezifischen Abwehr. Die unspezifische Immunantwort stützt sich auf Fresszellen (Makrophagen, etc.), die Eindringlinge einschließen und abbauen. Das spezifische Abwehrsystem ist von T- Lymphozyten schon vorgewarnt und weiß, welche Feinde kommen. Die B- Lymphozyten erzeugen die Antikörper, auch Immunglobuline genannt, mit denen die Antigene der Feinde maßgeschneidert bekämpft werden können.

Ist das Antigen ein Bakterium, wird unter dem Einfluss bestimmter Teile des Immunsystems die Membran der Bakterienzelle geschädigt, das Bakterium platzt. Ist das Antigen allerdings ein Allergen oder Toxin, können nach der Sensibilisierung Immunkomplexe entstehen, die für bestimmte allergisch- entzündliche Erkrankungen verantwortlich sind.

Körpereigene Entzündungsstoffe
In den Körperflüssigkeiten oder Körpergeweben sind Botenstoffe vorhanden, die schnell zur Verfügung stehen, die Prostaglandine und Zytokine, die hormonartig in Entzündungsprozesse eingreifen können. Letztere können sowohl zur unspezifischen Immunität beitragen (z.B. Interferon- Alpha mit allgemein antiviralen Eigenschaften oder Interleukin-1 zur Fieberstimulation), als auch zur spezifischen Immunität (z.B. Interleukin-2 als T-Zell-Wachstumsfaktor). Histamin ist ein Gewebshormon, das als Entzündungsstoff für die Beschwerden der klassischen Allergien wie Heuschnupfen, Asthma, etc. verantwortlich ist.

Was sind Allergien?
Der Begriff Allergie geht auf den Wiener Kinderarzt Pirquet zurück, der ihn 1906 in Analogie zu Energie (en- ergeia, körpereigene Kraft) als Reaktion auf körperfremde Stoffe all- ergeia, (allos, griech. anders, ergon, griech. wirken) also Allergie nannte.Die Allergie ist eine Fehlfunktion in Form einer Überaktivität des Immunsystems. Es gibt verschiedene Typen von Allergien, je nach der Reaktion des Immunsystems. An der allergischen Reaktion des Sofort- Typs (Typ 1) ist vor allem das Immunglobulin IgE beteiligt. Diese Antikörper besetzen bestimmte Zellen im Blut und den Schleimhäuten. Durch einen überhöhten Spiegel an IgE werden die histaminproduzierenden Mastzellen so stark angeregt, dass sie in einer überschießenden Reaktion ihren gesamten Vorrat an Histaminen freisetzen. Die Folgen kennen Heuschnupfenpatienten rinnende Nase, tränende Augen und juckende Schleimhäute. Die starke Schleimhautdurchblutung durch die Histamine führt zu deren Schwellung.Andere wildgewordene Mediatoren, vor allem Leukotriene, veranlassen die glatte Muskulatur in der Lunge zum Zusammenziehen, wodurch sich die Bronchien kontrahieren- ein allergischer Asthmaanfall beginnt.

Wann zum Arzt?
Grundsätzlich sollte man beim ersten Verdacht, dass die rinnende Nase im Frühjahr kein gewöhnlicher Schnupfen ist, den Arzt konsultieren. Er kann Untersuchungen veranlassen, auf welche Allergene die Symptome zurückzuführen sind. Ein nicht behandelter Heuschnupfen kann sich zu einem Asthma entwickeln, bei 40% der Heuschnupfenpatienten wurde eine bronchiale Überaktivität als Vorstufe des Asthmas gefunden. Neben symptomatischen Medikamenten wie Antihistaminika oder cortisonhaltigen Nasensprays gibt es die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung), bei der Allergene injiziert werden, um den Körper langsam an allergieauslösende Stoffe zu gewöhnen. Derzeit wird übrigens intensiv an der Entwicklung eines Impfstoffes gearbeitet, bei dem durch eine einzige Spritze eine Desensibilisierung gegen Birkenpollen erreicht werden könnte.

Böse Pollen
Heuschnupfen (Pollinasis) ist eine allergische Reaktion auf die männlichen Samenzellen verschiedener Pflanzen. So reagieren die Frühblütler- Allergiker schon ab Februar auf Hasel, im März auf Erle und ab April auf Birke. Sehr viele Menschen reagieren ab Mai allergisch auf Gräser oder Getreide wie Roggen und Mais. Die Heuschnupfen Saison endet dann ab August mit Beifuss und dem besonders aggressiv allergenen Ragweed (Traubenkraut).

Achtung - Kreuzreaktionen
Die wichtigsten Pollenallergene können in sechs Gruppen zusammengefasst werden, innerhalb derer Kreuzreaktionen zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern möglich sind. Birkenpollen bringen Kreuzreaktionen zum Beispiel nicht nur mit Erle, Hasel, Hainbuche, etc., sondern auch mit Lebensmitteln wie Äpfel, Pfirsiche, Kirschen, Nüssen, Karotten und Tomaten. Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, sollten sich daher genau informieren. Informationen liegen üblicherweise bei Ärzten auf oder sind beim Pollenwarndienst (www.pollenwarndienst. at) nachzulesen.

Was kann man selber tun?
Abgesehen von Ratschlägen wie durch Verreisen den aktuellen Pollen auszuweichen (wer kann sich das schon leisten?), Fenster beim Autofahren zumachen, täglich Haare waschen und noch etliche andere, ist durchaus anzuraten, auch auf die Kraft einiger speziell aufbereiteter pflanzlicher Heilmittel zu vertrauen. Sie eignen sich durchaus zur Selbstanwendung und lassen sich auch mit medizinischen Maßnahmen kombinieren.

Omega-3- Fettsäuren in Heilpflanzen
Manche typischen Entzündungszeichen von Allergien lassen sich abmildern, wenn die Rohstoffe bestimmter Entzündungsmediatoren reduziert oder verdrängt werden. Einer dieser Rohstoffe ist die Arachidonsäure, eine Omega-6- Fettsäure, die Ausgangssubstanz für Prostaglandine, Leukotriene, etc. Einige dieser Gewebstoffe halten die Entzündungsreaktionen aufrecht. Wichtig ist die Zufuhr von Omega-3- Fettsäure vor allem bei Autoimmunerkrankungen wie Polyarthritis, unterstützend können sie aber auch bei Allergien wie Heuschnupfen wirken.Fisch ist besonders reich an Omega-3- Fettsäuren, also in der Pollensaison weniger Fleisch und mehr Fisch essen. Aber auch in Leinöl, Walnussöl, Rapsöl und Sanddornkernöl sind relevante Mengen an Omega-3- Fettsäuren enthalten.

Besonders empfohlen werden kann eine Pflanze, die über die japanische Küche und die Popularität von Sushis zu uns gekommen ist:Schwarznessel, japanisch Shiso (Perilla frutescens) gibt es noch nicht als fertiges Präparat, aber bei Gärtnern als dekorative Pflanze zu kaufen. Das aromatische Shiso passt aber nicht nur zu Sushis, sondern auch in alle Wok- Gerichte. Auch wenn die Omega-3- Fettsäure vor allem in den Samen von Shiso zu finden ist, kann der Genuss des Krautes allen Allergikern empfohlen werden.

Schwarzkümmelsamenöl zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Linolsäure aus, die ein Hauptvertreter der Omega-6- Fettsäuren ist. Diese sind die Gegenspieler der Omega-3- Fettsäuren. Im Organismus entsteht aus ihnen auch die Dihomo- Gamma- Linolensäure, die wieder zur Bildung von Prostaglandin E1 führt, das eine entzündungshemmende Wirkung und eine stabilisierende Wirkung auf die Bildung von allergischen Mediatoren hat. Vor allem enthält das Schwarzkümmelöl ein ätherisches Öl, das eine bronchienerweiternde und sekretionsfördernde Wirkung hat. Pollenallergikern kann daher empfohlen werden, in ihrer jeweiligen Saison regelmäßig 1 bis 2 Kapseln mit Schwarzkümmelsamenöl zu schlucken.

Küchengemüse mit antiallergischem Potenzial
Die Küchenzwiebel enthält Schwefelverbindungen, die Thiosulfinate, die eine Histaminfreisetzung durch die IgE- Globuline hemmen können. Auch das Quercetin, ein in der Küchenzwiebel vorkommendes Flavonoid, zeigte in Untersuchungen eine Hemmung der Histaminfreisetzung. Berichte über anti- asthmatische Effekte der Zwiebel lassen auch für die Indikation Heuschnupfen positive Effekte erwarten. An Fertigpräparaten mangelt es noch, also kann nur empfohlen werden, täglich 100g frische Zwiebeln zu essen oder 3 mal täglich 1 EL Zwiebelfrischpresssaft einzunehmen.

Birkenknospen gegen Birkenallergie?
Die Gemmotherapie, die bei uns leider noch viel zu wenig bekannt ist, nutzt als Heilmittel die Knospen oder Sprossen von Pflanzen. Die Wirkung geht darauf zurück, dass die Knospen ein besonders enormes Teilungs- und Wachstumspotential haben. Ihre Zellverbände enthalten das gesamte genetische Programm der Pflanze. Dieses Programm führt im Verlauf des Wachstums zu einer zehnfachen Masse an Pflanzengewebe, dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Vielzahl an Teilungen Fehler unterlaufen, recht hoch. Die Knospen sind daher reich an bestimmten Phytohormonen wie den Auxinen oder Giberellinen, die verhindern, dass es bei den Pflanzen zu Fehlentwicklungen kommt. Gemmomazerate helfen auch beim Menschen vor allem dort, wo Reparatur- und Regenerationsmechanismen im Körper angeregt werden sollten.

Johannisbeerknospen (Schwarze Ribisel, Ribes nigrum): Ist so bewährt gegen Allergien, dass das Mazerat manchmal als Pflanzliches Kortison bezeichnet wird. Es wirkt abschwellend und entzündungshemmend vor allem auch bei Heuschnupfen und sollte daher als Basismittel in der Saison täglich eingenommen werden (3 mal 10 Tropfen).

Birkenknospen: Sollten mit den Johannisbeerknospen kombiniert werden. Sie helfen vor allem bei Problemen in Nasen- und Rachenraum von Kindern. Bei Allergien helfen die Birkenknospen ein aus der Norm geratenes Immunprogramm in Balance zu bringen und haben eine antihistaminische Wirkung. In den Knospen sind noch keine Pollen, also keine Angst. Man nimmt Birkenknospenmazerat abwechselnd mit Johannisbeerknospen, also morgens 10 Tropfen Johannisbeer, dann mittags 10 Tropfen Birkenknospen und dann wieder Johannisbeer. Am nächsten Tag beginnt man mit den Birkenknospen.

Heckenrose: Generell wirken die Sprossen entzündungshemmend, immunmodulierend, weshalb sie auch bei Allergien eingesetzt werden können. Ein Schwerpunkt der Wirkung liegt im Atemwegsbereich und das vor allem bei Kindern, die ständig krank sind. Sollten also vor allem bei Kindern mit allergischen Atemwegserkrankungen eingesetzt werden, in Kombination mit den Birkenknospen.

Schneeball: Medizinisch wird der Schneeball bei uns nicht verwendet, im Gegenteil, er wird sogar als giftig betrachtet. Mittlerweile ist klar, dass man die Früchte des Schneeballs auch essen könnte. Das Knospenmazerat wird in der Gemmotherapie verwendet, da es entspannend auf Bronchien und Lunge wirkt. Das Mazerat kann also unterstützend bei Pollenallergien mit Hustenreiz eingesetzt werden.

Weißbuche (Hainbuche): Das Knospenmazerat hilft vor allem bei Allergien mit Atemwegsproblemen. Es wirkt auf die Schleimhäute der oberen Atemwege, beruhigt Hustenreiz und kann ebenfalls unterstützend zu den anderen Mazeraten eingesetzt werden.

Zitrone und Quitte gegen Heuschnupfen
Rudolf Steiner, der Begründer der anthroposophischen Medizin, stützte sich bei der Entwicklung stark auf die Signaturlehre von Paracelsus, der meinte, dass die inneren Qualitäten einer Pflanze sich an ihrem Äußeren erkennen lassen. Gegen Heuschnupfen hat Rudolf Steiner auf der Basis dieser Erkenntnis ein besonderes Heilmittel entwickelt. Zitronen umhüllen mit ihrer derben Schale ein saftiges Inneres, man könnte sagen, sie sind ein Sinnbild der zentripetalen Kräfte. Beim Heuschnupfen überwiegen die zentrifugalen Kräfte beim Niesen spritzt nur so das Sekret nach außen und die Augen rinnen fortwährend. Eine andere Flüssigkeitsbildung findet sich in der Quitte die Frucht ist zwar hart, doch wenn man sie erhitzt, ist sie eine der saftreichsten Früchte und hat dazu viele reizmildernde Schleimstoffe in den Kernen. Aus diesen beiden Pflanzen hat die anthroposophische Medizin Heilmittel entwickelt, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Am wirkungsvollsten wäre die Anwendung in Form subkutaner Injektionen, die sollte aber einem anthroposophischen Arzt vorbehalten bleiben. Zur wirkungsvollen Selbstanwendung eignen sich dagegen Lösungen zur nasalen Anwendung (mit einem Wattestäbchen die Nasenschleimhaut einpinseln) oder Augentropfen. Statt der Zitronen Quitten Augentropfen könnte man auch Euphrasia (Augentrost) Tropfen verwenden, die vor allem dann helfen, wenn die Augenbindehäute rot sind und jucken.

Homöopathie gegen Heuschnupfen
Die homöopathischen Mittel, die zur Selbstanwendung empfohlen werden können, dienen höchstens zur Linderung der Symptome. Eine Basisbehandlung muss einem in Homöopathie ausgebildeten Arzt vorbehalten bleiben.

Galphimia D4: Die homöopathische Zubereitung dieser mexikanischen Heilpflanze ist noch nicht so lange in der Therapie, hat sich aber bei Heuschnupfen sehr bewährt. Sie hilft vor allem bei Juckreiz im Hals, brennenden Augen und Niesreiz mit gleichzeitig rinnender Nase. In der Anfallzeit nimmt man täglich 3 mal 5 Globuli.

Euphorbium D6: Die Wolfsmilch nimmt man in erster Linie dann, wenn heftiger Niesreiz das Hauptsymptom ist, sei es, ob der Niesreiz nicht zum Niesen führt oder heftiges Niesen nicht gestoppt werden kann. Täglich 3 mal 5 Globuli.

Euphrasia D6: Den Augentrost nimmt man dann, wenn die Symptome sich vor allem in den Augen bemerkbar machen. Die Tränen sind scharf, die Nase rinnt auch, es brennt aber nicht. Täglich 3 mal 5 Globuli.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at



*** Wenn die Gelenke schmerzen
Im Frühling drängt es die Menschen raus ins Freie, man spürt einen vermehrten Bewegungsdrang, doch leider gibt es viele Menschen, bei denen durch Gelenksschmerzen die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Es gibt eine Reihe von Heilpflanzen, deren Einsatz entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken kann.
Brennessel (Urtica dioica)
Arthritis oder Arthrose
Bei Gelenkserkrankungen unterscheidet man zwischen entzündlichen oder degenerativen Formen. Die Arthritis (arthros, griech. Gelenk, Endungen mit itis deuten eine entzündliche Erkrankung an) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung unterschiedlicher Gelenke, deren Ursachen bis heute noch nicht vollständig geklärt sind. Sie zählt zum rheumatischen Formenkreis und es werden fehlgesteuerte Abwehrreaktionen des Körpers gegen die Gelenkinnenhaut angenommen, die zu massiven Entzündungsreaktionen im Gelenkbereich führen. Werden diese Prozesse nicht aufgehalten, kommt s zu immer stärkeren entzündlichen Schüben, an deren Ende die völlige Zerstörung des Gelenkknorpels steht.

Die sekundäre Arthrose (Endungen mit ose stehen für degenerative Erkrankungen) ist die Folge von entzündlichen Gelenkprozessen. Es gibt aber auch die sogenannte primäre Arthrose, die durch ein Übermaß an Belastung, zum Beispiel durch Übergewicht, Überbelastung bei bestimmten beruflichen Tätigkeiten oder auch durch angeborene Gelenksfehlstellungen entstehen kann. Gelenksverschleiß ist sozusagen die umgangssprachliche Bezeichnung für die Arthrosis deformans (deformare, lat. verstümmeln). Ungefähr 20 % der Weltbevölkerung leiden im Alter an einer Arthrose, damit gehört die Arthrose zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt.

Die Arthrose
Je nach Lokalisation werden die Arthrosearten unterschiedlich benannt, z. B. die Arthrose des Hüftgelenks ist die Coxarthrose, die des Kniegelenks die Gonarthrose, die der Wirbelsäulengelenke die Spondylarthrose.
Arthrosen entstehen über einen längeren Zeitraum, es ist ein langsam fortschreitender Umbauprozess des Gelenkknorpel, die viele Jahre symptomlos verlaufen kann und sich erst viel später, wenn die degenerativen Veränderungen schon fortgeschritten sind, bemerkbar macht.

Arthrose nicht nur durch zuviel Bewegung
Arthrosen entstehen meist durch falsche Belastung der Gelenke, doch nicht nur durch Überbeanspruchung, sondern auch durch zu wenig Bewegung in Kombination mit Übergewicht.

Folgen der Arthrose
Die Gelenkfläche, die mit einer glatten Knorpelschicht überzogen und von der die Gelenksflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) produzierenden Gelenksknorpel umschlossen ist, wird bei der Arthrose vermehrt abgerieben. Die Folge ist eine zunehmende Zerstörung des Gelenkknorpels, eine Entzündung der Innenschicht der Gelenkkapsel und ein zunehmender Verlust der Gelenkfunktion. Weil die Entzündungsreaktion eher gering ausfällt, wird die Arthrose als nichtentzündlich eingestuft, es gibt aber Situationen, wo durch Überbelastung es zu einer Reizung der Gelenksinnenhaut kommt- dann zeigt sich das Gelenk mit Entzündungszeichen, es ist rot, heiß, geschwollen und schmerzt.

Wann zum Arzt
Es sollte selbstverständlich sein, dass man so früh wie möglich den Arzt aufsucht, um einen totalen Verschleiß des Gelenks zu vermeiden. Aber auch der Einsatz von Heilpflanzen sollte rechtzeitig erfolgen.

Was kann man selber tun
Es gibt viele Studien, die gezeigt haben, wie wichtig gesunde Ernährung zur Vorbeugung von Gelenksbeschwerden sein kann. Also den Gemüseanteil in der Nahrung erhöhen, Übergewicht vermeiden, das sind Grundbedingungen. Weiters ist es wichtig, zur Entlastung des Bindegewebes die Ausscheidungsorgane Niere, Darm, Leber und Haut durch Heilpflanzen anzuregen. Das Frühjahr empfiehlt sich für eine solche Stoffwechselkur. Als Heilpflanzen kommen Löwenzahnwurzel, Birkenblätter und Brennnesselblätter, am besten in Form von Tees in Frage. Außerdem kann man die Gefäße und damit die Durchblutung steigern durch den Genuss von Bärlauch, Gundelrebe und anderen Wildkräutern

Brennnessel (Urtica dioica)
Die wichtigste Pflanze, die seit Urzeiten in der Rheumatherapie verwendet wird, ist die Brennnessel, die hemmend auf die Bildung von Zytokinen wirkt. Das sind Entzündungsmediatoren, eine Reduzierung wirkt somit deutlich schmerzlindernd. Studien haben ergeben, dass bei Patienten, die tgl. 50g Brennnesselmus zu sich nehmen, eine signifikante Besserung des Symptome eintrat. Also im Frühjahr so oft wie möglich Brennnesselspinat essen oder auf fertige Präparate zurückgreifen, die es in hochdosierter Form in der Apotheke gibt. Der Brennnesseltee dagegen ist harntreibend und regt damit die Harnsäureausscheidung an, was bei der Arthrose ebenfalls hilfreich sein kann.Regelmäßiger Einsatz von Brennnessel könnte auch helfen, eine afrikanische Pflanze zu schützen.

Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)
Sie wächst in der Kalahariwüste und entwickelt großknollige Wurzeln, die als Arznei genutzt werden. Nur kurze Zeit im Jahr blüht die Teufelskralle und hat dann Zeit, Früchte zu entwickeln, die lange Arme mit Widerhaken aufweisen, daher der Name Teufelskralle. Die Teufelskralle ist mittlerweile stark bedroht, ein schonender Umgang mit den Wildbeständen ist daher notwendig. Allerdings ist die Teufelskralle die wirkungsvollste Heilpflanze bei rheumatischen Erkrankungen und Verschleißerscheinungen.Die Teufelskralle enthält Bitterstoffe (sie ist sehr bitter!!), dazu Phytosterine, Triterpene und Flavonoide. Wissenschaftlich gut untersucht kann man der Teufelskralle eine entzündungshemmende, antiarthrotische und schmerzlindernde Wirkung zusprechen. Aus Sicht der Phytotherapie kann also der Einsatz der Teufelskralle bei degenerativen Gelenkserkrankungen der Extremitäten und der Wirbelsäule empfohlen werden.

Anwendung: Der Tee ist sehr bitter, es gibt aber viele Fertigpräparate.
Achtung: Nicht bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.

Hagebutte (Rosa canina)
Der Hagenbuttentee zum Frühstück ist sicher sehr gesund. Die Anwendung der Hagenbutten gegen Gelenksprobleme erfolgt durch ein Pulver aus dem Fruchtfleisch der Hagenbutten, das in Form von fertigen Präparaten in der Apotheke erhältlich ist.In Dänemark und Schweden wurden Hagebutten schon vor 20 Jahren quasi entdeckt als Mittel gegen Arthrosen und in der Folge wissenschaftlich gut untersucht. Das Fruchtfleisch der Hagebutte enthält neben vielen Vitaminen, Carotinoiden und Flavonoiden vor allem auch Galaktolipide (GOPO), die für die positive Wirkung auf die Gelenke verantwortlich gemacht werden.Das Pulver, das aus der ganzen getrockneten Frucht samt den Kernen besteht, wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und hilft, die Morgensteifigkeit, die bei Arthrose so typisch ist, zu bessern. Studien zeigten, dass sich durch Einnahme des Pulvers die Hüft- und Kniegelenksbeweglichkeit verbessert. Außerdem kann das Pulver auch das LDL, das negative Cholesterin senken, was sich positiv auf die Gefäße auswirkt.

Anwendung: Kurmäßig! Die volle Wirkung setzt nach 4- 6 Wochen ein, bis dahin sollte eine Tagedosis von 5g Pulver eingenommen werden, die dann auf eine Erhaltungsdosis von 2,5g reduziert werden kann.

Schmerzlindernde Heilpflanzen
Eine große Anzahl von Heilpflanzen enthält Vorstufen von Salicin, die dann im Körper zu Salicylsäure umgewandelt werden und schmerzstillend wirken. Dazu zählt vor allem die Weidenrinde, aber auch das Mädesüß, pharmakologisch Wiesenspierstaude genannt, die Eschenblätter und die Pappelblätter. Weidenrinde gibt es in der Apotheke als Tee oder fertige Präparate. Auch das Mädesüß gibt es als Droge für angenehm schmeckenden Tee. Eschenblätter, Pappelrinde und Weidenrinde gibt es in Kombination als fertiges Präparat.

Äußerliche Heilpflanzenanwendungen
Begleitend zur innerlichen Einnahme empfehlen sich bei Arthrosen äußerliche Anwendungen von Heilpflanzen zur vermehrten Stoffwechselförderung im Gewebe, Entzündungshemmung und Schmerzlinderung. Sie werden entweder in Form von Ölauszügen, Tinkturen oder als Tees, die dann für Umschläge und Wickel genutzt werden, angewendet.

Johanniskrautöl wirkt durchblutungsfördernd und durchwärmend, somit muskelentspannend. Es kann als Einreibung oder als angewärmte Ölkompresse angewendet werden. Gut geeignet ist es als Trägeröl für ätherische Öle wie Rosmarin, Lavendel und Wacholder, wodurch das Wirkungsspektrum erweitert wird.

Arnikatinktur: Sie ist das Volksheilmittel bei Gelenksbeschwerden. Bei äußerlicher Anwendung ist sie hervorragend bei allen rheumatischen und neuralgischen Schmerzzuständen, was auch Studien belegt. Arnika hilft vor allem bei Gelenksbeschwerden mit morgendlichem Zerschlagenheitsgefühl.Arnikatinktur für Umschläge muss immer 10- fach verdünnt werden, sonst kann es zu Hautirritationen kommen. Als Fertigpräparate gibt es aber auch Salben.Achtung: Nicht bei Korbblütlerallergien.

Wacholdertinktur:Wacholder wirkt durchblutungsfördernd, erwärmt und entschlackt die Muskeln und entlastet dadurch die Gelenke. In der Apotheke gibt es Wacholder nur als Zusatz bei Mischpräparaten. Er lässt sich aber leicht selber herstellen.Zubereitung: 1 Glas zur Hälfte mit Wacholderbeeren füllen, mit 40 % Alkohol übergießen. 3 Wochen an einem warmen Orrt stehen lassen, abfiltern. Anwenden als Einreibung.

Beinwell: Beinwellsalbe ist wieder in der Apotheke erhältlich. Sie hilft, wie Studien zeigten, vor allem bei schmerzhafter Arthrose des Kniegelenks, kann aber sicherlich auch bei Problemen mit anderen gelenken verwendet werden.

Auflagen und Wickel
Chronische Prozesse reagieren gut auf Wärme, akute eher auf Kälte. Also bei akuten Schmerzen und Schwellungen eher einen kalten Topfenwickel anwenden.Bei chronischen Schmerzen empfiehlt sich die Anwendung eines Heublumensackes, den es in der Apotheke zu kaufen gibt. In Wasserdampf 15 Minuten erhitzen, vorsichtig ausdrücken und dann so heiß wie möglich auf die betroffene Stelle auflegen, mit einem Wolltuch fixieren und etwa 40 Minuten liegen lassen.

Der Kohlwickel stammt auch aus der Volksmedizin, kann aber sehr empfohlen werden. Man nimmt Kraut- oder Kohlblätter, wälzt sie mit einer Flache, so dass der Saft auszutreten beginnt. Vor der Anwendung über Wasserdampf erwärmen und dann auf das betroffene Gelenk auftragen. Kohlwickel verbessern die Situation um die Gelenke, wirken Schmerz- und Verspannungszuständen entgegen und fördern die Durchblutung.

Gemmotherapie gegen Arthrosen
In der Gemmotherapie, die bei uns leider noch zu wenig bekannt ist, werden die Knospen der Pflanzen verwendet. Sie werden in Form von Glycerinmazeraten eingenommen und wirken quasi als Reparaturmechanismen in unserem Körper. Vor allem die Knospen der Nadelhölzer helfen, Gelenke wieder zu reparieren.

Tanne: Wirkungsrichtung: Das Mazerat aus den Wipfeln hat sich bei allen Dekalzifikationserscheinungen bewährt.

Anwendungsgebiete: Hat sich zur Behandlung von Arthrosen (v. a. Hüftarthrose), sehr bewährt. Abwechselnd mit Bergfichtenmazerat einnehmen.

Bergfichte : Im Handel ist das Mazerat unter dem fälschlichen Namen Bergfichten- Knospen. Tatsächlich stammt es von der Berg- Kiefer, die besser als Latsche bekannt istWirkungsrichtung: Remineralisiert die Knochen und hilft bei Abnützungserscheinungen , entzündungshemmend.

Anwendungsgebiet: Bei vielen Arthrosen (Hüft- , Kniegelenks-, Rückenwirbelarthrosen), rheumatoide Prozesse (entzündliche und degenerative Formen), Osteoporose.
Einnahme: morgens 10 Tropfen Tanne, abends 10 Tropfen Bergfichte über längeren Zeitraum einnehmen

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at



*** Gemmotherapie, die Heilkraft der Knospen
Der Frühling ist ins Land gezogen und die Knospen der Bäume und Sträucher beginnen zu sprießen. Bei unseren Altvorderen war es durchaus üblich, solche Knospen zu verspeisen, z.B. die Palmkätzchen, was mit Sicherheit durch heilende Wirkstoffe wie Salicylsäure der Gesundheit nur förderlich war. Doch es gibt auch eine Therapieform, bei der die Knospen verwendet werden.
Mammutbaum (Sequoia gigantea)
Was ist Gemmotherapie
Gemma ist das lateinische Wort für Knospe und die Gemmotherapie ist eine Methode, bei der heilmittel aus frischen Pflanzenteilen wie Knospen, jungen Triebsprossen und Wurzelspitzen eingesetzt werden. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass in solchem Embryonalgewebe die Lebens- und Wachstumskräfte einer Pflanze am höchsten sind. Die Gemmotherapie geht davon aus, dass diese dem Menschen als Vitalisierungs- und Regenerationskräfte dienen können.

Gemmotherapie- bei uns kaum bekannt
Wir verdanken die Entdeckung der Knospenkräfte dem belgischen Arzt Dr. Henry Pol, dessen Therapie vor 50 Jahren in Frankreich aufgenommen wurde und die auch Eingang in die Pharmacopee francaise, also das französische Arzneibuch fand. In Frankreich ist diese Therapieform auch recht bekannt und die Knospenmittel werden viel verwendet. Bei uns dagegen ist sie eher unbekannt und es gibt bislang auch nur Bücher in französischer Sprache zu dem Thema. Doch kann man sich auch ohne Französischkenntnisse ausführlich über die Gemmotherapie informieren, da ein Buch des Tierarztes Dr. Steingassner dazu erschienen ist. Er setzt die Gemmomazerate erfolgreich in seiner Praxis ein.

Die Gemmotherapie ist eine auf wissenschaftlichen Grundlagen basierende Methode, zu deren Anwendung eine Ausbildung nötig ist. Leider gibt es in Österreich sehr wenig Ärzte, die sie praktizieren. Doch einige Der Knospenmittel sind zur Selbstanwendung sehr gut geeignet und man kann sie über Apotheken beziehen. Hergestellt werden die Mittel, indem frische Pflanzenknospen, Treibsprosse und Wurzelspitzen in Glycerin mazeriert, d.h. ausgezogen werden.

Knospen und Sprossen- die teilungsaktivsten Teile der Pflanzen
Embryonales Gewebe hat ein enormes Teilungs- und Wachstumspotential. Die teilungsaktiven Zellverbände enthalten das genetische Programm einer Pflanze, das heißt in ihnen ist die gesamte Information der Pflanze enthalten. Dieses Programm führt im Verlaufe des Wachstums zu einer zehnfachen Masse an Pflanzengewebe. Die Knospen haben zwar ein enormes Wachstums- und Teilungspotential, aber auch eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass bei der Vielzahl an Teilungen Fehler unterlaufen. Um sich vor solchen Fehlteilungen zu schützen, bedient sich das Embryonalgewebe bestimmter Phytoproteine.

Die Knospen sind daher reich an solchen Eiweißstoffen, aber auch an Enzymen und Wachstumshormonen. Die Auxine sind pflanzliche Hormone, die das Streckungswachstum der Sprossen fördern, sie spielen aber auch bei der Abwehr von krankmachenden Einflüssen eine Rolle, indem sie die Bildung von bestimmten Kohlehydraten anregen. Diese wiederum schützen die Pflanze vor Pilzen, Bakterien und Viren. Eine zweite Gruppe von Phytohormonen in den Knospen sind die Gibberelline, deren wesentlichste Aufgabe ist, zu verhindern dass es bei den Pflanzen zu Fehlentwicklungen wie beispielsweise Zwergwuchs kommt.

Man kann daher sagen, dass Gemmomazerate beim Menschen vor allem dort helfen können, wo Reparatur- und Regenerationsmechanismen im Körper angeregt werden sollten.

Bäume- das Grundgerüst der Gemmotherapie
Dr. Henry Pol maß den Knospen der Bäume eine besondere Rolle zu. Er war der Überzeugung, dass der Baum die höchste Entwicklungsstufe in der Flora darstellt. Obwohl der Baum es schafft, ein enormes Gerüst zu entwickeln, kann er sich Jahr für Jahr durch seine Treibspitzen aufs Neue verjüngen. Ein schönes Beispiel dafür ist der Olivenbaum, der tausende Jahre werden kann, dennoch jedes Jahr genug embryonales Gewebe entwickelt, sozusagen ein Musterbeispiel für ewige Jugend.

Sträucher und Kräuter
Bei der Gemmotherapie werden nur Pflanzenkombinationen verwendet, wie sie auch in der Natur vorkommen. Welche Pflanzen in einem bestimmten Areal nebeneinander wachsen, ist kein Zufall. Es hängt von der Art des Biotops ab, so gibt es Pflanzen, die nur auf sauren Böden wachsen, andere dagegen bevorzugen kalkhaltige. Die Entwicklung eines Waldes ist ebenfalls dadurch geprägt, welche Pflanzen eine bestimmte Bodenbeschaffenheit bevorzugen oder an sie angepasst sind. Dabei entwickeln sich zwischen den Pflanzen eines solchen Biotops Synergie- Effekte. In der Gemmotherapie werden Leitbäume gemeinsam mit denen in ihrem Umfeld wachsenden Sträuchern eingesetzt. Die Kräuter dieses Biotops werden ebenfalls verwendet, üblicherweise in Form einer Tinktur aus den Blättern und dienen zur Drainage, also sozusagen zur Entsorgung der Trümmer der durch die Baumknospen ausgelösten Prozesse. Bei Einzelgängern wie dem Nussbaum werden dann nur seine Knospen einzeln verordnet.

Wo können Gemmomazerate sinnvoll helfen?
Der holländische Therapeut Francois Ramarkers brachte einen neuen Aspekt in die Gemmotherapie ein, indem er die Waldentwicklung mit den Wandlungsphasen der Traditionellen Chinesischen Medizin in Einklang brachte. Birken und Erlen wachsen gerne auf feuchten Böden, sie entsprechen der Entwicklung zwischen der Wandlungsphase Wasser und Holz, also der Zeugung und dem folgenden Kindesalter. Der Eichenwald entspricht der Feuer- Phase, sozusagen dem Höhepunkt unseres Lebens. Die Eichen entziehen dem Boden so viele Mineralstoffe und lagern es ein, weshalb ihr Holz so hart ist. Auf solchen ausgelaugten Böden kann sich dann nur mehr ein Buchenwald entwickeln. Ihre Wurzeln gehen nicht mehr so tief in den Boden, die Buche wächst in die Breite und entwickelt ein dicht Baumkrone, in deren Schatten nur mehr wenige Pflanzen gedeihen können. Buchen erschöpfen den Boden. In der TCM entsprechen sie der Wandlungsphase Metall, also dem Lebensabschnitt nach dem Erreichen des Zenits, z.B. der Menopause der Frau. Buchenknospen können daher Frauen in dieser Phase helfen und eine sinnvolle Kombination von Knospenmazeraten kann wirkungsvoll gegen Osteoporose eingesetzt werden. Als nächste Phase kann auf den ausgelaugten Böden nur mehr eine Heidekrautschicht, gemeinsam mit Wacholder wachsen. Sie dienen der Regenerierung des Bodens, indem sie ihn mit Kieselsäure anreichern. Knospenmittel dieser Phase entsprechen daher aus chinesischer Sicht der Zeit zwischen Metall und Wasser, der Zeit, wo auch beim Menschen alles ausgelaugt ist und starr und brüchig wird.

Gemmotherapeuten können sehr wirkungsvolle Therapien, gerade bei Alterungsprozessen einsetzen , das sollte allerdings darauf spezialisierten Therapeuten überlassen werden, da dafür auch konkrete Blutuntersuchungen notwendig sind.

Knospenmittel zur Selbstanwendung
(eine kleine Auswahl, genauere Beschreibung der vielen Mittel kann über Kontakt/Anfrage angefordert werden)

Johannisbeerknospen (Ribes nigrum, schwarze Ribisel): Sie ist das bis heute wohl best untersuchte Gemmotherapeutikum. Auf Grund ihrer hohen entzündungshemmenden Wirkung wird es gerne als pflanzliches Kortison bezeichnet. Anwendungsgebiete sind allergische Störungen, Heuschnupfen (die Pollen fliegen schon sehr fleißig!), Asthma. Ein wichtiger Indikationsbereich ist Arthrose und rheumatische Prozesse, da die Wachstumsfaktoren Auxine und Gibberelline eine Verlangsamung der Gewebs- und Gelenksalterung bewirken können. Die Knospen können Arthrosen nicht heilen, aber ein Fortschreiten der Krankheit bremsen und schmerzlindern wirken.

Bergfichtenknospen (Pinus montana): Helfen ebenfalls bei rheumatischen Erkrankungen, vor allem Arthrosen der Knie- und Hüftgelenke und Wirbelsäulenproblemen.

Birkenknospen (Betula pubescens): Entkalkung, Arthrosen, Nasen- und Rachenschleimhautproblemen von Kindern

Brombeerknospen (Rubus fruticosus): Regt Knochenbildung an, bei Knochenbrüchen und zur Vorbeugung von Brüchen bei älteren Menschen.

Feigenknospen (Ficus carica): Bei nervösen Erschöpfungszuständen, Ängsten, ausgleichend bei hyperaktiven Kindern

Hagebuttenknospen (Rosa canina): Schmerzmittel bei sämtlichen Schmerz- und Krampfzuständen wie Kopfweh, Migräne, Nervenschmerzen

Himbeersprossen (Rubus idaeus): Hilfreich bei sämtlichen Frauenproblemen von Menstruationsschmerzen, Geburtsvorbereitung bis hin zu Wechselproblemen.

Mammutbaumknospen (Sequoia gigantea): Das Männermittel, regt die Bildung männlicher Hormone an, also gegen männliche Wechseljahrsbeschwerden, Prostataprobleme Olivensprossen (Olea europaea): Stärkend bei allgemeiner Müdigkeit, Frühjahrsmüdigkeit, psychischer Schwäche, auch Gefäßmittel, unterstützend bei hohem Blutdruck und alterbedingten Gefäßproblemen

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at



*** Gehör in Gefahr
Eigentlich sollte der Advent die stillste Zeit des Jahres sein. Doch leider ist er zu einer hektischen Zeit geworden, die erfüllt ist von nicht immer leiser Weihnachtsmusik, wohin man auch kommt. Überhaupt ist unsere Welt sehr laut geworden und das Gehör ist von unseren fünf Sinnesorganen am meisten belastet und in Gefahr.
Ginko
Wie wir hören
Auditive Wahrnehmung nennt man den Vorgang des Hörens. Unser Ohr nimmt mit Hilfe der Ohrmuschel die Frequenzen unterschiedlicher Schallquellen aus der Umgebung auf und leitet den Schall durch den Gehörgang bis zum Trommelfell. Das straff gespannte Trommelfell beginnt zu schwingen. Die Schwingungen werden von den Knochen im Mittelohr bis zum 30 fachen verstärkt und über die Gehörknöchelchen zum Innenohr weitergeleitet. In der Schnecke des Innenohrs, das in den Bogengängen auch unseren Gleichgewichtssinn beherbergt, kreist Flüssigkeit. Die Sinneshärchen in der Schnecke reagieren und leiten Signale über den Gehörnerv an das Gehirn weiter. All das spielt sich in einer Geschwindigkeit von 340 m pro Sekunde ab, der Schallgeschwindigkeit. Wenn also die Schallwelle 1 m von uns entfernt ist, hören wir das Geräusch in 0,002 Sekunden. In dieser Zeit hat unser Gehirn die Zeit, das Geräusch zu analysieren und darauf zu reagieren: mit Angst, wenn wir dieses Geräusch noch nie gehört haben, mit Ärger, wenn wir es einer unerwünschten Lärmquelle zuordnen oder mit Freude, wenn ein lieber Mensch uns was zuflüstert.

Vom Hören und Sehen
Unser Hörsinn ist für unsere sozialen Beziehungen besonders wichtig, ist er doch unser Zugang zu Sprache und Kommunikation. Wir leihen jemanden unser Ohr oder schenken ihm Gehör, mit den Blicken werfen wir dagegen nur um uns. Die unterschiedliche Gewichtung des Hör- und Sehsinns zeigt sich auch darin, dass wir uns zwar ständig auf unsere Optik verlassen, aber nur selten ganz Ohr sind, nur selten noch wirklich zuhören können. Mit den Augen sehen wir die Oberfläche der Welt, die Phänomene. Mit unseren Ohren aber lauschen wir in die Tiefe zu den Wurzeln des Lebens. Das Verhältnis der beiden vorrangigen Sinnesorgane zeigt sich in unseren mitmenschlichen Beziehungen: wir sehen und hören einander. Über ersteres kommen wir in Kontakt, aber über das Hören können wir lernen, uns zu verstehen. Wie viel tiefer uns das Hören berührt, zeigen Reaktionen auf Hörstörungen. Mit dem Hören verlieren wir Mitschwingen mit unserem Umfeld, woraus sich psychische Störungen ergeben können. Ich höre, also bin ich beschreibt ein Musikwissenschaftler unseren Hörsinn. Wir beginnen hörend, denn schon kurze Zeit nach der Befruchtung entwickelt der Embryo erste Ansätze zur Bildung der Ohren. Wir enden hörend, wenn wir sterben und schon längst die Augen geschlossen haben, dann ist der Hörsinn von allen Sinnen der letzte, der erlischt. Das Wort aufhören bekommt somit eine besondere Bedeutung.

Vom Hören und Horchen
Selbst wenn Menschen ein ausgezeichnetes Gehör haben, können sie miserable Horcher sein. Die Art, wie wir zuhören, hat einen grundlegenden Aspekt auf alle Aspekte unseres Daseins. Hören und horchen sind also nicht ein und dasselbe. Hören muss man gezwungenermaßen, solange man keine absolut schalldichten Ohrstöpsel hat (obwohl auch dann keine absolute Stille herrscht, da unser Ohr eigene Geräusche erzeugt). Zum Hören ist also keine weitere Handlung nötig. Beim Horchen muss man sich aber bewusst dafür entscheiden, den Schall, der das Gehirn erreicht, zu entschlüsseln. Ein guter Horcher erkennt also wichtige Geräusche und kann die nebensächlichen Reize in den Hintergrund schieben. Schlechten Horchern gelingt diese Filtertätigkeit nicht, sie nehmen entweder alles auf, wobei sie unter Stress geraten oder sie schalten einfach ab, wobei sie lethargisch werden.

Lärm, das Problem unserer Zeit
Als Lärm (von frühhochdeutsch larman, Geschrei) werden Geräusche bezeichnet, die durch ihre Lautstärke und Struktur für den Menschen gesundheitsschädigend oder belastend wirken. In früheren Zeiten war Lärm vor allem ein Begriff aus dem militärischen Bereich und das italienische Wort für Lärm, all`arme bedeutet zu den Waffen und ist natürlich auch mit Alarm verwandt. Bei erhöhter Lärmbelastung befindet sich unser Körper folglich in Kampf- und Fluchtbereitschaft, Lärm löst Stress aus. Die Auswirkungen für unsere Gesundheit können enorm sein. Länger andauernder Lärm kann zu folgenden Beschwerden führen: erhöhter Blutdruck, Störung des Haushalts von Stresshormonen, insbesondere von Cortisol. Er führt auch zu einer Verminderung der Magensekretbildung und kann Ursache von Magengeschwüren werden. Vor allem kann sich Lärm schädlich auf das Gehör auswirken. Einschränkungen des Hörvermögens, vor allem durch berufbedingten Lärm, stehen an vorderster Stelle der Berufskrankheiten. Aber auch Freizeitlärm wie z. B. in Diskotheken sowie Walkmen oder iPods wird in seiner gehörschädigenden Wirkung oft unterschätzt. Laut Österreichischem Schwerhörigenbund (ÖSB) sind rund 20 % der Bevölkerung ab 14 Jahren (!) schwerhörig.

Hören mit Beeinträchtigung
Das Wort Hörschaden ist irreführend. Schwerhörige hören nicht schlecht, sie verstehen schlecht. Verschiedene Frequenzen werden nicht mehr wahrgenommen. Das Gehörte wirkt verschwommen, das Meer an Geräuschen kann schwer zugeordnet werden. Nebengeräusche werden als zu laut empfunden, das Gesprochene als zu leise. Ähnliche Laute können schlecht unterschieden werden, alles klingt gleich und muss dem Sinn des Gehörten zugeordnet werden. Das bedeutet für Betroffene eine große psychische Belastung. Doch die Entwicklung hörtechnischer Hilfsmittel kann Hilfe leisten. Man sollte also bei ersten Beobachtungen von Hörstörungen einen HNO- Arzt aufsuchen.

Jingle Bells im Ohr
Ein anderes Kapitel von Hörproblemen ist der Tinnitus aurium, das Ohrgeräusch. Darunter versteht man jede Art von Ohrgeräuschen, die auf keine äußere Schallquelle zurückzuführen sind. Das Wort kommt vom lateinischen tinnire, was klingeln bedeutet. Laut Öst. Tinnitus Liga sind rund eine Million ÖsterreicherInnen in unterschiedlichen Ausprägungen von Ohrgeräuschen betroffen. Tinnitus gilt nicht als eigenständige Krankheit, sondern als Symptom, dem eine tieferliegende Störung zugrunde liegt. Diese kann organischer Natur sein, ist aber in den meisten Fällen psychosomatisch bedingt. Um mögliche organische Ursachen wie Trommelfellrisse, Funktionsstörungen der Eustachischen Röhre zwischen Nase und Mittelohr, aber auch Probleme im Zahn- Kiefer- Bereich oder der Halswirbelsäule und eventuell Blutdruckprobleme abzuklären, empfiehlt sich natürlich ein Besuch beim Arzt. Der Zusammenhang zwischen Lärm und Tinnitus ist aber so unüberhörbar, dass der psychosomatische Hintergrund des Verlustes der inneren Stille nicht mehr übersehen werden kann. Die Botschaft eines Tinnitus liegt also darin zu erkennen, wie man wieder zu dieser inneren Ruhe kommen könnte. Der kleine Mann im Ohr sollte als Ratgeber und Mahner betrachtet werden, wie man mit Stress bzw. An- und Herausforderungen oder Überforderungen umgehen lernen kann.

Die TCM und der Tinnitus
Aus Sicht der TCM öffnet sich der Nierenmeridian in den Ohren. Mit Akupunktur, Ernährung zur Stärkung der Nierenessenz und vor allem aber auch mit Energie harmonisierenden Übungen wie Qi Gong kann oft geholfen werden. Eine Übung zur Selbsthilfe wäre die des heilenden Lautes für das Wasserelement, dem die Nierenenergie zugeordnet wird: Entspannt auf einem Stuhl sitzen, Augen schließen. Spüren Sie den Bereich der Nieren und die Verbindung zu den Ohren auf. Augen wieder öffnen, Beine so schließen, dass sich Knie und Knöchel berühren. Mit der rechten Hand die linke umfassen und beide um die Knie legen. Arme anspannen, bis man im Rückenbereich der Nieren einen Zug spürt und dann mit leicht geschlossenen Lippen Phhh bilden, so als wenn man eine Kerze ausblasen würde. Drei bis sechs mal wiederholen.

Pflanzliche Heilmittel
Das Hauptmittel, das auch medizinisch verschrieben wird, ist der Ginkgo. Leider hilft er nicht immer, da ja auch nicht immer Durchblutungsstörungen die Ursache des Tinnitus sind. Doch vielleicht verhilft eine Betrachtung des Ginkgo ein besseres Verständnis zu einer möglichen Wirkung zu bekommen. Der Ginkgo symbolisiert mit seinem zweilappigem Blatt, das in sich selbst die beiden Pole links und rechts vereinigt, das Gleichgewicht der Polaritäten. In unserer Kultur wird der linken Gehirnhälfte das kausal- analytische Denken zugeordnet und der rechten das analog- synthetische. Die Verarbeitung akustischer Reize unserer Ohren hat, wie die Wissenschaft zeigen konnte, mit der Verarbeitung in den beiden Hirnhälften zu tun. Die linke Gehirnhälfte dominiert in der Aufschlüsselung der Sprache, die rechte dagegen die Verarbeitung von Tönen und Musik. Da das Gehirn seitenverkehrt angelegt ist, kontrolliert die linke Gehirnhälfte die rechte Körperseite und damit das rechte Ohr und umgekehrt. Vielleicht hat Tinnitus auch damit zu tun, dass es an einer Hemisphärenkoordination fehlt und vielleicht kann der Ginkgo helfen, diese wieder herzustellen. Es kann also nicht schaden, bei Tinnitus Ginkgo einzunehmen. Empfehlenswert wäre aber in diesem Fall, nicht auf hochdosierte Präparate zurückzugreifen, sondern auf eine Tinktur aus den Blättern. Anwendung: Über längere Zeit täglich 2 mal 10 Tropfen Tinktur.

Weitere Heilpflanzen, die empfohlen werden können, sind Knoblauch (besser in Form fertiger Präparate) zur besseren Durchblutung und Mistel (auch in Form einer Tinktur), die ebenfalls helfen kann, ins Gleichgewicht zu kommen. Wenn Stress und Überbelastung die Ursachen des Tinnitus sind, empfiehlt sich die Einnahme von Hafer in Form der Avena sativa- Urtinktur (2 mal tgl. 10 Tropfen). Er ist das beste Mittel für Menschen, die von ihren Alltagsbelastungen stark in Anspruch genommen werden. Hafer fördert das Finden der inneren Mitte und vielleicht auch der inneren Ruhe.

Lavendel (von lat. lavare, reinigen) kann vielleicht energetisch reinigen und somit klärend auf ein inneres Ungleichgewicht wirken. Vor allem Tinnituspatienten, die aufgrund ihrer Ohrgeräusche unter Einschlafstörungen leiden, ist Lavendel empfehlenswert. Anwendung auch am besten als Tinktur (abends 10 Tropfen). Aus der Aromatherapie stammt der Rat, das reine ätherische Öl auf einen Wattebausch zu tropfen (ca. 3 Tropfen) und in die Ohrmuschel zu stecken, wenn der Tinnitus zu laut klingelt. Erfahrungsgemäß hat das schon in vielen Fällen bei Tinnitus geholfen. Nützlich sein kann zur generellen Entspannung aber auch, das Lavendelöl über Puls, Ellenbeuge, Schläfen und in die Vertiefung über den Schlüsselbeinen aufzutragen. Lavendelöl kann auch pur aufgetragen werden.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at



*** Heilsame Karde
Im Spätsommer findet man an Ruderalplätzen oft hohe Pflanzen, die wie Disteln aussehen. Alles an diesen Pflanzen ist stachelig, dennoch sind sie keine Disteln, sondern Karden. Als Heilpflanzen wurden sie selten genutzt, doch seit kurzem sind die Karden populär geworden, weil sie gegen Borreliose hilfreich sein sollen.
Karde (Dipsacus Fullonum)
Die Lyme- Borreliose
Den Namen hat diese Krankheit von Lyme, einer Stadt in Connecticut, USA, wo in den 1970er Jahren die Krankheit erstmals beschrieben wurde. Ausgelöst wird sie durch das Bakterium Borrelia burgdorferi aus der Gruppe der Spirochäten, zu denen auch Trepanema pallidum, der Erreger der Syphilis zählt. Der Schweizer Forscher Burgdorfer entdeckte diese Bakterien 1982 in den USA, weshalb sie seinen Namen erhielten. Auch in Europa gibt es Borrelien und sie alle lösen eine Erkrankung aus, die Borreliose genannt wird. Dass es gewisse Unterschiede im Krankheitsbild dieser Erkrankung in Europa gibt, wird den Betroffenen gleichgültig sein, auf jeden Fall ist die Borreliose die häufigste von Zecken übertragene Erkrankung. Schätzungen zufolge sind je nach Region 5 bis 40 Prozent der Zecken mit Borrelien verseucht und weitere Schätzungen ergeben, dass auch wieder je nach Region jeder 3. bis 10. Zeckenstich zu einer Infektion führt.

Borreliose, Krankheit mit schmerzhaften Folgen
Die Inkubationszeit, also die Zeit bis die ersten Krankheitssymptome auftreten, liegt bei 5 bis 30 Tagen. Doch nur bei 50 % aller Infizierten kommt es zu dem charakteristischen Hautausschlag, dem Erythema migrans (Wanderröte). In diesem Stadium empfiehlt die Medizin unbedingt eine Behandlung mit Antibiotika . Dennoch kann es zu einer Streuung der Bakterien im ganzen Körper kommen, bei der vor allem Gelenke und Muskeln und das periphere Nervensystem betroffen sind. Solche Spätfolgen sind meist sehr schmerzhaft. Wenn die Borreliose nicht ausreichend behandelt wird, kann sie immer wieder auftreten kommen, also die schmerzhaften Phasen immer wieder aufflackern.

Borreliose ernst nehmen
Da die Borreliose eine ernsthafte Erkrankung ist, sollte man sich beim ersten Verdacht sofort in ärztliche Behandlung begeben, die meist in einer Therapie mit verschiedenen Antibiotika besteht. In einer Zeit aber, in der auch Naturheilmittel populär sind, sind nun Ratschläge aufgetaucht, wie man mit pflanzlichen Mitteln gegen die Borreliose vorgehen kann. Allerdings sollte man den Einsatz solcher Mittel nur als unterstützende Behandlung betrachten.

Karde, wieder entdeckt als Heilpflanze
In Amerika, wo die Borreliose schon länger bekannt ist, begann der Phototherapeut Matthew Wood Überlegungen anzustellen, welche Heilpflanzen man gegen die Krankheit einsetzen könnte. Durch seine Kenntnis der chinesischen Kräuterheilkunde erkannte er, dass in der TCM eine chinesische Abart unserer Karde bei einem Symptomenkreis angewendet wird, der ganz ähnlich ist demjenigen der Borreliose. Er verwendete dann in der Folge diese Pflanze mit gutem Erfolg. Dipsacus asper ist der botanische Name dieses Kardengewächses, chinesisch wird es Xu Duan, Wiederhersteller dessen, was zerbrochen ist, genannt. Aus Sicht der TCM stärkt es die Leberenergie und da diese auch für Muskeln und Sehnen zuständig ist, hilft das in der Folge, Sehnen und Knochen zu nähren, wirkt also gegen Entzündungen im Bewegungsapparat und Erkrankungen wie Lumbago (Hexenschuss). Außerdem stärkt Xu Duan die Nierenessenz und hilft damit zu verhindern, dass Rücken und Kniegelenke steif werden und zu schmerzen beginnen. In der TCM ist Xu Duan ein sehr gebräuchliches Mittel.

Die wilde Karde
Der deutsche Anthropologe Wolf- Dieter Storl, ein ausgezeichneter Kenner der Heilpflanzen, überlegte, als er selber an einer Borreliose erkrankte, ob man diese Wirkung der chinesischen Karde auch von heimischen Arten erwarten könnte. Bei uns kommen einige Arten wild vor, die häufigste ist die Wilde Weber- Karde (Dipsacus fullonum). Die Weber- Karde (D. sativus) wurde früher dazu verwendet, Wolle und andere Textilfasern mit ihren Stacheln zu strählen, damit sie dann gesponnen werden konnten. Daher wurde diese Karde seit über tausend Jahren in Europa angebaut. Die Karden gehören zur Familie der Kardengewächse, sind also botanisch gesehen keine Disteln. Sie sind zweijährig, im ersten Jahr bilden sie eine Blattrosette, im nächsten Jahr schießen sie bis zur Blüte fast zwei Meter hoch. Der Blütenkopf hat lange, an der Spitze hakenähnlich gekrümmte Stacheln. Der Blütenstand beginnt in der Mitte zu blühen, in der Folge entsteht ein nach oben und unten wandernder Blütenring.

Die Signatur der Karde
Betrachtet man die Karde auf der Basis der Signatur dieses wandernden Blütenringes, könnte das mit ein bisschen Fantasie an das Erythema migrans, die Wanderröte bei der Borreliose erinnern. Man sollte solches Rangehen an Pflanzen nicht belächeln, war es doch die Basis der Heilpflanzenerkenntnis in früheren Zeiten und fast alle diese unwissenschaftlich erarbeiteten Erkenntnisse konnten wissenschaftlich auf der Basis der Inhaltsstoffe und klinischer Untersuchungen bestätigt werden. Die Karde hat noch eine besondere Eigenart- die Blätter sind an ihrer Basis verwachsen und formen dadurch ein Becken, das sich mit Regenwasser füllt. Biologen vermuten, dass die Pflanzen sich durch Insekten, die in diesem Becken ertrinken, zusätzliche Stickstoffnahrung holen. Die mittelalterlichen Kräuterdoctores nannten diese Becken Venusbecken und glaubten, dass das darin gesammelt Wasser ein Schönheitsmittel sei. Da dem Venusprinzip die Nieren zugeordnet sind, waren sie davon überzeugt, dass die Karde die Nieren stärken kann und somit hilft, toxische Stoffe aus dem Körper auszuleiten. Damit kamen sie zu einer ähnlichen Erkenntnis wie die TCM.

Karde, Pflanze der Volksmedizin
Als Heilpflanze geriet die Karde in Vergessenheit. In der Volksmedizin überlebte sie allerdings. Der äußerst bittere Tee aus der Wurzel wurde bei rheumatischen Schmerzen und Arthritis als Rosskur eingesetzt. Über Inhaltsstoffe ist leider wenig bekannt, aber vielleicht erweckt die neue Popularität der Karde auch das wissenschaftliche Interesse. Bislang kennt man nur das Glykosid Scabiosid, Iridoide, Saponine und organische Säuren wie die Kaffeesäurederivate. Das lässt allerdings vermuten, dass die Karde ein entzündungshemmendes, eventuell auch antibakteriell wirkendes Potential haben könnte.

Karde, unterstützendes Heilmittel bei Borreliose
Die Anwendung der Karde, vor allem in Form der Tinktur aus der Wurzel, wird zunehmend auch von medizinischen Kreisen empfohlen. Vor allem auch in der Veterinärmedizin konnten beim Einsatz der Tinktur bei Pferden, die ebenfalls Borreliose bekommen können, gute Erfolge erzielt werden. Da aber noch zu wenig klinische Erfahrungen vorliegen, kann man nur Vermutungen anstellen. Die schmerzhaften Spätfolgen einer Borreliose werden vor allem durch Neurotoxine ausgelöst, die von den Borrelien im Gewebe und Nerven abgelagert werden. Durch die Wirkung der Kardenwurzel auf die Leber und Nieren können diese Neurotoxine vielleicht mobilisiert und ausgeschieden werden. Es kann daher Menschen, die an Borreliose erkranken, aber vor allem dann, wenn man unter einem rezidivierenden, also immer wieder aufflackernden Krankheitsstadium leidet, empfohlen werden, zusätzlich zu schulmedizinischen Maßnahmen Kardentinktur anzuwenden. Derzeit ist sie in Apotheken noch kaum erhältlich, doch man kann sie leicht selbst herstellen.

Tinktur: Die frisch geerntete Wurzel der einjährigen Blattrosette wird samt Blattherz ausgegraben, gesäubert, zerkleinert und in ein Schraubglas gefüllt und dann mit 40 % Alkohol (Korn, etc.) übergossen. Nach 3 Wochen wird die Tinktur gefiltert.

Wurzelkur: Eine kurmäßige Anwendung der (sehr bitteren) Tinktur ist anzuraten. Täglich nimmt man von der Tinktur 3 mal 10 Tropfen. Unterstützen sollte man diese Kur durch Trinken von harntreibenden Tees wie Goldrute oder der Löwenzahnwurzel, die nicht nur harntreibend, sondern auch leberstärkend ist. Anzuraten wäre auch, während dieser Kur eine Diät mit viel Gemüse wie Rote Rüben, deren Inhaltsstoffe auch leberstärkend wirken oder Karotten und Tomaten mit antioxidativ wirkenden Carotinoiden zu halten.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at



*** Was die Alten noch wussten, volksmedizinisches Wissen
Die Anwendung von Heilpflanzen wird immer populärer. Heute ist es nicht schwer, kräuterkundig zu werden, gibt es doch genug leicht lesbare und sehr populäre Kräuterbücher und auch die Medien sind voll mit Kräuterratschlägen. Keine Frage, dass man so viele brauchbare Tipps finden kann, doch das volksmedizinische Wissen früherer Zeiten war viel umfassender und es ist schade, dass die Anwendung vieler Heilpflanzen in Vergessenheit geraten ist. Es wäre aber lohnenswert, sich der ungehobenen Schätze der Volksmedizin wieder zu erinnern.
Farnkraut
Volksmedizin und Heilzauber
Der Mensch früherer Epochen und Kulturen dachte und fühlte in mancher Hinsicht anders als die meisten Menschen der Neuzeit. Er sah sich eingebettet in eine umfassende Ordnung, die alle Bereiche des Lebens auf unserer Erde einschloss. Die Welt war voller Kräfte des Guten und Bösen, die alle auf den Menschen einwirken und sein persönliches Schicksal bestimmen konnten. Die Volksmedizin war weitgehend von magisch religiösen Vorstellungen beeinflusst. Krankheiten wurden als Ergebnis dämonischer, dem Menschen feindlicher Kräfte empfunden, gegen die man nur mit Hilfe ebenbürtiger, übersinnlicher Kräfte ankämpfen konnte. Mittel dieses Kampfes waren Amulette, Zaubersprüche, Beschwörungsformeln und magische Medikamente. Dazu wurden Arzneien aus Mineralien, tierischen Produkten oder Wasser hergestellt. Vor allem aber haben sich die Pflanzen mit den in ihnen schlummernden Kräften dazu angeboten, sie zu Heilzwecken und auch als Zaubermittel zu nutzen.

Was ist Aberglaube
Diese volksmedizinischen Anwendungen wie Warzenwenden oder Sympathieheilungen, bei der man die Warze den Bach hinunterschwimmen ließ, indem man auf einen Zettel schrieb, Warze verschwind und diesen dann in den Bach warf, werden heute gern als Aberglaube abgetan. Doch etymologisch bedeutet aber ursprünglich nicht gegen, sondern darüber hinaus, also über den Verstand gehend. Erst später wurde aus dem Aberglauben ein Irrglaube. Doch auch in unserer rational dominierten Welt glauben noch viele Menschen, dass ein vierblättriges Kleeblatt Glück bringt und dass man sich mit Toi- toi- toi gegen negative Kräfte schützen kann. Kein Aberglaube dagegen war in der Volksmedizin die Anwendung vieler Heilpflanzen, es war eine reine Erfahrungsheilkunde.

Alle Wiesen und Matten sind Apotheken
Dieser Spruch stammt von Paracelsus und drückte aus, dass vor der eigenen Haustüre viele Heilpflanzen wachsen. Heute leben wir aber in einem Global Village und so kommen ständig Heilmittel mit exotischen Pflanzen zu uns. Keine Frage, dass man nicht auf die immunstärkende Wirkung des aus Amerika stammenden Sonnenhutes (Echinacea) oder der Färberhülse (Baptisia) verzichten sollte, ebenso wenig auf die entzündungshemmende Teufelskralle (Harpagophytum) aus Afrika oder die adaptogene, also stressausgleichende Taigawurzel (Eleutherococcus) aus Sibirien. Doch es ist schade, dass die Anwendung unserer heimischen Heilpflanzen in Vergessenheit gerät, während gleichzeitig Modepflanzen wie Aloe oder Noni lautstark angepriesen werden.

Vergessene Heilpflanzen
Es gibt viele gute Gründe, die heimischen Heilpflanzen der Volksmedizin auf ihre Wirkung hin zu untersuchen. In einer Zeit, in der viele Krankheiten neu entstehen oder alte sich mit veränderten Symptomen präsentieren, sollte man auf der Suche nach Wirkstoffen sich auch der Pflanzen besinnen, die zum Beispiel wider die Pestilenz und faule Geschwür in den altehrwürdigen Kräuterbüchern beschrieben sind. Es ist daher sehr erfreulich, dass nunmehr verschiedene Initiativen entstanden sind, das vergessene Wissen über die heimischen Heilpflanzen wieder auszugraben. Dank der Initiative der Österreichischen Unesco- Kommission und deren Agentur zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes gibt es Veranstaltungen zum Thema Was die Alten noch wussten und an der Wiener Universität wird im Pharmakognostischen Institut auf der Basis vieler wissenschaftlicher Arbeiten eine Volksmedizinische Datenbank angelegt.

Kräuter selber sammeln?
Grundsätzlich sollten viele dieser kaum mehr verwendeten Heilpflanzen über Apotheken erhältlich sein. Es sollte daher nicht unbedingt notwendig sein, die Pflanzen selber zu sammeln. Schließlich erfordert das ausreichende botanische Kenntnisse. Bei manchen Pflanzen kann es allerdings schwierig werden, vor allem bei einer der beliebtesten und häufig verwendeten Pflanze gegen Rheuma, dem Farnkraut, eigentlich dem Wurmfarn, der in Apotheken kaum erhältlich ist.

Die Farnkräuter
Farnkräuter gibt es auf unserer Erde schon seit 395 Millionen Jahren. Vor 50 Millionen Jahren konnte man in Farnwäldern spazieren gehen, so hoch wuchsen die Farne damals. Alle Farne haben etwas Geheimnisvolles, da man lange rätselte, wie sich diese Pflanzen vermehren können, ohne Blüten und Samen zu entwickeln. Daher wurden den Farnkräutern auch immer Zauberkräfte zugesprochen. Sie sollten unsichtbar machen, Mensch und Tier vor Krankheiten und Unheil schützen und Frauen fruchtbar machen. Es gibt viele verschiedene Farnkräuter in unseren Wäldern, am häufigsten wurde in der Volksmedizin der Wurmfarn verwendet. Beim Sammeln der Wedel sollte man daran denken, dass etliche Farne unter Naturschutz stehen. Viel empfehlenswerter wäre es, mit den durchaus attraktiv wachsenden Pflanzen schattige Stellen im Garten zu begrünen. Dann ist es auch kein Problem, sie selber ernten zu können.

Wurmfarn (Dryopteris filix- mas)
Der Name sagt es schon, der Wurmfarn war in früheren Zeiten das wichtigste Mittel gegen Bandwürmer. Allerdings sollte man heute auf eine Anwendung verzichten, da der Wurmfarn die Nerven- und Muskelgifte Filixsäure und Filmaron enthält. Diese lähmen zwar Bandwürmer, sind aber auch für den Menschen giftig. Wurmbefall sollte also ausschließlich vom Arzt behandelt werden.Die äußerliche Anwendung ist dagegen völlig ungefährlich. Farnwedel waren in der Volksmedizin eines der beliebtesten Mittel zur Anwendung bei rheumatischen Schmerzen. Dass diese Anwendung tatsächlich nicht als Aberglauben abgetan werden kann, zeigen einige neue wissenschaftliche Studien am Institut für Pharmakognosie in Wien, die allerdings noch nicht abgeschlossen sind. Doch auf der Basis des derzeitigen Erkenntnisstandes kann die äußerliche Anwendung von Farnwedeln bei folgenden Beschwerden empfohlen werden: Gicht, Beschwerden des rheumatischen Formenkreises, Wadenkrämpfe, Nervenschmerzen, Schmerzen, die durch Kälte und Zug entstanden sind.

Anwendung des Farnkrautes
In der Volksmedizin sehr gebräuchlich ist die Empfehlung, Farnkrautblätter in die Schuhe zu geben, wenn man Wanderungen macht. Herbstzeit ist Wanderzeit und es spricht nichts dagegen, einige Farnwedelspitzen abzuzupfen, wenn man durch den Wald wandert und sie in die Schuhe zu geben, wenn die Fußsohlen zu brennen beginnen.
Umschläge: Frische Farnwedel werden zerzupft und auf die schmerzenden Stellen aufgelegt und mit einem Tuch befestigt.
Farnkrautwedel im Bett, am besten unter das Leintuch gelegt, sollen laut Rutengehern störende Wasseradern ableiten können. Mit Sicherheit helfen sie Ungeziefer abzuhalten. Das ist vermutlich bei Menschen heutzutage nicht mehr notwendig, könnte aber helfen, Katzen und Hunde vor Flöhen zu schützen und als Streu in Hühnerställen nutzen.
Absud: Ein Absud aus den Wedeln (2 Tassen frische oder getrocknete Farnwedel mit 5 Liter Wasser aufkochen und dann abseihen) hilft als Fußbad bei müden Füßen und Wadenkrämpfen.
Tinktur: Farnwedel zerkleinern, in ein Glas mit Schraubverschluss einfüllen und mit 40 % Alkohol bedecken. 3 Wochen an einem kühlen Ort ziehen lassen und abfiltern. Auf die schmerzenden Körperstellen wird ein Umschlag aus einer in Farnkräutertinktur getränkten Kompresse gelegt, Wolltuch darüber geben.
Rheuma- Öl: Ein sehr bewährtes Mittel der Volksmedizin ist ein Ölauszug aus Wurmfarnblättern, Johanniskraut und Wacholder. Entweder mischt man Ölauszüge dieser drei Pflanzen zusammen oder man gibt in einen Johanniskrautölauszug (den es übrigens fertig in der Apotheke gibt) zerkleinert Farnwedel und zerdrückte Wacholderbeeren. Die Mengenverhältnisse werden in volksmedizinischen Rezepturen meistens nicht exakt angegeben. Man könnte folgendermaßen vorgehen: in ein Glas füllt man die Farnwedel, gibt eine Handvoll Wacholderbeeren dazu und füllt mit Johanniskrautöl auf. 2 Wochen ziehen lassen und abfiltern. Der Herbst und dadurch bedingte rheumatische Schmerzen könnten bald kommen, da sollte solch ein Ölauszug schon vorrätig sein.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at



*** Heilpilze, "Schwammerln" nicht nur kulinarisch
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden Pilze schon seit Beginn unserer Zeitrechnung als Heilmittel eingesetzt. Doch auch bei uns kannte und nutzte man heilsame Pilze. Schon der Gletschermann Ötzi trug Birkenporlinge bei sich und nutzte sicher ihre Wirkung gegen Darmparasiten. Noch im Mittelalter wusste man heilende Pilze zu nutzen, leider geriet dieses Wissen in Vergessenheit. Nun doch schon seit geraumer Zeit beschäftigt sich aber unsere westliche Wissenschaft mit den Inhaltsstoffen und möglichen therapeutischen Wirkungen von bestimmten Pilzen.
Ling Zhi
Wie kommt man zu Heilpilzen
Die beginnende Popularität von Heilpilzen führt, wie so oft, dazu, dass sie als Wundermittel angepriesen werden und mit fragwürdigen Verkaufsmethoden den Weg zu kranken Menschen finden. Am seriösesten ist es, die Pilze in der Apotheke zu kaufen. Da nun auch viele TCM- Heilmittel bei uns angeboten werden, kann man die Pilze in getrockneter Form kaufen. Diese verarbeitet man dann am besten aus Sicht der TCM zu einem Dekokt, einer Abkochung. Zubereitung: Falls nötig, die Pilze zerkleinern, ca. eine halbe Stunde mit kaltem Wasser ansetzen. Dann bei milder Hitze die Pilze 20- 30 Minuten köcheln lassen. Zum Kochen nur Behälter aus rostfreiem Stahl oder Keramik verwenden. Nachteil eines Dekoktes ist der nicht sehr angenehme Geschmack dieses Tees. Die Alternative dazu sind fertige Präparate, die meist in Kapselform angeboten werden. Da Heilpilze bei uns als Nahrungsergänzungsmittel in den Handel kommen, gibt es keine Vorschriften über Inhaltsmengen. Daher noch einmal der Rat, nur Produkte von seriösen Firmen über die Apotheken zu beziehen.

Viele heilsame Pilze
Es sind nicht nur chinesische Pilze, die heilsame Inhaltsstoffe enthalten. Im Zuge der Heilpilzrenaissance fand man heraus, dass auch der Champignon oder das Judasohr therapeutisch eingesetzt werden könnte. Und der Lackporling, der bekannteste Heilpilz, wächst ebenso wie der Maitake auch in unseren Wäldern, allerdings findet man sie nur sehr selten. Auch in China sind diese Pilze schon selten geworden und daher werden sie seit einiger Zeit kultiviert. Drei der Heilpilze sind derzeit besonders populär geworden.

Lackporling für Herz und Immunkraft
Der Glänzende Lackporling wächst auch bei uns an vermodernden Baumstümpfen diverser Laubbäume, allerdings findet man ihn sehr selten. Wegen seiner Konsistenz ist er zum Verzehr ungeeignet, aber wegen seiner glänzenden, rot gefärbten Oberseite wird er gerne in Gestecke gegeben. In China und Japan, wo er Reishi genannt wird, züchtet man ihn schon sehr lange und betrachtet ihn als König aller Heilpilze. Zhi heißt übrigens göttliches Heilkraut und Ling Zhi Pflanze der Unsterblichkeit. Seit 4000 Jahren sagt man in China dem Ling Zhi magische Heilkräfte, heute werden sie schön langsam auch wissenschaftlich bewiesen.

Aus Sicht der TCM ist der Pilz deshalb so besonders wirkungsvoll, weil er auf alle fünf Funktionskreise im Körper wirkt, ähnlich wie das auch der Ginseng tut. Die Liste der Leiden, gegen die er eingesetzt wird, ist fast endlos: antithrombotisch, cholesterinsenkend, blutdrucksenkend. Bei Allergien hemmt er die Freisetzung von Histaminen im Körper, was die Symptome lindert. Auf die Bronchien hat er eine erweiternde Wirkung, was sich bei Asthma positiv auswirkt. Auch auf die Tätigkeit des Herzens wirkt sich Ling Zhi positiv aus: erhöhter Blutdurchfluss bei geringerem Sauerstoffverbrauch. Daher kann der Ling Zhi unterstützend bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße eingesetzt werden. Überhaupt zeigen neuere chinesische Forschungen, dass Ling Zhi hilft, die Sauerstoffaufnahme in jeder einzelnen Körperzelle zu verbessern. Deshalb wird er auch zur Vorbeugung der Höhenkrankheit eingesetzt. Vermutlich ist auf die verbesserte Sauerstoffaufnahme auch die dem Ling Zhi zugesprochene Wirkung gegen Impotenz, die ihn ja vor allem berühmt gemacht hat, zurückzuführen. Außerdem wirkt der Ling Zhi immunstärkend, hilft bei körperlicher und geistiger Erschöpfung und er kann helfen, frühzeitige Altersprozesse zu hemmen.

Klapperschwamm oder Maitake gegen Osteoporose
Der Name Maitake kommt aus dem Japanischen und bedeutet Tanzender Pilz, vermutlich deshalb, weil die Freude so groß war, wenn man den Baumschwamm trotz seiner guten Tarnung entdeckte. Sein hoher Gesundheitswert wird seit kurzem vor allem in Amerika erforscht. Bemerkenswert ist der hohe Anteil an Ergosterin, einer Vorstufe des Vitamin D, das für den Aufbau der Knochen von Bedeutung ist, weil es die Resorption von Kalzium verbessert. Maitake kann somit helfen der Osteoporose vorzubeugen und im Krankheitsfall den Fortschritt des Leidens zu verzögern. Zu dieser Indikation wird er neuerdings in naturheilkundlichen Kreisen ganz besonders empfohlen. Wie viele der Heilpilze kann der Maitake blutzuckersenkend wirken, indem er die Insulinsensitivität der Zellen erhöht und somit ähnlich wie Zimt die Aufnahme von Glucose in die Zellen verbessert. Bestimmte Fraktionen der Inhaltsstoffe lassen auch eine Vermutung auf eine tumorhemmende und antivirale Wirkung zu.

Judasohr oder Mu Er für die Durchblutung
Der chinesische Verwandte unseres Judasohres wird als Chinesische Morchel in getrockneter Form mittlerweile in Supermärkten angeboten. Viel schöner ist aber die Bedeutung seines Namens Mu Er (auch Mu- Ehr oder Mu- Err geschrieben) als Holzohr und noch schöner die Bezeichnung Wolkenohrenpilz, denn getrocknet sieht er wirklich wie Wolken aus, allerdings sehr schwarze. Aus der chinesischen Küche ist er nicht wegzudenken. In China wird er schon seit 1500 Jahren kultiviert.

Die TCM empfiehlt den Einsatz von Mu Er bei Bluthochdruck und Arteriosklerose. Interessant ist die adaptogene Wirkung des Mu Er: einerseits ist er thrombosevorbeugend, also gerinnungshemmend, gleichzeitig vermag er jedoch auch Blutungen (z.B. Menstruationsblutungen) stillen. Generell kann man sagen, dass der Mu Er das beste Mittel zur Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes ist. Er hilft beispielsweise bei Schmerzen in den Beinen wegen Gefäßverengungen, bei Venenentzündungen, Krampfadern und ist überhaupt zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall zu empfehlen. Chinesische Forschungen zeigen auch eine entzündungshemmende Wirkung vor allem auf Schleimhäute, die er im Darmtrakt und in den Bronchien befeuchten hilft. Aus diesem Grund wird der unterstützende Einsatz von Mu Er neuerdings auch bei chronischen Darmerkrankungen wie Colitis empfohlen.Er wirkt auch cholesterinsenkend, immunstärkend, vermutlich tumorvorbeugend und hilft bei Übersäuerung des Gewebes, somit auch bei Muskelkater.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at


*** Sanfte Heilmittel für unerfüllten Kinderwunsch
Schätzungen zufolge bleibt jedes sechste Par ungewollt kinderlos. Oft wird der unerfüllte Kinderwunsch zur Zerreißprobe für die betroffenen Paare. Heute stehen zwar modernste Therapien und Methoden der Medizin zur Verfügung, beginnend von Hormontherapien bis hin zur In- Vitro- Fertilisation (künstliche Befruchtung). Doch der Wunsch, mit Naturheilkräften die Fruchtbarkeit zu steigern und damit den Kinderwunsch zu erfüllen, wird immer häufiger. Vor allem dann, wenn die Reproduktionsmedizin doch nicht helfen kann, suchen viele Frauen nach Naturheilmitteln.
Alchemilla
Unfruchtbar sein
Bei den Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit unterscheidet man zwischen Sterilität und Infertilität. Sterilität bedeutet, dass es nicht möglich ist, schwanger zu werden, während Infertilität bedeutet, dass eine Schwangerschaft nicht ausgetragen werden kann. Immer mehr Paare sind von Sterilität betroffen. Die Ursachen sind sehr vielfältig. Bei etwa 40 Prozent der betroffenen Paare liegt die Ursache bei den Frauen und bei 40 Prozent bei den Männern. Bei etwa 5 bis 10 Prozent lassen sich keine organischen Ursachen finden.

Ursachen finden
Die Diagnostik, welche Ursache für die Kinderlosigkeit verantwortlich sein könnte, muss dem Arzt vorbehalten bleiben. Da gibt es nämlich viele Untersuchungen durchzuführen: wie sieht es mit der Hormonsituation bei der Frau aus, gibt es organische Ursachen wie Endometriose (versprengte Gebärmutterschleimhaut im Bauchraum) oder Verwachsungen der Eileiter. Bei Männern muss untersucht werden, ob Störungen der Spermienreifung oder- produktion als Ursache in Frage kommen. Neuerdings findet man zunehmend immunologische Ursachen für Kinderlosigkeit. Für das weibliche Immunsystem ist es nicht selbstverständlich, einen Embryo, der zur Hälfte aus fremden Genen besteht, im eigenen Körper zu dulden. Immunreaktionen der Frau können die Befruchtung oder das Einnisten des Eies verhindern. Doch schon im Vorfeld der Fortpflanzung können Frauen auf das Sperma des Mannes allergisch reagieren, wie Forschungen ergaben.

Lebensstil als Ursache
Die Zunahme der ungewollten Kinderlosigkeit wird auch als Folge unseres Lebensstils gesehen. Berufliche Belastungen, Stress und andere Faktoren können zu Beeinträchtigungen von Körperfunktionen führen. Zigaretten- und übermäßiger Alkoholkonsum sind ebenfalls nicht fruchtbarkeitsfördernd. Vor allem aber hat sich die Lebensplanung der Menschen geändert. Vor 30 Jahren waren 90% der Frauen unter 30, als sie das erste Kind bekamen. Heute wollen Frauen erst Karriere machen und dann Kinder bekommen. Doch mit steigendem Alter werden die Eisprünge seltener, so dass die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis sinkt. Eine 40- Jährige braucht durchschnittlich 20 Zyklen, bis es zu einer Empfängnis kommen kann.

Medizinische Behandlungsmöglichkeiten
Mit dem Arzt sollten die Möglichkeiten genau besprochen werden. Diese reichen von künstlicher Insemination (aufbereitetes Sperma wird in den Gebärmutterhals eingeführt, Erfolg bei 1 10%), Hormonbehandlungen, zum Beispiel hormonell herbeigeführter Eisprung (Erfolg 1 10%), Künstliche Befruchtung (In- Vitro-Fertilisation, dabei werden die durch eine Hormonbehandlung hervorgerufene Eizellen entnommen, außerhalb des Körpers befruchtet und wieder in die Eileiter der Frau eingesetzt, Erfolg zwischen 20 und 30%) bis hin zu ICSI (Spermieninjektion, bei der ein einzelnes Spermium unter Mikroskop direkt in die Eizelle injiziert wird und diese dann in die Gebärmutter gepflanzt wird).

Darf Kindermachen noch Lust machen
Der fixe Kinderwunsch kann manchmal wie ein Knoten wirken, der alles für die Empfängnis nötige zuschnürt. Nichts steht einer natürlichen Empfängnis mehr im Weg als ein durch computergesteuerte Thermometer termingerechter geschlechtlicher Verkehr. Wenn sich die Gedanken nur noch ums Kinderkriegen drehen und die Lust am Partner dabei auf der Strecke bleibt, ist das sicher nicht empfängnisfördernd.

Natürliche Hilfe zum Kindermachen
Auch wenn man auf die Kraft von Heilpflanzen oder von Heilmethoden wie Homöopathie oder Anthroposophische Medizin zur Erfüllung des Kinderwunsches zurückgreifen will, sollte die Diagnostik abgeklärt sein. Heilpflanzen können unterschiedlich hormonelle Wirkungen entwickeln. Liegt beispielsweise eine Gelbkörperinsuffizienz vor, gibt es speziell dafür geeignete Heilpflanzen, während andere nur generell östrogenisierend wirken. Da häufig Schwermetall- und andere Umweltbelastungen die Ursache der Kinderlosigkeit sein können, ist sozusagen Entgiften mit Heilpflanzen angesagt. Zur Anregung der Spermienbildung liefert uns die Natur ebenfalls vor allem samenreiche Heilpflanzen.

Homöopathische Mittel
Die Behandlung mit homöopathischen oder anthroposophischen Heilmitteln sollte eigentlich dafür ausgebildeten Ärzten vorbehalten sein. Daher hier nur einige Hinweise, um die Möglichkeiten solcher Heilmittel aufzuzeigen. Aus Sicht der Traditionellen Abendländischen Medizin wird Silber dem Planetenprinzip Mond zugeordnet, das auch die Fruchtbarkeit steuert. Homöopathisch potenziertes Argentum (Silber) hilft daher vor allem dann, wenn nach Absetzen der Antibabypille der Zyklus außer Kontrolle geraten ist, diesen wieder zu einer Regelmäßigkeit zu leiten und somit auch regelmäßige Eisprünge anzuregen. Cuprum (Kupfer) dagegen wird dem Venusprinzip zugeordnet und stärkt somit das Venusorgan Gebärmutter. Das wussten in früheren Zeiten auch die Bauern: wenn die Kuh nicht stierig werden wollte, gaben sie den Tieren Kupferfeile ins Futter. Homöopathisches Kupfer ist ein wichtiges Mittel, das nicht nur Lust und die Fruchtbarkeit fördert, sondern auch dem befruchteten Ei beim Einnisten hilft. Auch die Perle galt immer als Symbol für Fruchtbarkeit. Das homöopathische Mittel Calcium carbonicum wird aus Austernschalenkalk hergestellt und sollte Bestandteil einer fruchtbarkeitsfördernden homöopathischen Kur sein.

Das Nest säubern
Vor einer gezielten Kur mit Heilpflanzen zur Fruchtbarkeitssteigerung empfiehlt sich eine 1- bis 3- monatige Entgiftung. Schwermetallbelastungen können sowohl bei Frauen, vor allem aber auch bei Männern die Ursache von Kinderlosigkeit sein. In der Volksmedizin nannte man solche Kräuter, die vor allem Frauen zum Entgiften helfen, die Kräuter zum Nest säubern. Eine konkrete Kur zur Schwermetallausleitung sollte immer Pflanzen mit Sulfidverbindungen enthalten, zum Beispiel Bärlauch. Diese Wirkstoffe binden die Schwermetalle und so können sie dann zur Ausscheidung gebracht werden.

Nach einer 1- monatigen Kur mit Bärlauch und ausleitenden Tees sollten Frauen auf folgende Kräuter zurückgreifen: Gundelrebe (hilft bei Bleibelastungen, insgesamt auch immunstärkend), Frauenmantel (das Frauenkraut schlechthin, das aber auch auf Grund seiner Gerbstoffe auch Schwermetalle binden kann), Stinkender Storchschnabel (ebenfalls zum Ausleiten, durch seine Signatur eine mythische Fruchtbarkeitspflanze der Volksmedizin), Schafgarbe (wirkt hormonell und auch stoffwechselanregend), Brennnesselblätter (mobilisieren Flüssigkeit und helfen somit beim Ausleiten und Goldrute (stärkt die Nieren und hilft beim Ausleiten).

Ein Rezept für einen Nestsäuberungstee könnte so ausschauen, dass man diese Kräuter mischt:
3 Teile Frauenmantel
3 Teile Gundelrebe
3 Teile Storchschnabel
2 Teile Schafgarbe
2 Teile Brennnessel und
2 Teile Goldrute
In der Apotheke mischen lassen und den Tee im Aufguss zubereiten (2 TL/auf ca. l heißes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen).

Fruchtbarkeitsfördernde Kräuter
Zu den häufigsten Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit zählt der Gelbkörpermangel. Nach dem Eisprung verbleibt die Eihülle im Eierstock und bildet sich zu einer Hormondrüse um, die schwangerschaftserhaltende Gestagene (gestare, lat. tragen, trächtig sein) bildet. Bei Gelbkörperinsuffizienz wird das Nest, die Gebärmutterschleimhaut, nicht richtig vorbereitet, so dass sich eine befruchtete Eizelle nicht so leicht einnisten kann. Der Frauenmantel, die Frauenpflanze schlechthin, hat eine hormonregulierende Wirkung, die auch bei Gelbkörpermangel hilft. Frauenmantel sollte entweder als Tee oder noch besser als Urtinktur (aus der Apotheke) das Basiskraut einer Kur zur Steigerung der Fruchtbarkeit für die Frau sein.

Der Stinkende Storchschnabel (Geranium robertianum) wurde im Volksmund immer Kindsmacher genannt. Damit einen der Storch ins Bein beisst, sollte der Tee über längeren Zeitraum von Frau und Mann getrunken werden. Wissenschaftlich wissen wir wenig über die Pflanze, außer dass sie Gerbstoffe enthält, die allerdings ebenso wie beim Frauenmantel hauptsächlich Ellagitannine sind, denen eine phytoöstrogene Wirkung zugesprochen werden kann. Man muss also nicht an den Storch glauben, um dem Storchschnabel eine positive Wirkung zur Steigerung der Fruchtbarkeit zusprechen zu können. Für eine partnerschaftliche Kur empfiehlt sich vielleicht die Anwendung als Ansatzwein:
Zwei Handvoll blühendes Storchschnabelkraut grob zerkleinern, mit 1l Weißwein übergießen, kurz auf dem Herd erhitzen. Im lauwarmen Zustand etwas Honig unterrühren, abseihen und in Flaschen abfüllen.
Den Wein kann man auch mit dem Storchschnabeltee aus der Apotheke herstellen. 2 mal täglich ein Glas vor dem Essen und liebevoll mit dem zukünftigen Kindesvater anstoßen!

Basilikum für Kinderwunsch
Damit die Frauen fruchtbar werden, sollten sie Basilikum mit Lauch in die Suppe geschnitten essen. Dies macht jüngere Frauen fruchtbarer, schrieb Paracelsus. Er ordnete Pflanzen primär auf Grund ihrer Signaturen die Wirkung zu und auch wenn naturwissenschaftlich orientierte Ärzte solches belächeln mögen, die Erfahrung zeigt, dass Basilikum tatsächlich eine hormonanregende Wirkung hat. Basilikum wirkt mild östrogenartig, regt den Eisprung und auch die Libido an. Da ohne Lust keine Kinder, könnten basilikumduftende Speisen vielleicht förderlich für Kinderwunsch sein.

Granatapfel, Baum der Aphrodite
In arabischen Ländern verzehrt man Granatapfelkerne seit ewigen Zeiten, um jung zu bleiben. Wieder ist es die Signatur, die die Hormonwirkung des Granatapfels erklärt schneidet man die Frucht durch, dann gleich sie mit ihrem Samenreichtum dem Eierstock mit seinen zahlreichen Keimzellen. Wissenschaftlich konnte bestätigt werden, dass in den Samen Östron, ein schwach wirksames Östrogen, das mit den in den Keimdrüsen gebildeten weiblichen Hormonen völlig identisch ist, enthalten ist. Mittlerweile werden die Granatapfelsamen auch als wirksames Mittel gegen Prostataprobleme diskutiert. Granatapfel wäre also wieder ein Mittel, das Paare gemeinsam nutzen sollten, in Form köstlicher Speisen oder als Tinktur: Samen aus den Früchten rauslösen, in einem Schraubglas mit 40% Alkohol übergießen, 3 Wochen ziehen lassen und dann abfiltern. Einige Wochen täglich 2 mal 10 Tropfen nehmen.

Samenreiche Pflanzen für Männer
Schon wieder muss Paracelsus zitiert werden, der meinte, dass Pflanzen, die eine Überfülle an Samen entwickeln, Männern helfen könnten. Der Granatapfel ist eine solche Pflanze. Östrogenähnliche Stoffe sind üblicherweise bei Männern eher kontraproduktiv, doch manche östrogenartig wirkende Pflanzen können auch Männern helfen. Daher ist durchaus auch Männern die Einnahme von einer Granatapfeltinktur zu empfehlen.

Eine große Fülle an Samen entwickelt auch die Brennnessel. In den Alpenländern weiß man schon lange, dass tägliches Essen von Brennnesselsamen nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Potenz erhalten kann. Im Mittelalter war es übrigens Mönchen verboten, die Samen dieser überaus vitalen Pflanze zu genießen. Heute ist bekannt, dass die Samen überaus reich sind an Tokopherolen, die im Vitamin E, dem Fruchtbarkeitsvitamin enthalten sind. Brennnesselsamen regelmäßig als Würze zu Salaten, Suppen und anderen Speisen verwendet, könnten also Männern zu einer vermehrten Spermienproduktion verhelfen. Frauen mit Kinderwunsch sollten diesen Genuss partnerschaftlich mit ihren Männern teilen, da auch bei ihnen die Zufuhr von Vitamin E hilfreich sein kann.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at


*** Die Milz, das vergessene Organ
Meist wird man sich dieses Organes erst bewusst, wenn es nach einem Unfall entfernt werden muss. Doch dann merkt man bald, welch wichtige Funktion die Milz für das Immunsystem hat. In der Schulmedizin spielt die Milz auch eher eine stiefmütterliche Rolle, obwohl man ihre wichtigen Funktionen genau kennt. Es kann also nicht schaden, wenn man Überlegungen anstellt, in welcher Form man die Milz stärken kann.
Wegwarte
Die Anatomie der Milz
Die Milz (lat. lien, griech. splen), die ungefähr so groß wie eine Niere ist, liegt im linken Oberbauch zwischen Zwerchfell, Magen und der linken Niere. Außerdem berührt sie die Spitze der Bauchspeicheldrüse. Da die Milz so nah am Zwerchfell ist, bewegt sie sich beim Atmen, ist aber bei normaler Größe von den Rippen bedeckt und von außen nicht tastbar. Sie ist von einer bindegewebigen Kapsel umgeben, die das Organ schützt. Die Milz vereint in Bau und Struktur zwei Organe. Die weiße Pulpa (lat. pulpa, breiige Masse) als Innenorgan übernimmt als lymphatisches Organ immunologische Aufgaben, die rote Pulpa entfernt schädliche Partikel aus dem Blut.

Die Aufgaben der Milz
Man kann sich die Milz wie einen Schwamm vorstellen, in den das Blut hineingepresst wird. Die jungen roten Blutkörperchen können durch die Maschen des Schwammes hindurchschlüpfen, die überalterten (meist ungefähr 120 Tage alt) bleiben darin hängen und werden abgebaut. Dieser Vorgang ist wichtig, damit der Organismus die Blutqualität erhalten kann. Die Abwehrfunktion der Milz lässt sich mit einem Parkplatz für weiße Blutkörperchen beschreiben.

Die Leukozyten schwimmen nicht ununterbrochen im Blut, sondern sammeln sich an verschiedenen Stationen im Körper und vor allem auch in der Milz. Die weißen Blutkörperchen, die in der Milz für die Abwehr die größte Rolle spielen, sind die Lymphozyten. Sie warten in der Milz, um auf vorbei gespülte Krankheitserreger reagieren zu können oder wieder ihre Aufgabe im Blutkreislauf zu übernehmen. Bei einer Blutvergiftung hat die Milz daher eine besondere Funktion.

Wenn der Körper gegen Eindringlinge kämpft, zum Beispiel gegen Viren, Bakterien oder Parasiten, vermehrt sich das Abwehrgewebe der Milz. Auch wenn die Abwehr sich gegen körpereigene Strukturen wendet, wie dies bei Autoimmunerkrankungen, beispielsweise Polyarthritis, stattfindet, kann die Milz vergrößert sein. Über den Pfortaderkreislauf ist die Milz auch mit der Leber verbunden, weshalb Stauungen in der Milz bei Leberzirrhose auftreten können .

Vielleicht stammt daher der alte volkstümliche Spruch: Wenn die Leber kaputt ist, trinkt man mit der Milz weiter. Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sind auf die Funktion der Milz angewiesen, da sie bei ihnen an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt ist. Bei Erkrankung des blutbildenden Knochenmarks kann die Milz im Alter wieder zu einem blutbildenden Organ werden.

Damit sind nur die wichtigsten Funktionen der Milz angesprochen, es wird klar, wie wichtig dieses Organ ist, auch wenn man überlebt, wenn sie entfernt werden muss.

Die Milz aus Sicht der Naturheilkunde
Im Unterschied zur Schulmedizin sieht die Naturheilkunde, die in der Humoralpathologie (humores, lat. Säfte), also der Säftelehre wurzelt, eine Beteiligung der Milz bei vielen Krankheiten und damit eine Notwendigkeit, als Heilungsreiz gezielte Milz- Therapie durchzuführen. Die Säfte (Blut, Schleim, Gelbgalle, Schwarzgalle) darf man nicht als Flüssigkeiten, sondern als Symbolbegriffe für Wirkprinzipien sehen, ähnlich wie es auch die TCM sieht. Das Organ, das für das Funktionsprinzip Schwarzgalle verantwortlich ist, ist die Milz. Melanchera nannte man diesen Saft auch, und wenn dieser nicht ausgeschieden wird, können Erkrankungen wie Depression, aber auch Arthrosen, Fibrosen, Zirrhosen entstehen.

Doch die Naturheilkunde kennt einige Heilpflanzen, mit denen man auf der Basis dieser Überlegungen die Milz stärken kann. Ausgehend davon, dass man ähnlich wie in der TCM einen Funktionskreis von der Milz und der Bauchspeicheldrüse, ebenfalls ein Stiefkind der Medizin sieht, empfehlen sich Heilpflanzen, die auch als Leberheilpflanzen oder als Entgiftungsmittel genutzt werden können.

Brennnessel: Auch wenn die Brennnessel laut Plinius als die am meisten verhasste aller Pflanzen bezeichnet wurde, zählte sie immer schon zu den besten Blutreinigungsmitteln aller Heilpflanzen. Eine ca. dreiwöchige Kur mit dem Tee aus der Brennnessel aktiviert nicht nur den Stoffwechsel, hilft die Harnsäure zu mobilisieren, sondern unterstützt auch die Milzfunktion. Ein bis zweimal täglich eine Tasse Tee (im Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) trinken.

Gundelrebe: Als Heilpflanze vergessen und in der Apotheke kaum erhältlich, kann man die Gundelrebe in der Wiese finden, sobald der Schnee verschwunden ist. Die Gundelrebe wurde früher als Heilpflanze betrachtet, die hilft, Toxine und Ablagerungen im Körper auszuscheiden. Auch zur Immunstärkung kann man die Gundelrebe nutzen. Naturheilkundliche Erfahrungen zeigen darüber hinaus, dass dieses Pflänzchen durch diese Wirkungen auch helfen kann, die Milz zu entlasten und somit zu stärken. Angenehm an dieser Kur ist, dass man die Gundelrebe primär als würzende Zutat zu Frühlingssuppen nutzen sollte.

Odermennig: Heilandskraut nennt man den Odermennig in machen Gegenden des Burgenlands. Früher wurde er hochgeschätzt: Odermeng ist das fürnembst Kraut zu allen verstopften Leberen, wusste Hieronymus Bock. Der Odermennig ist eine hervorragende Leberheilpflanze, auch wenn sich die Wissenschaft noch wenig mit ihm auseinender gesetzt hat. Als Milzheilpflanze kann der Tee (Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) ebenfalls eingesetzt werden. Aus der Hildegard- Medizin kann man den Hirschzungenfarn (Scolopendium) als Milzheilmittel übernehmen. Sie empfahl diese Heilpflanze, die man heute hauptsächlich über Apotheken und Drogerien bekommt, die sich auf die Heilmittel der kräuterkundigen Hildegard spezialisiert haben, gegen chronischen Leberhusten, womit sie den Zusammenhang zwischen der Leber, Bauchspeicheldrüse und Milz ganz wie in der TCM sah. Hirschzunge bekommt man als Tee (Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) oder als Hirschzungenelixier.

Paracelsus ordnete die Milz dem Saturn- Prinzip zu, wie es noch heute in der Anthroposophischen Medizin gesehen wird. Eine Heilpflanze, die aus dieser Sicht besonders als Milzheilmittel zu sehen, ist die Wegwarte. Verwendet werden sowohl die Wurzel als auch das blühende Kraut. In der Apotheke sollte man beides als Droge zur Teeherstellung (Aufguss, 10 Minuten) bekommen. An sich ist die Wegwarte eine Bitterstoffdroge und somit hilft sie, die Leber in ihrer Entgiftungsarbeit anzuregen.

Gleichzeitig stärkt sie aber auch die Milz in ihren Funktionen. Besonders empfehlenswert wäre ein anthroposophisches Mittel, das entsteht, wenn die Wegwarte mit dem Leberheilmetall Zinn kultiviert wird (Cichorium Stanno cultum von Weleda) Den nordamerikanischen Indianern verdanken wir eine Milzheilpflanze, die primär in der Homöopathie verwendet wird, die Säckelblume (Ceanothus americanus). Man bekommt sie als Urtinktur oder in homöopathischen Potenzen, z. B. als D6.

Der amerikanische Arzt Burnett beschrieb ihre Wirkung: Wenn Herzstörungen gleichzeitig mit einem Milzleiden bestehen, ist die Linderung, die durch die Gabe von Ceanothus zu erzielen ist, höchst bemerkenswert. Die Säckelblume kann man als Drainagemittel für die Milz betrachten und schon vorbeugend anwenden. Als Heilmittel kann sie auch bei schon bestehenden Problemen wie Milzschwellungen und Milztumoren eingesetzt werden.

Die Milz in der TCM
In der Traditionellen Chinesischen Medizin spielt die Milz nicht als Organ eine Rolle, sondern als Funktionskreis, nämlich als Meridian Milz / Pankreas, der als Yin- Partner des Magenmeridians fungiert. Daraus ist ersichtlich, wie wichtig es ist, Organzusammenhänge zu betrachten. Die Milz sieht man in der TCM als das System, das die Energie, die über die Ernährung aufgenommen wird, umwandelt und an den Körper weiterleitet. Die Milz regiert das Blut, sagt die TCM und wenn das Milz- Qi ausreichend ist, lenkt sie die Bewegung des Blutes, indem sie es in den vorgesehenen Bahnen fließen lässt.


Die Milz regiert die Muskeln, in dieser Verteilerfunktion unterliegt der Milzenergie die Kontrolle über die Muskulatur des gesamten Körpers. Wenn wir aus Sicht der TCM den Milzmeridian stärken, hilft das auch, knackig zu werden.

Der Zustand der Milzenergie zeigt sich übrigens in den Lippen. Wenn sie harmonisch ist, kann die Zunge die fünf Geschmäcker unterscheiden und die Lippen erscheinen rot und feucht. Aus Sicht der TCM stärkt man die Milzenergie durch süße Nahrungsmittel. Damit sind aber nicht Mehlspeisen gemeint, sondern Nahrungsmittel mit natürlicher Süße wie Getreideprodukte oder Gemüse wie Karotten, alle Nüsse und Obst wie Äpfel. Und wenn man unbedingt süßen will, sollte man zu Honig greifen.

Die chinesische Medizin sieht emotionale und auch klimatische Faktoren, die aufbauend oder störend auf die Energie in den Funktionskreisen wirken können. Die Milzenergie stärkt man durch logisches Denken, praktische Vernunft. Wissen und Erinnerungsvermögen werden dem Wirkbereich der Milz zugeordnet. Ständiges Grübeln dagegen schwächt die Milz ebenso wie ständiges Sich- Sorgen um dies und das. Dass intensives Lernen mit massivem Hineinschaufeln von Lernstoff belastend sein kann, weiß jeder. Um die Milzenergie nicht zu sehr zu schwächen, sollte man zwischendurch die Muskeln bewegen, was milzhaftig Hilfe bringt.

Wichtig ist auch der Umgang mit dem klimatischen Faktor Feuchtigkeit. Wenn die Nässe Probleme schafft, hilft vielleicht der Milzlaut Hu: Die Hände auf den Oberbauch legen, die Fingerspitzen sollten über dem Magen liegen. Einatmen und leise gleichmäßig den Laut Hhuuu flüstern.

Die Milz wird der Wandlungsphase Erde zugeordnet. Nicht mehr Hochsommer und noch nicht Herbst, das sind Tage von solch besonderer Qualität, dass ihnen in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine eigene Wandlungsphase, die Erde, zugesprochen wurde. Bei uns hat man dafür den wohl passenden Ausdruck Altweibersommer geprägt, denn nur Frauen, die in ihrer Mitte angekommen sind, deren feurige Hitze sich zu innerer Wärme gewandelt hat, können weise Fürsorglichkeit, die Qualität des Erdelements entwickeln und weitergeben.

Diese Zeit sollte man nützen, um der Milz durch zentrierende Übungen wie im Qigong energetische Kraft zukommen zu lassen.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at


*** Bärlauch und seine Doppelgänger
Mit dem Frühling kommt üblicherweise, wenn manchmal auch nur zögerlich, die Bärlauchsaison. Doch leider kommt es nach wie vor jedes Jahr zu gefährlichen Verwechslungen mit giftigen Doppelgängern. Entsprechende Information und genaues Hinschauen ist daher notwendig, sich nur auf den Geruch zu verlassen, reicht nicht.
Der Bärlauch hat gestielte Blätter
Herbstzeitlose sind ohne deutlichen Blattstiel
Maiglöckchen - Scheinbar ein Blattstiel
BärlauchBotanik
Der Bärlauch ist eine Waldpflanze und braucht humusreichen Boden, der ausreichend feucht ist. Man findet ihn daher bevorzugt in schattigen Laubwäldern, wo er im zeitigen Frühjahr zu wachsen beginnt, wenn der Wald noch kein grünes Blätterdach hat. In Auwäldern kommt Bärlauch in solchen Mengen vor, dass man seinen Knoblauchduft von weitem riechen kann. Der Bärlauch hat hellgrüne Blattrosetten, wobei die Blätter meist zu zweien stehen und einen langen, deutlichen Blattstiel (bis zu 20cm) haben. Die Blätter sind lanzettlich, haben eine ausgeprägte Mittelrippe und deutlich parallele Blattadern, an der Unterseite ist die Nervatur jedoch wenig ausgeprägt.

Achtung:Die Blätter riechen nach Knoblauch, doch riechen auch die Finger danach, wenn man die Blätter berührt. Der Geruch sollte also nicht als Bestimmungsmerkmal genutzt werden.

Giftige Doppelgänger:

Herbstzeitlose
120g der frischen Blätter sind absolut tödlich!! Man sollte daher Verwechslungen vermeiden. Wichtig: die Herbstzeitlose ist eine Wiesenpflanze und nur sehr selten findet man dort auch Bärlauch. Auch sonst unterscheidet sich die Herbstzeitlose sehr deutlich ihre Blätter sind oberseits stark glänzend, haben keinen deutlichen Blattstiel und sind stängelumfassend. Das heißt, die Blätter sind umeinandergewickelt und nicht frei stehend wie beim Bärlauch.

Maiglöckchen (Convallaria majalis, Mäusedorngewächse)
Das Maiglöckchen enthält herzwirksame Glykoside und kann in entsprechenden Dosen auch tödlich giftig sein. Es bevorzugt zwar trockenere Standorte als der Bärlauch, dennoch wachsen beide häufig nebeneinander. Wichtiges Unterscheidungsmerkmal: das Maiglöckchen hat eine lange, oberirdische Blattscheide, die einen einzigen Blattstiel vortäuscht, aus dem zwei Blattspreiten hervorkommen. Verwechslungen können aber leicht vermieden werden. Das Maiglöckchen beginnt üblicherweise erst zu treiben, wenn der Bärlauch zu blühen beginnt und dann sollte man ihn nicht mehr ernten, weil er zu scharf wird.

Heilkräftiger Bärlauch
Pflanzen, die Bärennamen tragen, waren solche, denen man Bärenkräfte zusprach. Der Bär galt bei den Germanen als Vegetationsdämon, der mit seiner Kraft und Stärke die Macht des Winters brechen und neue Fruchtbarkeit bringen konnte. Die Pflanzen des Bären sollten die Kraft der Erneuerung und Reinigung haben, sie brechen das Verhärtete und erwärmen den Körper. Manche machen bärenstark.

Die Inhaltsstoffe des Bärlauch
Bärlauch hat den höchsten Gehalt an einem ätherischen Öl mit schwefelhaltigen Verbindungen (bis 8 mg Schwefel pro 100 g Trockensubstanz, im Vergleich dazu hat Knoblauch 1,7 mg/100 g), dazu Eisen, Magnesium und Mangan. Durch das Enzym Alliinase werden die Schwefelverbindungen nach dem Abschneiden zu Oligosulfiden und Ajoen gespalten.

Blutdrucksenkende Heilwirkung
Die immer wieder beobachtete leicht blutdrucksenkende Wirkung des Bärlauch geht vermutlich auf das Ajoen zurück. Medizinisch sieht man den Bärlauch als ACE- Hemmer, das heißt, das Ajoen hemmt ein Nierenhormon, das für eine erhöhte Spannung der Gefäßwände und damit für einen höheren Blutdruck verantwortlich ist. Durch den Bärlauch können sich die Gefäßwände entspannen, was eine Reduzierung des Blutdrucks nach sich zieht. Darüber hinaus hat er auch eine antiarteriosklerotische Wirkung und kann helfen, zu verhindern, dass die Blutplättchen verklumpen. Bärlauch ist also eine wunderbare Vorbeugung gegen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Schwefelhaltiger Bärlauch
Schwefelhaltige Verbindungen sind in der Geschichte der Arzneimittelverwendung schon immer sehr geschätzt worden. Sie haben eine stark entgiftende Wirkung auf den gesamten Organismus. Innerlich angewendet bindet Schwefel Schadstoffe, wirkt dadurch reinigend auf das Bindegewebe und lindernd bei Hauterkrankungen. Die keimtötende Wirkung des Schwefels wirkt sich vor allem im Darmbereich positiv aus. Bärlauch hilft, den Darm zu sanieren, indem er eine keimhemmende Wirkung auf die Darmflora hat, ohne die nützlichen Darmbakterien, die der Körper zur Verdauung und für das Immunsystem braucht, zu zerstören. Besonders wirksam ist er daher nach einer Behandlung mit Antibiotika oder bei einer Candida- Überbesiedlung. Bärlauch hilft das zerstörte Gleichgewicht im Darm wieder aufzubauen. Darüber hinaus haben die Wirkstoffe des Bärlauch eine anregende Wirkung auf die Verdauungsdrüsen. Die Nahrung kann besser verdaut und Gärungsprozesse somit verhindert werden. Bärlauch wirkt daher auch gegen Blähungen.

Bärlauch richtig anwenden
Natürlich bringt auch das Essen von Bärlauch seine Heilkräfte zur Wirkung. Wenn man Bärlauch aber auxh nach dem Frühling therapeutisch einsetzen will, sollte man entweder einen Frischpflanzenpresssaft machen oder eine Tinktur ansetzen. Durch das Trocknen der Blätter gehen erhebliche Teile der Wirkstoffe verloren, auch Einfrieren ist nicht zu empfehlen. Frischpflanzenpresssäfte gibt es in ausgezeichneter Qualität in Drogerien und Apotheken. Die Tinktur kann man leicht selber herstellen:

Bärlauch Tinktur: Frische saubere Blätter (noch vor der Blüte ernten) klein schneiden, in ein Schraubglas bis zum oberen Rand einfüllen und mit 40% Alkohol (z.B. Ansatzkorn) auffüllen. Drei Wochen lang in einem gleichmäßig temperierten Raum stehen lassen, gelegentlich schütteln. Danach abfiltern und in dunkle Tropffläschchen abfüllen.

Dosierung: 3 mal täglich 10 20 Tropfen

Verwendung in der Küche
Frisch und fein gehackt ist er vorzüglich am Butterbrot, in Salaten, Aufstrichen und Saucen. Gekocht eignet er sich vor allem in Mischung mit Brennnesselblättern zur Kräutersuppe oder als Spinat. Bärlauch lässt sich nicht trocknen und einfrieren, da er dann seinen Geschmack verliert. Man kann ihn aber in Öl ansetzen oder ein Bärlauchpesto machen.

Bärlauch- Pesto: Bärlauchblätter fein wiegen, mit Salz (im Verhältnis auf ca. kg Blätter 5 dag Salz) vermischen, in kleine Tiegel füllen und mit Olivenöl übergießen, bis das Öl über den Blättern steht. Kühl aufbewahren, ca. 6 Monate haltbar, nach dem Öffnen schnell verbrauchen.

Wenn der Bärlauch blüht, wird er scharf und sollte nicht mehr verwendet werden Bärlauch- Kapern: Man kann aber die noch geschlossenen Blütenknospen zu Kapern verarbeiten. Knospen mit Salz bestreuen, einen Tag stehen lassen, damit die Feuchtigkeit entzogen wird. Dann Apfelessig, 1:1 mit Wasser verdünnt und nach Geschmack etwas gezuckert, einmal aufkochen lassen. Die Knospen in kleine Tiegel füllen und den Apfelessig heiß darüber gießen und sofort verschließen.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at


*** Jiao Gu Lan, Kraut der Unsterblichkeit

Jiao Gu Lan
Immer wieder wird in diversen Medien über Heilpflanzen berichtet, die geradezu Wunderwirkungen entfalten sollen. Meistens marschieren sie dann über uns hinweg, so wie Teebaumöl oder Aloe und man kann sich vor lauter Produkten aus diesen Pflanzen gar nicht mehr retten. Stellt sich die Frage- gibt es solche Wundermittel? Große Popularität hat in den letzten Jahren eine chinesische Heilpflanze erlangt, Jiao Gu Lan, das Unsterblichkeitskraut.

Er wirkt wie Ginseng- aber besser wie Ginseng
So beschreibt der Kräutergärtner Daniel Rühlemann Jiao Gu Lan und hat der Pflanze in seinem Katalog eine ganze Seite gewidmet. Bei der langen Liste von Indikationen, für die man Jiao Gu Lan einsetzen könnte, ist es kein Wunder, dass die Pflanze seit den vier Jahren, die Rühlemann sie anbietet, seine meist verkaufte Pflanze ist.

Was ist Jiao Gu Lan?
Gynostemma pentaphyllum (griech. fünfblättrig) ist der botanische Name der Pflanze und sie zählt zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae), ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Heimisch ist die ausdauernde Schlingpflanze in Südostasien, Japan und in China vor allem in der Provinz Guizhou, einem gebirgigen Becken, das als wolkenreichste Region Chinas gilt. Guizhou ist heute eine der größten Heilkräuter- Produktionszonen in China und seit der zunehmenden Popularität von Jiao Gu Lan wird es dort großflächig angebaut ebenso wie in Nordthailand.

Xian Cao, Unsterblichkeitskraut
Die Kräuterheilkunde hat in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) nicht nur einen hohen Stellenwert, sondern auch eine lange Geschichte. Jiao Gu Lan wird aber in den klassischen Kräuterheilkundebüchern nicht erwähnt, es war immer ein Kraut der Volksmedizin. Es wurde zwar erstmals in einer Materia Medica für Hungersnöte 1406 erwähnt als ein Kraut, das Menschen in armen Provinzen als Tee trinken, doch wurde es weiterhin in der TCM nicht beachtet. Die Entdeckung von Jiao Gu Lan fand in den 1970er Jahren statt, als eine große Volkszählung in China durchgeführt wurde, bei der man sich auch dafür interessierte, in welchen Regionen die Menschen besonders lange leben. Da fand man heraus, dass in den südlichen Provinzen Guangxi, Guizhou und Shicuan überdurchschnittlich viele 100jährige Menschen leben. Nachdem man genetische oder klimatische Faktoren ausschließen konnte, kamen die Forscher zu dem Schluss, dass das hohe Alter der Bewohner vielleicht mit dem regelmäßigen Genuss des Tees einer Pflanze zu tun haben könnte, die dort Xian cao, Unsterblichkeitskraut, genannt wurde, und die man als Gynostemma pentaphyllum identifizieren konnte. 1978 begann ein chinesisches Forscherteam die medizinische Wirkung der Pflanze zu untersuchen. Parallel dazu wurden in Japan, wo die Pflanze als Amachazuru (amacha, süßer Tee, zuru, Kletterpflanze) bekannt ist, Untersuchungen mit der Pflanze auf der Suche nach natürlichen Süßstoffen durchgeführt. Dabei entdeckte man eine Reihe von Saponinen, die denen des Ginseng ähnlich und zum Teil ident waren. 1999 erschien erstmals ein Buch über Jiao Gu Lan von den Autoren Michael Blumert und Jialiu Liu in Amerika (gibt es nun auch in Deutsch) und das war sozusagen der Start der Popularität der Unsterblichkeitspflanze. Als Five Leaves Ginseng wird sie als leicht zu kultivierender Ersatz für Ginseng propagiert und nun hat die Popularität von Jiao Gu Lanauch unsere Breiten erreicht.

Gypenoside und Ginsenoside
In den Blättern von Jiao Gu Lan fand man Triterpensaponine vom Dammarantyp, die als Gypenoside nach ihrer Anzahl von 1 82 benannt wurden. Einige dieser Saponine sind chemisch ident mit den Ginsenosiden, die im Ginseng enthalten sind. Der Gehalt an diesen Gypenosiden ist allerdings sehr variabel, weshalb es bislang schwierig ist, standardisierte Präparate herzustellen. Neben diesen Gypenosiden enthält Jiao Gu Lan auch noch Sterole und das Flavonglykosid Rutin. Obwohl die Pflanze ginsengähnliche Triterpensaponine enthält, finden sich andere Inhaltsstoffe des Ginseng wie Polysaccharide nicht. Daher kann Jiao Gu Lan pharmakologisch nicht als gleichwertig mit Ginseng bezeichnet werden.

Die Heilwirkung von Jiao Gu Lan
Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien über mögliche Wirkungen von Jiao Gu Lan. Tierversuche ergaben eine Aktivierung bestimmter Zellen des Immunsystems wie der Makrophagen und eine Steigerung der T Lymphozytenbildung. Blutdrucksenkende und cholesterinspiegelsenkende Wirkungen wurden in Katzenversuchen (als Katzenliebhaberin lese ich solche Berichte mit größtem Unbehagen) festgestellt. Weiters konnte in Tierversuchen eine tumorbildungshemmende Wirkung fest gestellt werden, indem die Apoptose, sprich das genetische Programm, das die Lebenszeit der jeweiligen Zellen steuert und das bei Tumorzellen nicht funktioniert, angeregt wird. Das könnte Hoffnung in der Therapie bei Krebserkrankungen vieler Organe, vor allem zur Verhinderung von Metastasenbildungen geben. Außerdem wurden thrombosehemmende und schmerzstillende und sedierende Wirkungen festgestellt. Klinisch bestätigt wurden folgende Wirkungen:
Hyperlipidämie: Der LDL- Spiegel konnte gesenkt werden ebenso wie die Triglyceride. Gleichzeitig zeigten die Doppelblindstudien auch, dass bei den Patienten, die Jiao Gu Lan bekamen, es bei vielen zu einer Gewichtsreduktion kam. Jiao Gu Lan könnte daher als Vorbeugung gegen Arteriosklerose und gegen Herzinfarkt oder Schlaganfall verwendet werden.
Weitere Studien zur Behandlung von Kopfschmerzen, Atemwegserkrankungen und Gastritis zeigten zwar auch positive Wirkungen, aber nicht so überzeugend, dass man den Einsatz von Jiao Gu Lan bei diesen Indikationen empfehlen könnte. (Literaturhinweis: John K. Chen / Tina T. Chen : ChineseMedical Herbology and Pharmacology, Art of Medicine Press 2004) Da bislang beim Einsatz von Jiao Gu Lan kaum unerwünschte Nebenwirkungen aufgetreten sind, außer leichter Übelkeit, wenn man den Tee mit vollem Bauch nach dem Essen trinkt, kann besten Gewissens empfohlen werden, Jiao Gu Lan als Tee zu verwenden. Vorsicht ist auch geboten, wenn sedierende Medikamente eingenommen werden, da es dabei zu Interaktionen und Verstärkung der Wirkung der Medikamente kommen könnte.

Jiao Gu Lan, eine Anti Aging Pflanze?
Als mittlerweile schon in höherem Lebensalter befindliche Frau kann ich den Begriff Anti Aging nicht mehr hören. Alt werden ist nichts Schlimmes, das quasi wie eine Krankheit behandelt werden muss. Sinnvoll ist und dafür gibt es keine Alterszeit der Einsatz von Adaptogenen. Adaptieren heißt anpassen und unter Adaptogenen versteht man Heilpflanzen, die mit ihren Vielstoffgemischen helfen, die Belastbarkeit gegenüber Stresssituationen zu erhöhen. Adaptogene verhindern, dass Stress zu einem Ungleichgewicht des vegetativen Nervensystems, sprich Sympathikus und Parasympathikus führt. Überwiegt der Sympathikus, reagiert der Körper möglicherweise mit Nervosität, Schlaflosigkeit, Gastritis, Reizdarm, hohem Blutdruck, Herzproblemen, etc. Überwiegt der Parasympathikus wird man vagoton, man ist meist ständig müde, schlafbedürftig, erschöpft, erkältungsanfällig etc. Es gibt viele Pflanzen, bei denen man sowohl anregende als auch entspannende Wirkung nur auf der Basis der Theorie einer adaptogenen Wirkung verstehen kann. Damit erklären sich dann meist auch so lange Indikationslisten wie bei Ginseng und nun eben auch bei Jiao Gu Lan. Auch der Cholesterinspiegel ist nicht nur eine Folge von regelmäßigem Schweinsbratengenuss, sondern vor allem von Stressbelastungen, darauf könnte die Wirkung von Jiao Gu Lan bei Hyperlipidämien zurückzuführen sein. Und Altwerden ist ein ganz eigener Stress festzustellen, dass man/frau nicht mehr so leistungsfähig wie früher ist, dass man/frau sexuell nicht mehr so interessiert ist, das kann manchen Menschen schon Stress bedeuten. Der adaptogen wirkende Ginseng ist daher kein Potenzmittel, sondern hilft, die Realität des Alterns gelassener hinzunehmen. Dazu könnte vermutlich auch das Unsterblichkeitskraut Jiao Gu Lan verhelfen.

Jiao Gu Lan aus Sicht der TCM
Die TCM hat erst vor einigen Jahren begonnen, sich mit Jiao Gu Lan zu beschäftigen. Aus Sicht der TCM wird die Wirkung von Heilmitteln nach ganz anderen Kriterien wie Geschmacksrichtung, Temperaturausstrahlung und Bezug zu den inneren Organen festgesetzt. Laut Dr. Günther Neeb, einem bekannten TCM Arzt, hat Jiao Gu Lan folgende Wirkungen: Thermische Wirkung: kalt (leitet Hitze aus, wirkt entgiftend und entzündungshemmend) Geschmack: süß/bitter (süß wirkt befeuchtend, stärkend, harmonisierend, bitter abführend, beruhigend, entzündungshemmend) Organbezug: Lunge, Milz Jiao Gu Lan gilt als Qui Tonikum. Diese Mittel wirken gegen Krankheiten, die durch Energiemangel, also qui Leere entstanden sind. Sie kräftigen vor allem die Energie in Lunge und Milz, weil sich Leere- Erscheinungen in diesen beiden Organen besonders deutlich zeigen. Die Milz regelt die Verteilung des Nahrungsstoffe. Ist sie leer , zeigen sich Symptome wie Müdigkeit. Sind die Lungen leer, treten ebenfalls Symptome wie Energiemangel auf. Aus Sicht der TCM ist Jiao Gu Lan also ein echtes Energietonikum.

Jiao Gu Lan selber kultivieren
In Apotheken bekommt man derzeit Jiao Gu Lan als Tee kaum zu kaufen, im Internet findet man viele Bezugsquellen. Die Pflanze ist aber sehr leicht zu kultivieren. Als Bezugsquelle für die Pflanze kann Daniel Rühlemann (www.ruehlemanns.de) empfohlen werden, der sicher derzeit das größte Angebot an Heilpflanzen, vor allem auch solchen aus TCM oder Ayurveda, hat. Billig ist weder der Preis noch er Versand. Eine sehr engagierte Gärtnerin in NÖ, Sabine Huber (zuhause in Saxen, 07269/6442) hat eine begrenzte Anzahl von Pflanzen, die sie eventuell auch verschicken würde. Die Kultur des Krautes ist nicht sehr aufwendig. Mit etwas Schutz ist sie winterhart und wächst in gutem Gartenboden recht gut. Im Winter zieht die Pflanze ein, im nächsten Frühjahr treibt sie aus dem Rhizom wieder aus. Wenn man die Pflanze im Topf eher kühl überwintert, kann man auch im Winter frische Blätter ernten. Zubereitung des Tees: Der Tee aus den Blättern ist wohlschmeckend und etwas süß. 1 Teelöffel Kraut mit 1/4l heißem Wasser im Aufguss zubereiten und maximal 5 Minuten ziehen lassen.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Miriam Wiegele
Quelle: http://www.miriamwiegele.at






*** Tiefgreifende Änderungen in der 5. Ausgabe der Flora Helvetica
In der neusten Ausgabe der Flora Helvetica wird den modernsten phylogenetischen Erkenntnissen Folge geleistet. Die optisch nachvollziehbaren gemeinsamen Merkmale der Familien treten dabei leider immer mehr in den Hintergrund. 125 Gattungen werden einer anderen Familie zugeordnet und die entwicklungsgeschichtliche Reihenfolge der Familien neu angepasst.
Grosse Veränderungen betreffen vor allem die Wegerich-, Gänsefuss-, Braunwurz-, Spargel- und Liliengewächse. Anbei die wichtigsten Änderungen für die Heilpflanzen- und Wildkräuterkunde:
Ahorn, Sapindaceae, Seifenbaumgewächse, bisher Aceraceae
Aloe, Asphodelaceae, Affodilgewächse, bisher Liliaceae
Mistel, Santalaceae, Sandelholzgewächse, bisher Loranthaceae
Gänsefussgewächse - neu ganze Familie Amaranthaceae (Amaranthgewächse)
Gratiola, Gnadenkraut, Plantaginaceae, bisher Scrophulariaceae
Leinkraut, Plantaginaceae, bisher Scrophulariaceae
Fingerhut, Plantaginaceae, bisher Scrophulariaceae
Ehrenpreis, Plantaginaceae, bisher Scrophulariaceae
Augentrost, Orobanchaceae, bisher Scrophulariaceae
Bärlauch, Amaryllidaceae, bisher Liliaceae
Knoblauch, Amaryllidaceae, bisher Liliaceae
Zwiebel, Amaryllidaceae, bisher Liliaceae
Holunder, Adoxaceae, bisher Caprifoliaceae
Baldrian, Caprifoliaceae, bisher Valerianaceae
Herbstzeitlose, Colchicaceae,bisher Liliaceae
Mäusedorn, Asparagaceae, bisher Liliaceae
Maiglöckchen, Asparagaceae, bisher Liliaceae
Spargel, Asparagacea, bisher Liliaceae
Die neuen Familienzugehörigkeiten werden noch für einige Zeit für Konfusion sorgen....
Quelle: http://www.ch-raimann.ch/n2n/page.php?page_id=90&lid=1
Das Buch "Flora Helvetica" in der 5. Auflage, 1946 Seiten, ca. 3850 Farbfotos, geb. finden Sie bei uns im Shop unter Ökologie und Umwelt