Geht es nach der Forschung, soll Altern bald kein Thema mehr sein. Dass der biologische Organismus Mensch ein Ablaufdatum hat, wird vom üblichen Jugendwahn gerne ignoriert. Aber Älterwerden ist keine Krankheit, und für mehr Gesundheit im Alter kann viel getan werden.
Das Streben nach ewiger Jugend existiert seit einer gefühlten Ewigkeit. Es zeigt sich seit jeher in der Suche nach einem „Jungbrunnen“, in dem alte Menschen baden und in jugendlicher Frische heraussteigen. Seit allerdings Methoden wie die berühmte „Genschere“ (CRISPR-Cas9) in die Prozesse jedes Organismus eingreifen können, hat eine begehrliche Wissenschaft das gesunde Maß verloren. Auf anderer Ebene wurde „Bio-Hacking“ zu einem Schlagwort, das zahllose Ratgeber füllt und die Fitness-Fangemeinde täglich beschäftigt.
Betreute Jünger der Gentechnik hoffen sichtlich, den Tod bald abzuschaffen, aber welche Folgen eine „ewig“ lebende Population für den Planeten hätte, wird naiv ausgeblendet. Darum wohl auch die Idee, Fortpflanzung in die Retorte zu verlegen, um künftig kontrollieren zu können, wer noch Nachkommen zeugen „darf“. Denn falls sich jemals ein solches Wundermittel am Horizont abzeichnet, wäre es denn für die Allgemeinheit leistbar? Wohl kaum. Begüterte Eliten würden das „ewige“ Leben für sich beanspruchen. Es ist ähnlich wie die Szene im Film „Titanic“, in der Rose DeWitt Bukater ihre Mutter anherrscht: „Begreifst du denn nicht, die Hälfte der Menschen auf diesem Schiff wird ertrinken!“. Worauf ihr steinreicher Verlobter Caledon Hockley süffisant erwidert: „Nicht die bessere Hälfte…“.
Das Alter als sinnvolle Lebensphase
Dass Vordenker der Antike, wie indigene Völkerschaften bis heute, eine vollkommen andere Sicht des Alterns pflegten – Alter im Sinne von Ruhe und Weisheit – ist zwar bekannt, gilt aber als reichlich „gestrig“. Der moderne Mensch will möglichst alt werden, doch niemand will tatsächlich alt sein, geschweige denn so aussehen. Chemische Eingriffe und Schönheitsoperationen werden in einem Ausmaß angewandt, dass Betroffene am Ende wie eine Karikatur ihrer selbst wirken. Falten und graue Haare gelten ebenso als Angst-Gespenst, wie geistige Verlangsamung. Einer Medizin, die sich am Thema Altern abarbeitet, ist allerdings nicht daran gelegen, auf diesen neuen lukrativen Geschäftszweig zu verzichten. Besonders heftig wird aktuell mit Demenz gedroht, während man behauptet, dank KI werde man künftig genau vorhersagen können, wann sie eintritt. Zugleich gibt es natürlich – welch ein Zufall – „neue“ Therapieoptionen, die smarterweise schon im Vorfeld anzuwenden seien, lange bevor der Person überhaupt irgendetwas fehlt – wichtig scheint nur, früh genug Angst und Zweifel zu säen. Immer deutlicher tritt hier zu Tage, dass die „moderne Medizin und Wissenschaft“ primär mit Ängsten und Panikmache zu agieren gedenkt – ein überlegtes Geschäftsmodell der Zukunft, wie drohende Pandemien es nun auch zu sein scheinen.
Zugleich wird bewusst vernebelt, welche Segnungen der Neuzeit das Altern erst einmal kräftig beschleunigen. Dass dazu vor allem belastende technische Strahlung durch E-Smog, Smartphones, WLAN & Co gehört, dürfte sich mittlerweile herumsprechen. Der Mobilfunk hat nun mit 5 G (6 G und höher ist schon geplant) einen neuen Gipfelpunkt erreicht. Diese Strahlungsquelle macht definitiv nicht nur auf Dauer krank, sondern logischerweise auch „alt“. Die Probleme haben – neben der Schädlichkeit von Blaulicht für gesunden Schlaf – mit den Wirkungen auf das flüssige und elektrisch geladene Interstitium (Extrazellularraum) unter der Haut zu tun, dessen Funktionen gerade erst voll erkannt werden. Diese wichtige Zell- und Gewebsflüssigkeit kann etwa durch 5 G-Strahlung, die beim Smartphone-Gebrauch einige Millimeter tief in die Haut eindringt, negativ beeinflusst werden. Weshalb es nicht falsch ist zu sagen, dass diese Form der Dauerbestrahlung nicht nur ein potentielles Krebsrisiko birgt, sondern auch Haut und Zellstrukturen vorzeitig altern lässt. Seit „zur Klimarettung“ der Hype um Windräder ausgebrochen ist, kommt zu all den Problemen auch das Thema möglicher Gesundheitsschäden durch Infraschall. Und selbst das ist noch nicht alles:
Gestörte Chronobiologie durch Zeitumstellung
Ein Artikel in „Urheimische Notizen“ (Ausgabe 1/26), einem kritisch-informativen Organ der Gesundheitsmanufaktur Dr. Pandalis, umreißt ein spezielles Problem näher, denn alljährlich wartet sie noch immer auf uns – eine künstliche „Sommerzeit“, die so gar nicht existiert. Bereits eine Bevölkerungsumfrage aus 2018 ergab, dass 84 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer die 1996 von der EU eingeführte Zeitumstellung ablehnt und sie abgeschafft sehen will. 2021 gab es dazu einen Antrag, doch seither wird das Thema auf die lange Bank geschoben. Unser Organismus wird weiterhin jährlich durch diesen künstlichen Eingriff überrumpelt. Der so genannte zirkadiane Rhythmus von 24 Stunden, der alle biologischen Funktionen im Körper steuert, wird dadurch viel deutlicher gestört, als man zuzugeben bereit ist. Obwohl etwa der Zeitpunkt der Morgendämmerung gleichbleibt, wird man schlagartig gezwungen, eine Stunde früher aufzustehen, was die wahrgenommenen Lichtzyklen empfindlich beeinflusst. Nicht nur Schlafdefizite sind die Folge (ganz massiv in Verbindung mit stundenlangem abendlichen „Wischen und Tippen“), auch das Risiko für Herzinfarkte steigt messbar an, wie schon hier 2025 in den News von „UNC Health Southeastern“ berichtet. Ebenso erhöht sich nach der Zeitumstellung das Risiko für Schlaganfälle, es entstehen mehr Depressionen und die Zahl der Verkehrsunfälle steigt. Das ergaben Studien wie diese der Amerikanischen Akademie für Schlafmedizin.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass hierzulande ebenfalls solche Vorkommnisse bemerkt, von Experten aber neuerdings als eine Folge „stürmischer Wetterereignisse“, also des „akuten Klimawandels“ dargestellt werden – wohl um den gewünschten Narrativen nachzukommen. Millionen seien betroffen, posaunen Medien gehorsam in die Welt. Es gibt allerdings auch im Sommer nur eine biologisch richtige Zeit, die so genannte „Winterzeit“ und stürmisches Wetter gab es immer, ohne dass zahllose Menschen tot umgefallen wären.
Dass Störungen der inneren Uhr durch mangelnde Bildung von Melatonin nicht nur den Schlaf beeinträchtigen, sondern auch chronische Entzündungen im Gehirn fördern dürften, erläutert u. a. dieser Artikel über eine Messung an 2000 älteren, an Demenz erkrankten Menschen über einen Zeitraum von 12 Tagen: Personen mit schwachen oder unregelmäßigen Herzrhythmen zeigten auch ein höheres Demenzrisiko, vor allem jene, die spät am Tag ihre aktivste Zeit hatten (etwa durch Zeitumstellung). Darüber berichtete auch „Science daily“. Permanente Störungen der Chronobiologie lassen den Organismus auf jeden Fall rascher altern – die Natur ist mitleidlos.
Sirtuine – der Schlüssel zur Langlebigkeit?
Sirtuine sind eine Gruppe von sieben körpereigenen Eiweißstoffen, also Proteinen (SIRT 1-7), die als NAD+-abhängige Deacetylasen wichtige Reparatur- und Schutzmechanismen in Zellen steuern. Sie regulieren den Energiestoffwechsel, die DNA-Reparatur und mindern Entzündungsprozesse, was sie zu Schlüsselfaktoren für Langlebigkeit macht. Aktiviert werden Sirtuine primär durch Kalorienrestriktion – also Fasten, Sport oder bestimmte Lebensmittel. Sirtuin ist ein wesentlicher Faktor, der die Zellseneszenz verzögert und die Lebensdauer des Organismus durch die Regulation verschiedener zellulärer Prozesse verlängert – wie diese Studie erklärt. Das rückte Sirtuine bald ins Zentrum der allgegenwärtigen „Anti-Aging-Forschung“.
Sirtuine beeinflussen speziell den Glukose- und Lipidstoffwechsel sowie die Funktion der Mitochondrien, regeln damit faktisch die Bereitstellung von Lebensenergie, fördern die DNA-Reparatur, stoßen den nützlichen Tod (Apoptose) verbrauchter und schädlicher Zellen an und schützen vor oxidativem Stress. Sirtuine fördern überdies die Vernetzung der Nervenzellen, sprich die neuronale bzw. synaptische Plastizität – ein sehr wichtiger Faktor, der das Gehirn gesund erhält, somit auch vor Alzheimer bzw. Demenz oder Parkinson schützen kann. Störungen, die inzwischen bei immer jüngeren Menschen auftreten.
Zentraler Faktor für das Funktionieren der Sirtuine ist erwartungsgemäß ein insgesamt gesunder Lebensstil (mehr Seelenruhe, Schlaf, Bewegung, gute Luft), vor allem aber die Ernährung. Wobei so genannte sekundäre Pflanzenstoffe eine Hauptrolle spielen – hier wiederum Polyphenole bzw. Flavonoide. Die naturbelassenen Kräuterformeln dieser alten traditionellen Heilkunde sind eine geballte Quelle für solche Pflanzenstoffe, daher fraglos zugleich ein „Booster“ für die Aktivierung von Sirtuinen. Zugleich helfen sie wirksam dabei, chronische und „stille“ Entzündungen im Körper zu vermindern. Alles greift ineinander, wenn man die Kräfte der Natur so geschickt zu nutzen weiß, wie es in Asien seit Jahrtausenden durch eine großartige Pflanzenheilkunde praktiziert wird. Einen ersten Einblick bietet hier mein Buch „Padma 28“ über tibetische Medizin im Westen.
Dass daneben vor allem biologisches Obst und Gemüse, Bio-Getreide, aber auch Heilpilze zu den besten Lieferanten wertvoller Polyphenole gehören, versteht sich von selbst. Inzwischen gut bekannte Stoffe wie OPC bzw. Resveratrol (in Trauben oder Beeren), Spermidin (in Käse und Pilzen), Querzetin (in Äpfeln, Zwiebeln etc.) oder Epigallocatechingallat (EGCG) in grünem Tee sowie viele weitere Substanzen können ebenfalls wirksam die Sirtuin-Aktivität anstoßen. Auch spezielle Heilpflanzen wie die Zistrose (Cistus Incanus) eignen sich geradezu perfekt für diese Aufgabe – insgesamt wiederum jene, die das Immunsystem stärken.
Pflanzenstoffe aktivieren Sirtuin auf mehreren Ebenen: Sie erhöhen die Menge an NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid) als nötigen Co-Faktor für die Proteinproduktion, kurbeln so die enzymatische Aktivität weiter an, mindern oxydativen Stress und optimieren diverse Stoffwechselwege. NAD+ ist an über 500 Reaktionen im Stoffwechsel beteiligt. Doch man sollte sich nicht in wissenschaftlichen Details verlieren, denn Gutes kann sehr einfach sein:
Was kein Geld kostet…
Eine, wie gewohnt exklusiv auf die reine Biologie konzentrierte Forschung schlägt vor, künftig auf „personalisierte Interventionen“ zu setzen, also jedem sein oder ihr genau passendes „Verjüngungsmittel“ zu basteln – natürlich mit Hilfe von KI. Zweifellos hat man damit wieder einmal primär das lukrative Geschäftsmodell im Auge.
Weniger publik macht man dagegen Dinge, die ganz umsonst zu haben sind, welche aber ebenso die Aktivität von Sirtuinen wirksam steigern. Dazu gehört vor allem die Freude an Natur, Musik und Kunst, angenehme soziale Kontakte sowie die Bemühung um ein offenes, freundliches Wesen. Dagegen sind Feindseligkeit, Verbitterung, wie auch Zukunftsangst und Einsamkeit die schlimmsten Feinde gesunden Alterns. Hoffnung, Liebe und gute Interaktion mit anderen Menschen setzt nämlich auch das körpereigene Bindungshormon Oxytocin frei, das nachweislich Sirtuine anregt. Leider haben auf die Spitze getriebene Situationen wie die „Pandemie“ in den letzten Jahren auch die negativsten Seiten in Menschen und gewissen „Institutionen“ zu Tage gefördert und aktuell sollte man sich Gedanken darüber machen, wohin uferlose Geld- und Machtgier samt Drohungen, Hass und Feindseligkeit uns noch bringen. Dagegen wird kein biologisches Wundermittel ankommen. Ob man außerdem in einer weitgehend zerstörten Natur und Umwelt überhaupt noch alt werden möchte, bleibt als Gretchenfrage übrig.
Auf den Punkt bringt es am Ende ein Satz des genannten Artikels in „Urheimische Notizen“ (Nr. 1/26, Seite 3):
„Wer uns also einreden will, dass Alter ein behandlungsbedürftiger Zustand ist, der mit Eingriffen in unser Erbgut korrigiert werden muss, hat im besten Fall keine Ahnung von Biologie. Im schlechtesten Fall böse Absichten.“
© Dr. Gabriele Feyerer, freie Journalistin und Autorin