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Bacopa-OnlineshopGesundheit und Politik in der Europäischen Union

RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN VON KOMPLEMENTÄREN UND ALTERNATIVEN BEHANDLUNGSMETHODEN IN ÖSTERREICH

"Komplementäre Methoden", so das Österreichische Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Website zum Thema Komplementär- und Alternativmedizin (http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Medizin/Komplementaer_Alternativmedizin), werden in den Medien sehr stark beworben und müssen auch vor dem Hintergrund ökonomischer Interessen der AnbieterInnen beurteilt werden. Gerade deshalb ist es enorm wichtig, Bürgerinnen und Bürgern eine objektive und neutrale Information zur Verfügung zu stellen.



Da Informationen zu Komplementär- und Alternativmedizin wie auch sonstigen komplementären Behandlungsmethoden wesentliche Aspekte für die Gesundheitskompetenz (health literacy) der Bevölkerung bedeuten, wird auf der oben angeführten Seite (und ihren Unterseiten) aufgezeigt, welche gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe, aber auch welche Gewerbe mit Gesundheitsbezug Komplementärmedizin bzw. sonstige komplementäre Behandlungsmethoden anwenden. Erklärtes Ziel der Darstellung des Gesundheitsministeriums ist es, KonsumentInnen bei ihrer eigenverantwortlichen Entscheidung für oder gegen komplementärmedizinische oder sonstige komplementäre Methoden zu unterstützen, ohne jedoch die Wirksamkeit einzelner Methoden zu bewerten (wofür zum Teil auch Studien fehlen, die die erforderliche Wirksamkeit und Sicherheit wissenschaftlich belegen).

Generell wird schon eingangs festgehalten, dass Diagnostik, Behandlung bzw. Therapie von Krankheiten oder krankheitswertigen Störungen in Österreich gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen vorbehalten ist. Anderen Personen sind diese Tätigkeiten verboten.




Diagnose- und Behandlungsvorbehalt der gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe



Die Untersuchung auf das Vorliegen einer Krankheit oder krankheitswertigen Störung sowie deren Behandlung sind in Österreich vor allem Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin und Fachärztinnen und Fachärzten vorbehalten, auch wenn dies mit Hilfe komplementärmedizinischer oder sonstiger komplementärer Methoden erfolgt.



Dieser Arztvorbehalt, der dem Schutz der Patientinnen und Patienten und der Qualitätssicherung in der Ausübung der Medizin dient, bedeutet auch für den Bereich der Komplementärmedizin einen Ausschließlichkeitsanspruch für Ärztinnen und Ärzte auf die Ausübung ärztlicher Tätigkeiten.



Die Diagnostik und Behandlung von psychischen Verhaltensstörungen und Leidenszuständen fällt auch in das Berufsbild der Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten, der klinischen Psychologinnen oder Psychologen und der Gesundheitspsychologinnen und Gesundheitspsychologen.



Die Behandlung von Menschen mit Verhaltensstörungen und Leidenszuständen durch den Einsatz musikalischer Mittel ist Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten vorbehalten.



Alle Maßnahmen zum Zwecke der Förderung, Erhaltung, Wiederherstellung oder Verbesserung der Gesundheit im ganzheitlichen Sinn gehören ebenfalls zu den Tätigkeitsbereichen der Gesundheitsberufe.
Zitat: Bundesministerium für Gesundheit


Komplementär- und Alternativmedizin
 

Das Bundesministerium für Gesundheit favorisiert den Begriff Komplementärmedizin, um zu signalisieren, dass diese Methoden nicht als Alternativen zur Schulmedizin angesehen werden sollen und definiert Komplementärmedizin als ein breites Spektrum von Disziplinen und Behandlungsmethoden, die auf anderen Modellen der Entstehung von Krankheiten und deren Behandlung basieren als jene der Schulmedizin. Definitionsgemäß, so die Website des Gesundheitsministeriums, werden sie ergänzend zur Schulmedizin eingesetzt (http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Medizin/Komplementaer_Alternativmedizin/Komplementaermedizin_komplementaere_Methoden; siehe auch Komplementäre Heilmethoden und traditionelle Anwendungen in Österreich von Dr. Michaela Nosck-Licul: http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/0/0/1/CH1092/CMS1311593085442/heilmethoden1.pdf).



Alternativmedizin, "Complementary and Alternative Medicine CAM", Ganzheitsmedizin, Integrative Medizin, Naturheilkunde, traditionelle Medizin (z.B. chinesische, europäische, tibetische ) sind in der Begriffsdefinition des Ministeriums verwandte Überbegriffe, die Heilmethoden oder diagnostische Konzepte bezeichnen, wobei die heutige Begriffsvielfalt auf die lange Tradition der Auseinandersetzung zwischen anerkannten medizinischen Verfahren und den so genannten Außenseitermethoden zurückgehe (und damit festhält, dass es sich in ihrem Verständnis immer nur um komplementäre, nicht alternative Konzepte handle).



Komplementäre Methoden finden außer in der Medizin beispielsweise auch Anwendung in der Psychotherapie, der klinischen Psychologie sowie in der Gesundheitspsychologie und Musiktherapie.


Komplementäre Methoden 


Auf Basis methodischer Ansätze werden auf der Website des Gesundheitsministeriums nachfolgende Kategorien komplementärer Methoden gebildet:


-Methoden, die am Denken oder Erleben ansetzen, um Veränderungen am Körper zu bewirken, wie Meditation oder Entspannungstechniken.
-körperbezogene, manuelle Methoden, wie alternative Massagetechniken, Shiatsu oder Therapeutic-Touch
-Methoden, die auf alternativen Bewegungskonzepten beruhen, wie Feldenkrais oder Biodanza
-energetische Methoden mit und ohne spirituellen Hintergrund, die mit der Vorstellung besonderer Kräfte oder Energien arbeiten, wie Bioresonanz, Biotensor oder Prana Energiearbeit)
-Kräuterheilkunde (Phytotherapie) und Naturheilkunde fassen Methoden zusammen, die pflanzliche bzw. natürliche Substanzen innerlich und äußerlich einsetzen, in Form von Kräutern, Tees, Salben, Hausmittel u.a.m. 
(Anmerkung: Entgegen der einleitenden Aussage auf der Website, keine Wertungen zu den angeführten Methoden abzugeben, wird bei dieser Auflistung einseitig angeführt, dass die chemische Herstellung von Arzneimitteln, die zum Teil aus pflanzlichen Inhaltsstoffe entdeckt wurden, in einer standardisierten Herstellung, Dosierung und Sicherheitsprüfung liegt. Etwaige positive Aspekte von Kräutern und ihren Zubereitungen werden nicht erwähnt.)

Als weitere Beispiele komplementärer Methoden angeführt werden:
-Anthroposophische Medizin
-Homöopathie
- Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
- Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)


Anbieter komplementärmedizinischer und komplementärer Methoden

Anbieter sind (http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Medizin/Komplementaer_Alternativmedizin/AnbieterInnen)
-gesetzlich geregelte Gesundheitsberufe,
-Gewerbe und
-sonstige AnbieterInnen


Gesetzlich geregelte Gesundheitsberufe


-ApothekerInnen
-ÄrztInnen
-Gehobene medizinisch technische Dienste (z.B. DiätologInnen, PhysiotherapeutInnen)
-Gesundheits- und Krankenpflegeberufe
-GesundheitspsychologInnen 
-Hebammen
-Klinische PsychologInnen 
-Medizinische MasseurInnen und HeilmasseurInnen 
-MusiktherapeutInnen 
-PsychotherapeutInnen 
-ZahnärztInnen

Angemerkt wird hinzu , dass in Österreich die Ausbildung zu Tätigkeiten der gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe ausschließlich den in den jeweiligen Berufs- und Ausbildungsgesetzen normierten Ausbildungseinrichtungen vorbehalten ist. Zusatzausbildungen im Bereich Komplementärmedizin werden für Ärzte (z.B. Fortbildungsdiplome der Österreichischen Ärztekammer), Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflegedienste (z.B. Komplementäre Pflege Anlage 1Z 15,16, 17 GuK-WV), Hebammen, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten angeboten. Die Tatsache des Ausbildungsangebotes trifft, so die Website des Gesundheitsministeriums, aber keine Aussage über die Qualität der Ausbildung oder eine Wirksamkeit und den Grad der Evidenz der Methoden.


Reglementierte Gewebe mit Gesundheitsbezug
-Augenoptik
-Bandagisten; Orthopädietechnik; Miederwarenerzeugung
-DrogistInnen 
-Fußpflege
-Kosmetik (Schönheitspflege)
-Lebens- und Sozialberatung (inkl. sportwissenschaftliche Beratung und Ernährungsberatung)
-Massage
-ZahntechnikerInnen

Im Gewerbe werden komplementäre Methoden an gesunden Menschen zur Verbesserung des Wohlbefindens, zur Förderung der Gesundheit oder im Bereich Wellness eingesetzt. Die gewerbsmäßige Ausübung von Tätigkeiten, die nicht gesetzlich verboten sind, wird durch die Gewerbeordnung 1994 geregelt. Gewerbliche Vorschriften fallen in die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend.



Angehörigen dieser Gewerbe ist eine Diagnostik, Behandlung bzw. Therapie von Krankheiten oder krankheitswertigen Störungen nicht erlaubt.


Freie Gewerbe
Die Ausübung energetischer Tätigkeiten fällt in den Bereich des freien Gewerbes.


AnbieterInnen mit freiem Gewerbe benötigen keinen Befähigungsnachweis und haben keine Kompetenzen erworben, um Krankheiten oder krankheitswertige Störungen erkennen zu können. Es ist ihnen eine Diagnostik, Behandlung bzw. Therapie von Krankheiten oder krankheitswertigen Störungen nicht erlaubt.


Sonstige AnbieterInnen
Komplementäre Methoden werden auch von Personen angeboten, die weder in einem Gesundheitsberuf noch in einem Gewerbe eine gesetzlich geregelte Ausbildung absolviert haben, wie WenderInnen , GeistheilerInnen, SpruchheilerInnen und SchamanInnen.



Bei diesen Anbieterinnen und Anbietern ist nicht gewährleistet, dass sie Krankheiten oder krankheitswertige Störungen erkennen können und damit Patientinnen und Patienten gefährden oder schaden.



Angehörige des freien Gewerbes ist jegliche Diagnostik, Behandlung bzw. Therapie von Krankheiten oder krankheitswertigen Störungen verboten.


Rechtsgrundlagen


Für die Ausübung komplementärmedizinischer Methoden sind insbesondere folgende gesetzlichen Grundlagen relevant (http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Medizin/Komplementaer_Alternativmedizin/Rechtsgrundlagen):


-Ärztegesetz 1998
-Ausbildungsvorbehaltsgesetz
-Gesundheits- und Krankenpflegegesetz
-Hebammengesetz
-Kranken- und Kuranstaltengesetz
-Medizinischer Masseur- und Heilmasseurgesetz
-MTD-Gesetz
-Musiktherapiegesetz
-Psychologengesetz
-Psychotherapiegesetz
-Zahnärztegesetz

Untersuchungen auf das Vorliegen einer Krankheit oder krankheitswertigen Störung sowie deren Behandlung oder Therapie sind den gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen vorbehalten, auch wenn sie mittels komplementärmedizinischer oder sonstiger komplementärer Methoden erfolgen. Andere Personen, die derartige Tätigkeiten anbieten, machen sich strafbar.



Angehörige von gewerblichen Berufen (z.B. Gewerbe der Massage, Lebens- und Sozialberatung, Humanenergetik) dürfen keine medizinischen bzw. psychotherapeutischen oder klinisch-psychologischen Diagnosen stellen und keine Behandlungen bzw. Therapien zur Linderung oder Heilung von Krankheiten oder krankheitswertigen Störungen vornehmen.



Für Angehörige gewerblicher Berufe sind die Gewerbeordnung 1994 und folgende Verordnungen relevant:



-Ausübungsregeln für Fußpflege, Kosmetik und Massage durch Gewerbetreibende

-Lebens-und Sozialberatungs-Verordnung

-Massage-Verordnung

Weiterführende Informationen: "Aspekte der rechtlichen Situation der Berufsausübung im komplementärmedizinischen Bereich" von Susanne Weiss, Bundesministerium für Gesundheit Abt. II/A/3 117. Amtsärztliche Fortbildungsveranstaltung, 6. Dezember 2011 (http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/6/2/6/CH1305/CMS1324542760317/117._amtsaerztliche_fortbildungsveranstaltung_6.12.1011_praesentation_weiss.pdf)

Quelle: Shiatsu-Newsletter 202/2013
(c) Dr. Eduard Tripp (tripp@shiatsu-austria.at)
28. Februar 2013 (Irrtümer vorbehalten)
Wir danken Herrn Dr. Tripp für die Genehmigung zur Veröffentlichung




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CAM-Konferenz 2012
"Complementary and Alternative Medicine - Innovation and Added Value for European Healthcare"

"Am 9. Oktober fand in Brüssel, und das kann wie gesagt als großer Erfolg der bisherigen politischen Arbeit gewertet werden,die erste CAM-Konferenz im Europäischen Parlament statt. Erstmals wurde damit ganz offiziell von der EU CAM unterstützt. Das Thema der Konferenz war "Complementary and Alternative Medicine - Innovation and Added Value for European Healthcare" und sie wurde begleitet von einer dreitägigen Ausstellung, in deren Rahmen auch Shiatsu durch die ESF (European Shiatsu Federation) präsentiert wurde. Organisiert wurde die Konferenz von EFCAM (European Forum für Complementary and Alternative Medicine) undSponsor war die Europäische Kommission.

Hintergrund der Konferenz, deren Gastgeber die Abgeordneten des Europäischen ParlamentsElena Oana Antonescu (Rumänien), Sirpa Pietikäinen (Finnland) und Alojz Peterle (Slowenien) waren, ist, dass europaweit mindestens 25 Prozent der Bevölkerung CAM, also komplementäre und alternative Behandlungsmethoden - vor allem auf eigene Kosten -in Anspruch nehmen.Und auf der anderen Seite steht, dass300.000 Menschen in ganz Europa CAM-Methoden praktizieren, alsoMethoden wie Akupunktur, Aromatherapie, Kräutertherapie, Homöopathie, Shiatsu und andere mehr. Was alle CAM-Methoden miteinander verbindet, ist, dass sie einen ganzheitlichen Zugang zu den Menschen und seiner Gesundheit, seinem Wohlbefinden suchen ("they offer a whole person approach to health with a focus on supporting the person's health-maintaining capacities").

Das wichtigste Ergebnis der Konferenz, die von Interessensgruppen von Patienten, Ärzten und (nicht-ärztlichen) Praktikern gemeinsam gestaltet wurde, ist, dass CAM erstmalig physischim Parlament präsent war - zum größten Teil von der EU Kommission bezahlt und von den drei oben angeführten Parlamentsabgeordneten initiiert wurde. Begleitet wurde die Konferenz von einer zweieinhalbtägigen Ausstellung, in der Shiatsu auch ganz konkret demonstirert wurde (siehe Bilder dazu im offiziellen Bericht über die CAM-Konferenz).

EFCAM repräsentiert CAM im European Health Policy Forum

Das European Health Policy Forum (EUHPF) ist das wichtigste Gremium, um Einfluss auf die EU-Gesundheitspolitik zu erlangen, weil es das wichtige politische Beratungsforum des DG Sanco (EU Gesundheitsministerium) ist. Das EUHPF hat damit unmittelbaren Einfluss auf die europäische Gesundheitspolitik (siehe Diagramm unter www.shiatsu-austria.at/download/documents/EU-Diagramm 2011 (EFCAM).pdf). Die Mitgliedschaft im EUHPF bedeutet zugleich die Einladung zu EU-Konsultationen und -Programmen wie AHAIP (Active and Healthy Aging Innovation Partnership). EFCAM ist als (einzige) Vertretung für CAM Mitglied im EU-Forum zur Gesundheitspolitik.

Für 2013 gibt es eine Einladung für EFCAM zur Mitarbeit in die Arbeitsgruppen "On the effects of the economic crisis on health systems" und zur Vorbereitung des nächsten "EU Open Forum on health".

Paradigmenwechsel in der EU-Politik zur Etablierung von CAM

Die Anstrengungen in Bezug auf die EU-Politik gehen weg von einer direkten politischen und/oder medizinischen Anerkennung von CAM (und damit auch Shiatsu), die auf diesem Weg derzeit kaum zu erringen ist, zunehmend dahin, den Beitrag von CAM zur Bewahrung und Wiederherstellung von Gesundheit - und damit zu einer defacto Anerkennung dieser Methoden. Dieser Weg umgeht die "medizinische Opposition" und bringt uns in politische und wirtschaftliche Partnerschaften, wenn wir einen effektiven Beitrag zu Gesundheit und deren Aufrechterhaltung leisten - um auf diesen Weg überzeugende Argumente für eine Anerkennung und Regelung von CAM zu liefern. 

Unterstützung von CAM im Europäischen Parlament

Auf Initiative von drei Abgeordneten des Europäischen Parlaments war es möglich, dass die schon oben erwähnte CAM-Konferenz stattgefunden hat. Die Zahl der Abgeordneten, die CAM und/oder CAM-Aktivitäten bereit sind zu unterstützen, ist glücklicherweise aber (mittlerweile) größer, wenn auch noch nicht groß und es gibt Bestrebungen eine Initiative für CAM zu initiieren.

Health for Growth und Horizon 2020

EU-Programme haben immer eine Laufzeit von 5 bis 7 Jahren. Im Gesundheitsbereich geplant ist das nächste Programm (für 5 Jahre) unter dem Motto "Health for Growth", für das Bestebungen (und Absichten) bestehen, auch CAM einen Platz zu geben.

Auf der Ebene der Forschung geht es um die Ausformulierung der Ziele für Hoizon 2020 für das die Formulierung eingebracht wurde "... and to support, integrated care, including interventions of complementary and alternative medicine ..."

Endbericht von Cambrella

Das Forchungsnetzwerk CAMbrella (http://www.cambrella.eu/home.php), ein EU-gefördertes Projekt, dessen Ziel es ist, eine "Roadmap" für die künftige Forschung von CAM-Methoden zu entwickeln in Hinblick darauf, inwieweit komplementäre und alternative Methoden für die gesundheitlichen Bedürfnisse der europäischen Bürger von Bedeutung sind,hatte seine Abschlusskonferenz am 28. November. Am 29. November 2012 erschien in "Guardian Professional" ein Artikel von George Lewith, einem Professor für Gesundheitsforschung an der University of Southampton, zu CAM-Forschung, also Forschung zu Komlementärer und Alternativer Medizin (http://www.guardian.co.uk/healthcare-network/2012/nov/29/complementary-alternative-medicine-research-regulation).Lewith bezieht sich in seinem Artikel auf die Ergebnisse von CAMbrella.
 
Komplementäre und alternative Methoden werden, so führt Lewith aus, von mehr als 100 Millionen EU-Bürgern genützt, 9 Millionen davon in Großbritannien. Und obwohl diese Anwendungen so weit verbreitet sind, werden sie nach wie vor kontroversiell diskuttiert:"CAM involves a variety of different medical systems and therapies that are mainly used outside conventional healthcare, but are increasingly being adopted and integrated into healthcare systems; acupuncture and the use of various herbal treatments are good examples. The EU sees the regulation of healthcare as a national responsibility, while medicinal products are all regulated centrally by the European Medicines Agency. There is no common approach to the regulation of CAM practice in the EU; all 39 countries do it their own way. This diversity hampers any efforts to establish good professional regulation, consistent treatment approaches and high quality research. The many patient surveys available suggest that most Europeans want to have access to CAM. People want simple information to be made available about safety and effectiveness and for the products and practitioners to be transparently regulated."
 
Lewiths Artikel zufolge gibt es europaweit geschätzte 328.000 Anbieter von CAM, etwa 150.000 Ärzte und 178.000 Nicht-Ärzte, was aber Seamus Connolly zufolge, der für EFCAM Kontaktperson zu CAMbrella ist, nicht korrekt ist und deshalb noch korrigiert wird. Vielmehr gibt es nachweislichetwa 257.000 CAM-Praktizierende in der EU, die keine Ärzte sind und möglicherweise bis zu 100.000 weitere nicht-ärztliche Praktizierende, die (bislang) nicht erfasst sind.

Während CAM-Methoden in den Vereinigten Staaten von Amerika, in Australien, China und Indien mitUnterstützung der Regierung erforscht werden, fehlt ein solcher Zugang in der Europäischen Union. CAM wird hier kaum erforscht und benötigt deshlab, so Lewith, aktive Unterstützung. Fakt ist nämlich, dass CAM von sehr vielen Menschen in ihrer Eigenverantwortung in Anspruch genommen wird, und es sollte deshalb eine europäische Zielsetzung sein, herauszufinden welchen Beitrag CAM-Methoden (wie Akupunktur, aber auch Shiatsu - und dafür arbeitet die European Shiatsu Federation und in weitererr Linie damit auch der Österreichische Dachverband ÖDS) für die aktuellen Herausforderungen des Gesundheitswesens leisten können.
 
CAMbrella, so führt Lewith weiter aus, schlägt deshalb in seinem Bericht vor, dass CAM-Behandlungen und ihr Nutzen in Hinblick auf weit verbreitete einschränkende chronische und kostenintensive Erkrnakungen erforscht werden. Dafür sollte ein "EU research office for CAM" geschaffen werden, denn "a research-based approach to CAM" sei eine adäquate Antwort auf diese Fragestellungen sowohl für die politisch Verantwortlichen wie auch die Konsumenten.

Obwohl der Artikel nachweislich Fehler beinhaltet (wie oben beispielhaft ausgeführt; aber aucheine "enge" Definition von CAM benützt) und seine Korrektur auch schon (Seamus Connolly, EFCAM) mehrmals urgiert wurde, hat sich in dieser Angelegenheit bislang noch nichts getan.

Eine neue Strategie

Vor allem mit dem Zugang von EFCAM zum European Union Health Policy Forum (EUHPF) und der Unterstützng etlicher Abgeordneter des Parlaments hat EFCAM größere Einfluss- und Zugangsmöglichkeiten zu den Verantwortlichen für die europäische Gesundheitspolitik. Das bedingt auch eine Anpassung der politischenStrategie an die aktuellen Gegebenheiten wie die Unterstützung von Abgeordneten, die CAM legalisieren möchten, Mitorganisation des Open Helath Forums und damit die Einbeziehung von CAM als einen Punkt der Agenda ...

EFCAM und ESF

Lange Zeit war die ESF der Hauptfinanzier der EFCAM. Ohne den Beitrag der ESF - und damit letztlich der Mitglieder der nationalen Verbände - wäre die politische Arbeit auf europäischer Ebene nicht möglich gewesen und damit auch nicht die bisherigen Erfolge. Korrekter müsste man eigentlich ausführen, dass das Lobbying für CAM in diesem Fall ausschließlich von den Ärzte-Verbänden ausgegangen wäre - und damit auf Basis einer sehr, wie sich immer wieder zeigt, sehr eingeschärnkten Definition von CAM, deren Methoden ausschließlich (bzw. vor allem) von Ärzten ausgeübt werden. 

Derzeit sieht es so aus, dass die anderen Mitglieder - wohl auch angesichts der bisherigen Erfolge - bereit sind einen auch finanziell größeren Beitrag zu EFCAM zu leisten - und damit für die ESF weniger Kosten anfallen werden. Eine Einsparung, die in andere wichtige Projekte - z.B. die gemeinsame (mit dem zweiten europäischen Shiatsu-Verband ISN) Entwicklung eines Curriculums auf Basis von Kompetenzen - einfließen kann.

Kernpunkte der Argumentation für eine politische Anerkennung und Unterstützungvon CAM

Ein wichtiger Punkt, der für die Regulation von CAM auf euopäischer Ebene Ebene spricht, ist der Umstand, dass CAM in Europa von vielen Patienten und vielen Anwendern - Ärzten und Nicht-Ärzten - genützt wird.Bis zu86 Prozent der EU-Büger, so die unterschiedlichen Publikationen, nutzen CAM, wobei der Großteil der Angebote privater Natur ist - d.h. außerhalb des offiziellen Gesundheitssystems angeboten wird. Und das bedeutet, dass sich vor allem besser situierte / besser verdienende Menschen komplementäre und alternative Methoden zur Förderung undErhaltung ihrer Gesundheit leisten können - was in grundsätzlichem Widerspruch zum Prinzip der EU steht, seinen Bürgern einen gleichermaßen guten Zugang zur bestmöglichen Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Und steht zugleich auch in Widerspruch zum EU-eigenen Gesundheitsprogramm für 2008 bis 2013, das als Zielsetzung "the programme should recognise the importance of a holistic approach to public health and take into account....complementary and alternative medicine in its actions" formuliert. 

Die Zahlen belegen - auch dann, wenn man CAM nicht überall und für jeden zugänglich ist -, dass sich viele EU-Bürger eine informierte Wahl wünschen, die auf klaren und leicht erreichbaren Informationen beruht. Ein solcher, einfacher Zugang zu relevanten Informationen über CAM entspricht zudem der aktuellen EU-Gesundheitsrichtlinie zur Förderung der Fähigkeit der Menschen gute Entscheidungen in Hinblick auf ihre Gesundheit zu treffen.

Forschungsdaten legen nahe, dass Menschen, die CAM nutzen, die Behandler-Klient-Beziehung mit ihrem ganzheitlichen und personenzentrierten Zugang honorieren, dass sie CAM alssicher betrachten und dass sie die Risiken von konventioneller Medizin und alternativen Methoden unterschiedlich einschätzen.

-> Das Angewiesensein auf private Anbieter, das Fehlen von unabhängigen Quellen mit zuverlässigen Informationen, ebenso wie das Fehlen von gesicherten Daten über die Sicherheit von CAM-Anwendungen schaffen Hindernisse in Hinblick auf Zugang, zuverlässige Informationen und sichere, vertrauenswürdige Behandlungen.
 

Es gibt keine einheitliche Regelung für CAM in Europa. Kurz gesagt gibt es ebenso viele Regelungen wie Mitgliedssstaaten. 

In manchen Mitgliedssstaaten kann CAM durch Ärzte ausgeübt werden, unabhängig von ihrer Ausbildung in der jeweils spezifischen Methode. Und in den meisten Ländern werden CAM-Anwender toleriert, allerdings ohne formale Anerkennung oder Regulierung.

Europaweit gibt es mehr als 300.000 CAM-Praktiker und mehr als 20 CAM-Methoden, die angewendet werden. Über andere Methoden und anderer Praktiker gibt es keine verlässlichen Schätzungen. Ergänzend dazu geht man von 145.000 Ärzten aus, die etwa 5 CAM-Methoden anbieten. 

Es gibt keinerlei Harmonisierung der Berufsausbildungen weder für Ärzte noch für Nicht-Ärzte (Praktiker), aber einige Methoden haben ihre eigenen, freiwilligen europaweit geltenden Ausbildungsrichtlininien. Diese Richtlinien, die von privaten Ausbildnern (Schulen) für Ärzte wie auch Nicht-Ärzte - universitäre Ausbildungslehrgänge sind selten - haben sehr unterschiedliche Levels und Qualitäten (und entsprechen in ihren Anforderungen von Third-Level-Diplomen bis zu Master-Lehrgängen). Ihr Ziel ist es, einen Rahmen zu schaffen, in dem eine sinnvolle Ausbildung möglich ist und eine sich daraus ergebende sichere Anwendung der jeweiligen Methode für Patienten/Konsumenten (wobei es nachvollziehbar ist, dass für z.B. Reiki andere Erfordernisse gegeben sind als für z.B. Kräutermedizin). 

-> Alle diese Faktoren begrenzen sowohl den Zugang und das Recht CAM zu praktizieren als auch den länderübergreifenden Zugang sowohl für Ausübende wie auch für Patienten/Konsumenten.


Die Rolle von CAM und ihre Beiträge sind vielfältiger als die von konventioneller Medizin. Sie reichen bei CAM von der Unterstützung und der Unterweisung für allgemeines Wohlbefinden, Gesundheitskompetenz, Gesunderhaltung, Vermeidung von Erkrankungen (insbesondere chronische Erkrankungen) über die Behandlung von einer breiten Palette von Erkrankungen bis hin zuPalliativmedizin und zur unterstützenden Begleitung von Menschen am Lebensende. Im Unterschied zur konventionellen Medizin liegt der primäre Fokus nicht auf der Erkrankung, vielmehr steht bei CAM die Gesundheit und ihre Erhaltung im Zentrum ihrer Bemühungen.

Die Forschung zeigt, dass "self empowerment" (Selbstermächtigung) und ein gleichwertiger Partner im Gesundheitsprozess zu sein wesentliche Faktoren sind, gesunderhaltende Maßnahmen zu setzen und sicherere oder effektivere Behandlungen (bei bestehender Erkrankung) zu wählen. Individuelle CAM-Anwendungen können die Effektivität stärken, so wie Shiatsu beispielsweise die Gesunderhaltungund die Gesundheitskompetenz stärkt, zugleich aber auch bei Erkrankungen zu unterstützen vermag.

Darüber hinaus gibt es eine zwar noch schwache, aber durchaus zunehmende Hinweise auf die Kosteneffektivität von CAM.

Spezialisten im Gesundheitssystem sind vielfach nur unzureichend informiert über CAM, ihre Möglichkeiten, ihre Beiträge begleitend zu einer konventionellen Behandlung und ihre generelle Sicherheit. Hier gibt es viele Vorurteile und wenig Fakten.

CAM kann unabhängig von konventioneller Medizin angewendet werden oder auch begleitend. Auch hier zeigt die Forschung, dass EU-Bürger die Wahlmöglichkeit haben möchten und gegebenenfalls, wenn es für den Patienten sinnvoll ist, auch begleitend zur Anwendung konventioneller Medizin.

Viele Anbieter und Konsumenten von CAMsind der Ansicht, dass CAM in konventionelle Medizin integriertseine Attraktivität und Effektivität zumindest teilweise verliert, wollen CAM aberparallel zu konventionellen Behandlungen anwenden, wenn es zum Besten des Patienten/Konsumenten ist.

All diese Hauptanliegen stehen miteinander in Beziehung, verschränken sich gleichsam:Gleicher Zugang für alle Bürger beruht auf korrekter und gut zugänglicher Information, akkreditierten und gut ausgebildeten Anbietern sowie angemessener Anwendung begleitend zu konventioneller Behandlung. Dass es ausreichend akkreditierte und gut ausgebildete Anbieter gibt, wiederum hängt von angemessenen Regulierungen ab und von zugänglicher klarer Information für die politisch Handelnden/Entscheidenden. Die Anwendung von CAM begleitend zu konventioneller Medizin hängt nun wieder von sinnvollen Regulierungen ab und solider Information...

-> Politische Initiativen müssen deshalb alle Aspekte ansprechen und berücksichtigen, um effektiv zu sein."

Quelle: Shiatsu-Newsletter 202/2013
(c) Dr. Eduard Tripp (tripp@shiatsu-austria.at)
28. Februar 2013 (Irrtümer vorbehalten)
Wir danken Herrn Dr. Tripp für die Genehmigung zur Veröffentlichung

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Wieso engagiert sich die BACOPA gegen ACTA?
Ganz einfach, weil es u. a. wieder einmal die Ärmsten der Armen treffen wird, die ohne Generika nicht überleben könnten. Mehrere Hilfsorganisationen waren davor, daß ACTA künftig die Arzneimittelversorgung in ärmeren Ländern gefährden könnte.....und das ist einfach nicht in Ordnung - oder ?
Ärzte ohne Grenzen

Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation WHO für Europa sagt: Investion in Gesundheit ist eine Investition in Entwicklung und Menschenrechte
Weltgesundheitsorganisation

Die Europäische Datenbank Gesundheit für alle (GFA-DB) speichert unabhängige, vergleichbare und aktuelle gesundheitsbezogene Grunddaten. Sie ist eine der wichtigsten Informationsquellen im Gesundheitsbereich in der Region Europa.
Europäische Datenbank Gesundheit

Der Codex Alimentarius - ein Regelwerk, das uns alle betrifft:
Der Codex Alimentarius ist eine Sammlung von Normen für die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln, die von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation sowie der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen erstmals 1963 herausgegeben wurde.

Wir haben hier für Sie einige Links zusammengestellt, natürlich wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Wenn sie kritischen Stimmen zum Codex Alimentarius lesen wollen, am besten diesen Begriff über eine Suchmaschine abfragen und selber entscheiden welche Informationen Sie richtig finden.
Hier eines von vielen Beispielen:
Die Unterschriftensammlung und Bürgerinitiativen in der EU